Neujahrsansprache

Merkel appelliert an bürgerlichen Zusammenhalt

Angela Merkel, Neujahrsansprache
+
Angela Merkel bei ihrer Neujahrsansprache an das deutsche Volk.

Berlin - Die Kanzlerin appelliert für 2014 am deutschen Bürgersinn. Als Ziele der neuen Regierung hebt sie solide Finanzen und die Energiewende hervor. Europa ist ebenfalls zentral.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürger für das neue Jahr zu gesellschaftlichem Engagement, Zusammenhalt und Leistungsbereitschaft aufgerufen. „Was jeder einzelne von uns im Kleinen erreicht, das prägt unser Land im Ganzen“, sagte Merkel laut vorab verbreitetem Redetext in ihrer Neujahrsansprache. „Der Staat kann investieren. Er kann gute Bedingungen schaffen.“ Die Politik könne aber nur wenig bewirken ohne den Einsatz der Bürger gleich welcher Herkunft. Die Kanzlerin hob als wichtige Ziele hervor, „dass wir unsere Finanzen der nächsten Generation geordnet übergeben“. Sie nannte zudem die Energiewende, gute Arbeit und ein gutes Miteinander.

Merkel erinnerte an die Bedeutung der europäischen Einigung. Sie wies auf die Europawahl am 25. Mai 2014 hin, die 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs, 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs und 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer stattfinde. „Europa wurde aus einem Traum Weniger durch die Anstrengung Vieler ein Ort des Friedens für Millionen.“ Sie betonte, dass Fortschritte Deutschlands „stets davon abhängig sind, dass wir auch in Europa vorankommen“. Die Schuldenkrise müsse dauerhaft überwunden werden.

Leistungsbereitschaft, Engagement, Zusammenhalt

Merkel würdigte den Einsatz von Bürgern, die eine Initiative oder ein Unternehmen gründeten. Die „Welle der Hilfsbereitschaft“ nach der Hochwasserkatastrophe an mehreren deutschen Flüssen im vergangenen Sommer habe besonders deutlich gezeigt, „was in unserem Land steckt“. Andere Bürger zeigten Zivilcourage. „Jede Lebensgeschichte steht für sich - und trägt zugleich ihren Teil zu dem bei, was unser Land im Kern ausmacht: Leistungsbereitschaft, Engagement, Zusammenhalt.“

Höhere Steuern? Politiker-Zitate VOR und NACH der Wahl

Höhere Steuern? Politiker-Zitate VOR und NACH der Wahl

Das Für und Wider von Steuererhöhungen war ein heißes Wahlkampfthema: CDU/CSU und FDP waren strikt dagegen; SPD, Grüne und Linke dafür - zumindest wenn es um eine Abgabe Besserverdienender geht. Auch bei Koalitionsverhandlungen dürfte das Thema ein zentraler Streitpunkt sein. Zitate aus der Zeit vor der Wahl - und kurz danach: © picture alliance / dpa
„Wenn wir Steuererhöhungen machen, wenn wir die Einkommensteuer erhöhen, wenn wir die Vermögensteuer einführen und andere steuerliche Belastungen einführen, dann besteht die Gefahr, dass wir nicht mehr Steuereinnahmen haben, sondern weniger, und dass wir nicht mehr Arbeitsplätze haben, sondern weniger. Und diesen Weg wird die Union nicht gehen.“ (Bundeskanzlerin Angela Merkel am 21. September beim bundesweiten CDU-Wahlkampfabschluss in Berlin) © dpa
„Wir wollen nicht die Steuern für alle erhöhen.“ (SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im TV-Duell am 1. September) © dpa
„In den oberen Etagen sind die Vermögen und Einkommen im letzten Jahrzehnt deutlich gewachsen - wir haben es hier mit einer erheblichen Drift zu tun, es hat eine stramme Umverteilung gegeben. Und zwar von unten nach oben. Unternehmen werden wir übrigens nicht stärker besteuern als bisher.“ (SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück am 18. Mai im Interview der Deutschen Presse-Agentur) © picture alliance / dpa
„Sie wollen in Deutschland die Steuern erhöhen, um die Schulden der anderen in Europa zu bezahlen. Das werden wir niemals zulassen.“ (FDP-Chef Philipp Rösler am 12. September in Mainz bei einem Wahlkonvent zu Steuerplänen von SPD, Grünen und Linken) © picture alliance / dpa
"Wenn man tatsächlich in Bildung und Infrastruktur, also Kitas, Schwimmbäder oder Straßen investieren und die Schulden abbauen will, dann muss man auch sagen, dass Einsparungen und Streichungen unsinniger Subventionen nicht reichen.“ (Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt zu den Steuerplänen ihrer Partei am 11. Mai in der „Saarbrücker Zeitung“) © dpa
„Es gibt nur eine Konstellation in Deutschland, bei der Steuererhöhungen vermieden werden können, das ist die Koalition mit der FDP. (...) Sollte die Union eine Koalition mit der SPD eingehen, dann ist auch sie kräftig mit dabei. Wenn die Schwarzen mit den Grünen zusammengehen, gibt es natürlich auch eine Steuererhöhung. Und wenn es am Schlimmsten kommt, Rot-Rot-Grün, dann kriegen sie von allen Dreien die Steuererhöhung.“ (FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle am 10. August im Interview der Deutschen Presse-Agentur) © picture alliance / dpa
„Wir sollten jetzt schauen, wie die Gespräche laufen. (...) Ich persönlich bin der Meinung, dass der Staat keine zusätzlichen Einnahmequellen benötigt.“ (Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am 25. September in der Wochenzeitung „Die Zeit“ auf die Frage, ob er Steuererhöhungen ausschließe) © picture alliance / dpa
„Steuererhöhungen sind falsch. Sie belasten Bürger und Wirtschaft!“ (Bayerns CSU-Finanzminister Markus Söder am 26. September bei Twitter) © dpa
„Ich fürchte, Union und SPD bereiten die Neuauflage der Mehrwertsteuerlüge vor. (...) Eine große Koalition wäre für die Geldbeutel der kleinen Leute wirklich der Worst Case.“ (Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, am 25. September in der „Handelsblatt“-Online-Ausgabe) © dpa
„Es gilt uneingeschränkt unser Wahlprogramm: Steuererhöhungen lehnen wir ab. Das Wahlergebnis gibt uns ein starkes Mandat, hierfür zu kämpfen.“ (CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe am 26. September bei Twitter) © dpa

Mit Blick auf die Ziele der neuen schwarz-roten Bundesregierung sagte Merkel: „Wir wollen die Familien unterstützen - sie sind das Herzstück unserer Gesellschaft.“ Kinder und Jugendliche sollten „die bestmögliche Bildung und damit die bestmögliche Chance auf ein gutes Leben erhalten können“. Ein gutes Miteinander sei gerade deswegen wichtig, weil die Gesellschaft älter und vielfältiger werde. „Jeder einzelne Beitrag mag zunächst klein erscheinen - angesichts der Größe der Aufgaben. Doch alle Beiträge zusammen machen die Stärke unseres Landes aus“, sagte die Kanzlerin.

Ihre Ansprache wird am Silvesterabend um 19.15 Uhr vom ZDF und um 20.10 Uhr von der ARD ausgestrahlt.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Vettel ohne Chance bei nächstem Hamilton-Sieg

Vettel ohne Chance bei nächstem Hamilton-Sieg

Meistgelesene Artikel

Corona-Regeln: Ausgangssperre – das bringt sie Hamburg bisher an Kohle

Corona-Regeln: Ausgangssperre – das bringt sie Hamburg bisher an Kohle

Corona-Regeln: Ausgangssperre – das bringt sie Hamburg bisher an Kohle
Grünen wollen das Wort „Deutschland“ aus ihrem Wahlprogramm streichen und ernten Spott

Grünen wollen das Wort „Deutschland“ aus ihrem Wahlprogramm streichen und ernten Spott

Grünen wollen das Wort „Deutschland“ aus ihrem Wahlprogramm streichen und ernten Spott
Rätsel um eigene Corona-Zahlen: Hamburg traut dem Inzidenz-Wert des RKI nicht

Rätsel um eigene Corona-Zahlen: Hamburg traut dem Inzidenz-Wert des RKI nicht

Rätsel um eigene Corona-Zahlen: Hamburg traut dem Inzidenz-Wert des RKI nicht
Corona-Regeln: In Hamburg gilt jetzt Maskenpflicht im Auto

Corona-Regeln: In Hamburg gilt jetzt Maskenpflicht im Auto

Corona-Regeln: In Hamburg gilt jetzt Maskenpflicht im Auto

Kommentare