1. Startseite
  2. Politik

„Verordnetes Frieren ist unsinnig“: Geywitz lehnt Habecks Energiespartipps ab

Erstellt:

Von: Anika Zuschke

Kommentare

Klara Geywitz (SPD, l), Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, und Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, kommen zu einer Pressekonferenz zusammen.
In der Ampelregierung droht Zoff in der Debatte ums Energiesparen – Habeck und Geywitz pflegen unterschiedliche Ansichten. (Symbolbild) © Britta Pedersen/dpa

Deutschland muss laut Habeck Energie sparen – „zur Not auch gesetzlich“. Klara Geywitz (SPD) ist jedoch anderer Meinung. In der Ampelregierung droht Zoff.

Berlin – In der Ampelregierung droht Zoff ums Energiesparen: Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hat sich in der Debatte um mögliche Gasengpässe in Deutschland deutlich gegen eine niedrigere Mindesttemperatur für Wohnungen ausgesprochen – und damit ihrem Kabinettskollegen eine Abfuhr erteilt. Denn Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck schließt gesetzliche Maßnahmen zu Energie-Einsparungen nicht aus, um die reduzierten Gaslieferungen aus Russland aufzufangen.

Debatte ums Energiesparen: Laut Habeck müssen Maßnahmen „zur Not gesetzlich“ vorgenommen werden

Habeck hat die Deutschen wegen der erneuten Drosselung von Gasliefermengen durch den russischen Gazprom-Konzern in einem Video zum Energiesparen aufgerufen. Auf diesen Zug sprang auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, schnell auf. Um möglichst viel Energie zu sparen, machte er den Vorschlag, die Heiz-Vorgaben für Vermieter zeitweise abzusenken. Demnach sollten sie die Heizungsanlage während der Heizperiode nicht mehr auf mindestens 20 bis 22 Grad hochstellen müssen.

Grünen-Politiker Habeck äußerte sich diesbezüglich in den ARD-Tagesthemen, dass sie sich mit dem Vorschlag noch nicht intensiv auseinandergesetzt hätten, aber: „Wir werden uns alle Gesetze, die dort einen Beitrag leisten, anschauen.“ Außerdem lenkte er ein: „Wenn die Speichermengen nicht zunehmen, dann werden wir weitere Maßnahmen zur Einsparung, zur Not auch gesetzlich, vornehmen müssen.“

Geywitz (SPD): „Gesetzlich verordnetes Frieren halte ich für unsinnig“ – Energiesparen besser auf freiwilligem Weg

Klara Geywitz ist derweil anderer Meinung: „Gesetzlich verordnetes Frieren halte ich für unsinnig“, äußerte die Bundesbauministerin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). In der Rechtssprechung seien ihr zufolge 20 Grad Minimum festgelegt. Alles darunter könne sogar gesundheitsgefährdend sein und wäre auch gebäudetechnisch zu kurz gedacht.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus Ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

Ihrer Meinung nach machten die bereits bestehenden praktischen Informationen zum Energiesparen von Verbraucherzentralen und der Bundesregierung mehr Sinn. (Mit Material der dpa)

Auch interessant

Kommentare