Leistungen für Eltern

Elternzeit: Ministerin Anne Spiegel (Grüne) gönnt Vätern einen Extra-Urlaub

Sozialpolitischer Paukenschlag: Familienministerin Anne Spiegel will Eltern mehr Rechte einräumen. Sie sollen nach der Geburt zwei Wochen freihaben – bei vollem Gehalt.

Berlin – Mehr Freiraum für die Familie: Die Ampel-Koalition will jungen Eltern mehr Zeit für die Kinder einräumen. So soll ein Elternteil, vornehmlich die Väter, im Anschluss an die Geburt automatisch Anspruch auf zwei Wochen Sonderurlaub haben – bei vollen Bezügen. Mit diesem Vorschlag ist die neue Familienministerin Anne Spiegel (Grüne) jetzt vorgeprescht. „Wir werden das neu einführen“, sagte sie in einem Interview mit der Rheinischen Post über den möglichen Vorstoß beim Elterngeld.

Deutsche Politikerin:Anne Spiegel
Partei:Grüne
Alter:41 Jahre
Aktuelles Amt: Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Unabhängig von Elterngeld und Elternzeit: Ministerin Anne Spiegel (Grüne)

Den Angaben zufolge soll der Anspruch unabhängig zum Recht auf Elternzeit und Elterngeld bestehen*. Bislang sei es so, dass sich die Väter für die Zeit nach der Geburt „mühsam“ Urlaubstage zusammensparten. Doch relativ schnell nach der Geburt müssten sie zurück an den Arbeitsplatz kehren. Doch um die Familien zu stärken, will Ministerin Spiegel jetzt umsteuern.

Ministerin plant Vorstoß bei Elternzeit: Anne Spiegel (Grüne) will bezahlten Urlaub nach Geburt für Väter

Die Initiative ist eingebettet in einen größeren sozialpolitischen Wurf, den die Grüne in ihrem Haus vorbereiten lassen will. So soll die Kinderbetreuung in den ersten Monaten nach der Geburt durch finanzielle Anreize besser zwischen Mann und Frau aufgeteilt werden. „Wir wollen es stärker unterstützen, wenn Paare die Kinderbetreuung als gleichberechtigte Aufgabe begreifen“, so die Ministerin wörtlich weiter.

Verspricht bezahlten Urlaub für Väter: Familienministerin Anne Spiegel (Grüne).

Neben mehr Elternzeit mit zusätzlichem Urlaub soll auch höherer Anspruch auf Elterngeld kommen

Der Plan der Ministerin sieht vor, dass die Eltern zusätzlich zu dem zweiwöchigen Urlaub auch mehr Anspruch auf Elterngeld bekommen. Voraussetzung: Die Last wird zwischen den Elternteilen aufgeteilt. Derzeit können sich die Väter und Mütter in Deutschland im Rahmen der Elternzeit von ihrer Arbeit freistellen lassen. In den ersten zwölf Monaten winkt dabei ein Elterngeld, wonach 65 bis 67 Prozent des Gehalts bis zu einer Obergrenze von 1800 Euro weitergezahlt werden. Teilen sich die Eltern die Monate zur Hälfte auf, kann der Anspruch auf 14 Monate erweitert werden. Künftig könnten in dieser Konstellation weitere bezahlte Monate herausspringen.

Bei vielen werdenden Müttern und Vätern dürfte Spiegel offene Türen einrennen. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Männer, die in Elternzeit gegangen sind, kontinuierlich angestiegen. Nach Angaben des Bundesamts für Statistik haben im vergangenen Jahr 2020 hierzulande rund 462.300 Väter Elterngeld bezogen. Damit war jeder vierte Elterngeldbeziehende männlich (25 Prozent). Im Jahr 2015 waren es erst 21 Prozent.

Ampel-Koalition: Reform beim Elterngeld konkurriert mit dem Bürgergeld

Die nun vorgelegte Initiative soll den Anteil weiter steigern. Inwieweit sich Neu-Ministerin Spiegel im Kabinett mit ihrem Vorhaben aber durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Die Grüne war überraschend von der Öko-Partei für den Posten auserkoren worden. Vor ihrem Wechsel in die Bundespolitik war die 41-Jährige vor allem als Landesministerin in Rheinland-Pfalz tätig. In der Ampel-Koalition von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist sie aber nicht die einzige Ressortleiterin, die sozialpolitische Wohltaten verteilen will.

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Auch im Hause von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gibt es tiefgreifende Pläne. So soll der Mindestlohn erhöht, Hartz-IV abgeschafft und durch ein neues Bürgergeld ersetzt werden sowie die Rente aufgebessert werden. Am Ende jedoch muss alles durchfinanziert sein. Insofern hat Spiegel noch ein hartes Stück Arbeit vor sich. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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