“Immer lächerlicher“

Angela Merkel kritisiert Greta Thunberg - doch das geht ordentlich nach hinten los

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Bundeskanzlerin Merkel hat Greta Thunberg am Rande des UN-Klimagipfels getroffen.

Angela Merkel spricht über Greta Thunbergs Auftritt beim Klimagipfel in New York. Sie findet Positives, übt aber auch Kritik. Dafür kriegt sie einen Shitstorm ab.

Update vom 26. September 2019: Angela Merkel hatte Greta Thunbergs Rede bei der UN-Klimakonferenz kritisiert. Sie sei zwar von der Rede bewegt gewesen, aber ihr fehlten konkrete Vorschläge der Klimaaktivistin. Für sie sei nicht deutlich genug darauf hingewiesen worden, „in welcher Weise Technologie, Innovation gerade im Energiebereich, aber auch im Energieeinsparbereich uns Möglichkeiten eröffnen, die Ziele zu erreichen“.

Für diese Aussage erhielt die Bundeskanzlerin auf Twitter deutliche Kritik. Ein User schreibt: „Merkel wirft Greta Thunberg vor, keine Innovationen für die Erreichung der Klimaziele benannt zu haben? Wie bitte? Die Führer der freien Welt erwarten schlüsselfertige Lösungen von 16-jährigen? Was machen Regierungschefs eigentlich beruflich?“

Auch andere regten sich über Merkel auf: „Es wird immer lächerlicher, Merkel wirft Greta Thunberg vor, diese hätte in ihrer Rede nicht konkret genug gesagt, mit welchen Technologien und Innovationen die Klimaziele erreichbar sind, einer 16-jährigen! Nicht ein Kind, Regierungen müssen das tun!“

Vor Kurzem sorgte Angela Merkel außerdem mit einem amüsanten Missverständnis für Gelächter statt Beschimpfungen. 

Ähnlich sieht das auch eine weitere Userin, die schreibt: „Das ist auch nicht Greta Thunbergs Job, Lösungen zu finden und um-/durchzusetzen. Das wäre der Job und die Verantwortung von Angela Merkel und Co. als Regierungen und dazu Bemächtigte. Eigene Verantwortung als Bundeskanzlerin auf eine 16-jährige Schülerin abwälzen, großes Kino.“

Angela Merkel war jedoch nicht die Einzige, die Greta für ihre Rede kritisierte, auch der Bürgermeister von Tübingen, Boris Palmer (Die Grünen), stimmten nicht in allen Punkten mit der Klimaaktivistin überein, genau wie Friedrich Merz (CDU). 

Niko Kovac hat sich zu Greta Thunberg geäußert. In der Debatte ist unterdessen auch die Frage, ob sich die Fridays-For-Future-Bewegung radikalisieren könnte.

Merkel reagiert auf Gretas emotionale Rede: „Widerspruch zu dem, was ...“

Update vom 24. September, 20.52 Uhr: Am Dienstag hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel über den Auftritt Greta Thunbergs vor den Vereinten Nationen geäußert. Sie bescheinigte der Klimaaktivistin einen bewegenden Auftritt, hielt ihr aber zugleich vor, wichtige Entwicklungen nicht ausreichend gewürdigt zu haben. So erklärte sie, dass nicht deutlich genug darauf hingewiesen worden sei, „in welcher Weise Technologie, Innovation gerade im Energiebereich, aber auch im Energieeinsparbereich uns Möglichkeiten eröffnen, die Ziele zu erreichen“.

Die Bundesregierung wolle solche Möglichkeiten nutzen. Sie selbst messe Innovation und Technologie eine sehr große Bedeutung bei, sagte die Kanzlerin. „Und das ist ein Widerspruch zu dem, was ich da gestern gehört habe.“

Auf die Frage, ob sie sich die Vorwürfe Thunbergs zu Herzen genommen habe, sagte Merkel: „Jeder aufmerksame Mensch hört zu und fühlt sich damit auch angesprochen. Das ist selbstverständlich.“ Dennoch habe sie „mit Überzeugung auch unser Vorgehen deutlich gemacht“ - sowohl, was die internationale Verantwortung angehe als auch, was das nationale deutsche Klimaprogramm betreffe. „Wir werden sehr sorgsam überprüfen, ob wir unsere Ziele erreichen können.“ Wenn man sie nicht erreiche, müsse nachgeschärft werden. „Aber mit der Erreichung dieser Ziele leisten wir einen Beitrag zur Umsetzung des Pariser Abkommens.“

In einem der seltenen Interviews hat Greta Thunberg nun von dem Treffen mit der Bundeskanzlerin aus ihrer Sicht erzählt. Die Klimaaktivistin gibt in den Interviews tiefe, persönliche Einblicke. 

Die Schwedin Thunberg hatte den Staats- und Regierungschefs bei der Eröffnung des UN-Klimagipfels am Montag schwere Vorwürfe gemacht. „Wie konntet Ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit Euren leeren Worten?“, sagte sie. Die wissenschaftlichen Vorhersagen zum Klimawandel seien seit Jahrzehnten mehr als deutlich. „Wie könnt Ihr es wagen zu glauben, dass man das lösen kann, indem man so weiter macht wie vorher - und mit ein paar technischen Lösungsansätzen?“ Indes empörte VW die schwedische "Fridays for Future"-Aktivistin Greta Thunberg mit einem Foto, wie nordbuzz.de* berichtet.

Greta fand bei ihrer Rede deutliche Worte - zu Recht? Machen Sie mit und stimmen Sie ab!

Greta wirft Trump Wutblick zu - US-Präsident verspottet sie später

Update vom 24. September 2019, 12.49 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die sehr emotionale Rede der jungen Klimaaktivistin Greta Thunberg vor den Vereinten Nationen in New York auf überraschende Weise kommentiert. „Sie wirkt wie ein sehr glückliches junges Mädchen, das sich auf eine strahlende und wunderbare Zukunft freut. So schön zu sehen!“, schrieb Trump in der Nacht zum Dienstag auf Twitter.

Dazu verlinkte er einen Video-Ausschnitt der Rede Thunbergs. Darin wirft die Schülerin sichtlich verärgert den Politikern vor, mit ihrer Trägheit in der Klimakrise die junge Generation verraten zu haben.

Mit brüchiger Stimme und Tränen in den Augen hatte die 16-Jährige die Dutzenden Staats- und Regierungschefs in der voll besetzten Halle der UN-Vollversammlung zu mehr Engagement beim Klimaschutz aufgerufen. „Wie konntet ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit euren leeren Worten?“, rief die junge Schwedin den Mächtigen dieser Welt entgegen.

Trump ist ein bekennender Klimawandel-Skeptiker. Zu Thunbergs Rede kam er nicht. Ein offizielles Treffen der beiden hatte es beim Klimagipfel nicht gegeben. Aber eine kurze und ungeplante Szene hinter den Kulissen des Gipfels hatte im Internet für Wirbel gesorgt. In einem Video war zu sehen, wie Trump mit seiner Delegation durch einen Gang des UN-Hauptquartiers lief. Thunberg stand wenige Meter entfernt. Der Präsident nahm keine Notiz von der Schülerin, während sie ihm mit ernster Miene hinterher schaute.

Der Schrei nach weniger Plastik wird immer größer. Auch die großen Konzerne wollen etwas beitragen, wie beispielsweise McDonald‘s nun auf der Instagram-Seite bekannt gab. Geht das aufs Konto von Thunberg?

Video: Greta wirft Trump Wutblick zu - Merkel posiert mit ihr

Erstmeldung vom 24. September 2019: New York - Dass der UN-Klimagipfel für Aufsehen sorgen würden, war bereits im Vorfeld klar. Wenn Angela Merkel und Greta Thunberg vor Ort sind, interessiert das die Massen - nicht nur in Deutschland. Die Klima-Debatte ist nicht erst seit dem schwammigen Beschluss der GroKo vom vergangenen Freitag ein großes Thema. US-Präsident Donald Trump hatte seinen Besuch im Voraus abgesagt, insofern waren alle Augen auf die junge Klima-Aktivistin und die Bundeskanzlerin gerichtet.

Nach der sehr emotionalen Rede von Greta („Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens“) zum Auftakt der UN-Klimakonferenz am Montagnachmittag, ging Merkel in ihrer dreiminütigen Rede anschließend direkt auf die 16-jährige Schwedin ein („Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört!“). 

UN-Klimagipfel: Bundeskanzlerin Merkel postet Foto mit Greta Thunberg

Kurz darauf postete die Kanzlerin ein gemeinsames Bild mit Greta auf Instagram. Die Kommentare waren aber alles andere als nett. 

„Gleich sagen, dass die Deutschland nicht mehr besuchen soll“, schrieb ein User. Ein anderer sah „zwei Vollpfosten auf einem Bild“. Doch manche kritisierten das Bild auch auf konstruktive Art: „Ich finde es zugegeben etwas lächerlich, Gretas Forderungen so sehr zu unterstützen, aber ne Stunde nach diesem Post ein Video zu veröffentlichen, in dem es heißt, dass bis 2038 noch Kohlestrom produziert wird.“

Kurios wurde es dann in New York, als auf einmal Donald Trump doch auf der Klimakonferenz erschien. Ursprünglich nahm der US-Präsident an einem von ihm geplanten Treffen zur Religionsfreiheit teil. Da dieses aber ebenfalls in New York stattfand, stattete Trump dem Plenum als Zuhörer einen kurzen Besuch ab. Derweil wird der Hass auf Greta Thunberg immer schlimmer, wie extratipp.com* berichtet

UN-Klimagipfel: Greta Thunberg wirft Donald Trump böse Blicke zu - Merkel

Dabei entstand auch ein Video, dass kurz nach seiner Veröffentlichung viral ging. Es zeigt, wie Trump mit seiner Delegation hinter den Kulissen des Klimagipfels durch einen Gang des Hauptquartiers der Vereinten Nationen in New York läuft. 

Thunberg steht wenige Meter entfernt im selben Gang. Trump nimmt keine Notiz von der 16 Jahre alten Schwedin, während sie ihm mit ernster Miene hinterherschaut. 

„Wenn Blicke töten könnten“, kommentiert eine Userin dieses Video, dass in den sozialen Netzwerken hohe Wellen schlug.

Es war allerdings nicht der einzige Trump-Aufreger bei der UN-Klimakonferenz. Der ehemalige New Yorker Bürgermeister und heutige Klima-Aktivist Michael Bloomberg verpasste dem US-Präsidenten bei seiner Rede einen kleinen Seitenhieb: „Danke, dass Sie hier sind, Präsident Trump. Hoffentlich werden unsere Diskussionen hier hilfreich sein, wenn Sie Ihre Klimapolitik formulieren.“

Erst der UN-Klimagipfel am Montag, dann die sechstägige Generaldebatte der UN-Vollversammlung ab Dienstag, dazu hochrangige Treffen vor und hinter den Kulissen: Dutzende Staats- und Regierungschefs haben sich in New York zu Highlights des diplomatischen Kalenders versammelt. Es werden vermutlich nicht die letzten Aufreger gewesen sein.

fs/dpa

Immer wieder wird von einem Bruch zwischen Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer gemunkelt. Der getrennte Flug in die USA gibt erneut Diskussionsstoff.

Greta Thunberg wird mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Den Preis vergibt die in Stockholm ansässige Right-Livelihood-Stiftung. In der ARD-Sendung „Nuhr im Ersten“ veralberte Kabarettist Dieter Nuhr die Bewegung von Klimaaktivistin Greta Thunberg. Daraufhin entbrannte im Internet eine emotional geführte Diskussion. Greta Thunbergs Lehrerinplauderte indes etwas aus dem Nähkästchen.

Greta Thunberg setzt sich auf der ganzen Welt für Klimaschutz ein. Dass die 16-Jährige das nicht alleine kann, liegt auf der Hand. Ein Deutscher ist einer von Gretas engsten Beratern. Und ein anderer Deutscher zeigt sich von der jungen Klimaaktivistin schwer beeindruckt: Profisegler Boris Herrmann begleitete die Schwedin auf der Segeljacht „Malizia“ zum UN-Klimagipfel nach New York. Womit ihn Greta Thunberg auf dem gemeinsamen Segeltörn überraschte, berichtet nordbuzz.de*. Die Rückreise aus den USA droht allerdings zum Problem zu werden.

Was treibt die deutsche Jugend an, wovor hat sie Angst? Eine große Studie wollte herausfinden, wie die „Generation Greta“ tickt - und kam zu erstaunlichen Ergebnissen.

Lesen Sie auch den Merkur.de*-Kommentar: Luisa Neubauer führt die deutsche "Greta-Bewegung" auf einen gefährlichen Pfad

*Merkur.de, nordbuzz.de und extratipp.com sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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