1. Startseite
  2. Politik

Ukraine-Konflikt: Deutsche Kriegsgewinner – wer verdient am Krieg?

Erstellt:

Von: Alexander Eser-Ruperti

Kommentare

Im Ukraine-Krieg ist der Verlierer bereits klar: die ukrainische Bevölkerung. Kriegsgewinner sitzen auch in Deutschland: Die Aktie von Rheinmetall legte deutlich zu.

Update vom 28. Februar 2022 um 14:00 Uhr: Der Bundestag hat am vergangenen Sonntag 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr angekündigt. Die Aussicht auf milliardenschwere Bestellungen hat den Aktien von Rüstungsunternehmen in Deutschland am Montag beflügelt. Rheinmetall legte um rund ein Viertel zu und steht aktuell auf 133,50 Euro pro Aktie. Für die Aktien des Rüstungselektronik-Herstellers Hensoldt ging es um fast die Hälfte auf 21,75 Euro hoch. Wie Analysten vom Investmenthaus Stifel  errechneten, könnte Deutschland künftig mit bis zu 33,5 Milliarden Euro pro Jahr etwa viermal so viel in die Ausrüstung der Bundeswehr stecken als bisher.

Erstmeldungen vom 25. Februar 2022 um 12:04 Uhr: Düsseldorf – Während ein Krieg für die Betroffenen die Hölle auf Erden ist, ist er für einige etwas ganz anderes: ein höchst einträgliches Geschäft, die derzeitigen Ereignisse im Ukraine-Konflikt sind dabei keine Ausnahme. Die Profiteure im Ukraine-Konflikt sitzen überall in der Welt. Auch in Düsseldorf und Taufkirchen beobachtet man im Zuge der Eskalation in der Ukraine steigende Kurse.

Ukraine-Konflikt: Wer verdient am Krieg? Profiteure sitzen auch in Deutschland – Rheinmetall stellt Panzer her

Krieg ist ein schmutziges Geschäft – doch es ist eines, und zwar ein sehr ertragreiches. Jeder militärische Konflikt, jede kriegerische Auseinandersetzung hat Profiteure: machtpolitisch, geostrategisch und monetär. Zu den größten „Kriegsgewinnern“ zählen Rüstungskonzerne. Auch der Ukraine-Konflikt bringt ihnen Auftrieb. Profitieren tut unter anderem der deutsche Rüstungshersteller Rheinmetall, der beispielsweise Panzer und Flugabwehrsysteme baut.

Ein Schützenpanzer vom Typ Puma wird auf dem Erprobungsgelände des Unternehmens Rheinmetall in der Lüneburger Heide vorgestellt. Ukraine-Konflikt: Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall profitieren auch vom Krieg in der Ukraine. (Symbolbild)
Ukraine-Konflikt: Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall profitieren auch vom Krieg in der Ukraine. (Symbolbild) © Holger Hollemann/dpa

Rheinmetall verzeichnet wegen Ukraine-Krieg Kursgewinn

Obwohl die Invasion des russischen Militärs in der Ukraine die Aktienmärkte schwer belastetste, ließen sich in den vergangenen Tagen deutliche Ausnahmen beobachten: Während der MDAX stark fiel, konnten Rüstungskonzerne klare Zugewinne verzeichnen. Rheinmetall etwa meldete gestern einen Kursgewinn von 3,53 Prozent. Zwischenzeitlich lag der Kurs bei einem Höchstwert der vergangenen zwei Jahre. Auch heute baute die Rüstungssparte von Rheinmetall ihren Zuwachs weiter aus, das berichtet unter anderem finanzen.net. Im letzten Jahr hatten auch Unternehmen in Niedersachsen Milliarden für Rüstungsgüter erhalten.

Profit mit Krieg: Der deutsche Rüstungskonzern Hensoldt profitiert besonders stark vom Ukraine-Konflikt

Noch stärkere Zugewinne als Rheinmetall konnte indes die in Taufkirchen bei München ansässige Hensoldt-Unternehmensgruppe verzeichnen. Das Unternehmen ging ursprünglich aus der Elektroniksparte der Rüstungsabteilung von Airbus hervor. Bei Hensoldt profitiert man dieser Tage besonders deutlich vom Krieg.

Im Zuge des Ukraine-Konflikts hatte Hensoldt erst einen Kursgewinn von 7,5 Prozent vermeldet, bevor der Kurs um noch einmal 9,64 Prozent anstieg. Auch heute stieg die Aktie erneut um 6,5. Prozent. Hensoldt ist vor allem mit der Herstellung von optischen Geräten oder Radaren für den militärischen Bereich befasst. Verschiedene deutsche Unternehmen widmen sich der Rüstungsproduktion: Zuletzt hatte eine norddeutsche Firma mit offensichtlich illegalen Waffenlieferungen auf sich aufmerksam gemacht.

Krieg in der Ukraine: Friedensforscher warnt vor Aufrüstungsspirale im Ukraine-Konflikt – Robert Habeck (Grüne) fordert hingegen Investitionen

Im Ukraine-Konflikt warnt der Chef des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri, Dan Smith, vor einer Aufrüstungsspirale. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Smith: „Die Nato gibt schon heute sehr, sehr viel mehr Geld für Waffen und Ausrüstung aus als Russland. Dennoch sind wir in die gefährliche Lage gekommen, in der wir uns heute befinden.“ Er forderte eine bessere Organisierung, anstatt „einfach nur wieder mehr Geld in Rüstung zu stecken“. Der Friedensforscher erklärte, er sorge sich vor einem Teufelskreis respektive einer „Entwicklung, die dazu führt, dass zwei Parteien sich gegenseitig zum Aufrüsten ermuntern.“ Smith betonte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung, Diplomatie sei nach wie vor die beste Verteidigung.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sieht das offensichtlich nicht ganz so eindeutig. Der Bundeswirtschaftsminister erklärte bei Markus Lanz im ZDF am gestrigen Donnerstag, den 24.02.2022, es müsse mehr in die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr investiert werden. Waffenlieferungen in die Ukraine schloss Habeck hingegen weiterhin aus. Während sich der deutsche Aktienmarkt heute wieder vom Kriegsschreck erholte, war das für die großen Rüstungskonzerne nicht nötig. Der Krieg bedeutet für sie Profit – das lässt sich an der Börse dieser Tage gut verfolgen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare