Ringen um Neuaufstellung

Nach Merkel-Abschied: Hat die CDU ein Frauenproblem?

Die Bundestagswahl ging krachend verloren. Nun will sich die CDU neu aufstellen. Doch jetzt fällt auf: Es fehlen Frauen in der Post-Merkel-Ära. Der Verdruss wächst.

Berlin – Nach der gescheiterten Bundestagswahl 2021 tobt in der CDU ein Machtkampf. Vor allem die Frauen fürchten jetzt um einen schwindenden Einfluss in der Partei. Bei der geplanten Neuaufstellung drohten die Politikerinnen übergangen zu werden, beklagte jetzt die bisherige Vizechefin der Bundestagsfraktion, Nadine Schön, im Gespräch mit der Rheinischen Post. „Wir haben seit Jahren zu wenig Frauen in Parlament und Partei. Wir müssen mehr werden“, sagte sie.

Partei:Christlich-Demokratische Partei Deutschlands (CDU)
Gegründet:26. Juni 1945, Berlin
Mitglieder:zirka 443.000
Parteivorsitzender:Armin Laschet

Mit dem historisch schlechtesten Ergebnis war Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) bei der Bundestagswahl 2021 krachend gescheitert. Nun will die Partei Konsequenzen ziehen und sich neu aufstellen. So soll möglicherweise nicht nur ein Nachfolger für Laschet als Parteichef gefunden, sondern gleich auf einem Parteitag der gesamte Bundesvorstand neu gewählt werden. Das teilte Generalsekretär Paul Ziemiak bereits am Montag, 11. Oktober 2021, nach einer Gremiensitzung mit.

CDU nach der Wahl: Bei der Neuaufstellung spielen Frauen kaum eine Rolle

Das Problem ist aber: Mit dem früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz, dem Außenpolitiker Norbert Röttgen, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn oder Vize-Fraktionschef Carsten Linnemann stehen ausschließlich Männer für Laschets Nachfolge in den Startlöchern. Und das in einer Partei, die viele Jahre von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angeführt worden war. Und das, so ließ Schön jetzt wissen, habe der CDU schließlich „gutgetan“.

Gähnende Leere nach ihrem Abschied: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zieht sich zurück und die CDU bekommt ein Frauenproblem.

Doch damit ist jetzt Schluss. Bereits 2018 trat Merkel in der Parteiführung in den Hintergrund, jetzt erfolgt der komplette Abschied von der Macht. Nach 16 Jahren an der Regierungsspitze zieht sich Merkel zwar nicht nach Hamburg, so doch aber ins Privatleben* zurück. Und damit legt sie ein Problem offen: Hinter ihr gibt es kaum noch Frauen, die eine Führungsverantwortung übernehmen könnten.

CDU: In der Vergangenheit gab es einflussreiche Politikerinnen und Ministerinnen – ihre Karrieren neigen sich dem Ende zu

Angela Merkel, Annette Schavan, Ursula von der Leyen oder Annegret Kramp-Karrenbauer – in den vergangenen Jahren gab es viele einflussreiche Politikerinnen und Ministerinnen in der CDU. Doch ihre Karrieren neigen sich nach und nach dem Ende zu, wenn auch aus unterschiedlichsten Gründen. Jede Generation habe ihren Kanzler oder ihre Kanzlerin, hat von der Leyen einmal gesagt. Zwar amtiert sie noch als Kommissionspräsidentin. Doch bereits damals wusste sie: Für eine Merkel-Nachfolge kommt sie nicht mehr infrage.

Zuletzt ist es auch Merkel selber angelastet worden, dass sie sich als Kanzlerin nicht intensiv genug um die Frauenförderung gekümmert hat – auch in den eigenen Reihen. Dass sie die Dinge in dieser Hinsicht nicht immer richtig beurteilt habe, gab Merkel in ihrer letzten Sommerpressekonferenz sogar selber zu. Zwar war es ihr Coup, Kramp-Karrenbauer zu ihrer Nachfolgerin als Parteivorsitzende zu machen. Doch dass es am Ende nicht reichte und sie wieder Laschet Platz machen musste, war nicht alleine Merkels Schuld.

Merkel vernachlässigte Frauenförderung – jetzt drängt sich als Nachfolger für Armin Laschet keine Frau auf

Doch nun sind die Gesichter lang. Die weibliche Generation nach Merkel ist allenfalls als überschaubar zu bezeichnen. Ein Schicksal, das die Frauen mit allen Jüngeren in der Union teilen. Julia Klöckner, 48, Landwirtschaftsministerin, galt jahrelang als ambitioniert, agierte im Kabinett aber eher glücklos – und verlor bei der Wahl ihr Direktmandat. Zwar schaffte sie über die Landesliste den Wiedereinzug ins Parlament. Aber ein Erfolgsfaktor ist das nicht. Und auch Vize-Fraktionschefin Schön behielt nur als Nachrückerin ihr Bundestagsmandat.

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Die Frauen-Union ist sich des Problems bewusst. Und verspricht zugleich, es anzugehen. Man werde eine Verbands- und Mandatsträgerinnenkonferenz einberufen, teilte die Vorsitzende des parteiinternen Netzwerkes, Annette Widmann-Mauz, dem RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) mit. Denn eines sei klar: „Die Neuaufstellung der CDU Deutschlands kann inhaltlich, personell und strukturell nur mit den Frauen in der Partei gelingen.“ * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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