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Energiepauschale doch für alle? Wer das Geld neben Arbeitnehmern noch bekommt

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Von: Felix Busjaeger

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Zu sehen sind viele Geldscheine, die im Vordergrund liegen. Dahinter liegen ein Laptop und ein Smartphone.
Die Energiepreispauschale aus dem Entlastungspaket 2022 kommt. Unter Umständen können auch Rentner und Hartz-IV-Empfänger profitieren. (Symbolbild) © K. Schmitt/Imago

Das Entlastungspaket 2022 bringt auch die Energiepauschale von 300 Euro. Eigentlich ist sie nur für Arbeitnehmer vorgesehen, doch auch andere profitieren.

Berlin – Die Energiepreispauschale von 300 Euro soll steuerpflichtigen Erwerbstätigen im September angesichts der stark steigenden Preise Unterstützung bringen – aber nicht alle profitieren von der Einmalzahlung der Regierung. Doch stimmt das? Bereits vor Monaten hatte die Ampel-Koalition ein milliardenschweres Entlastungspaket 2022 angekündigt, um auf die teuren Energiepreise zu reagieren. Die Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro sorgte seither für große Diskussionen. Wer die Hilfe bekommt.

Energiepauschale von 300 Euro aus dem Entlastungspaket 2022: Wer bekommt das Geld?

300 Euro Energiepauschale im September: Sehnlichst erwarten viele Arbeitnehmer die Auszahlung der Energiepauschale von 300 Euro aus dem Entlastungspaket 2022. Wer die Energiepauschale bekommt, ist seit Monaten umstritten. Denn eigentlich sind Rentner, Studenten oder Grundsicherungsempfänger von der Hilfe ausgeschlossen. Für diese Bevölkerungsgruppen sind andere Unterstützungen vorgesehen. Dass Rentner die Energiegeldpauschale nicht bekommen, sorgte bisher für großes Unverständnis. Zuletzt hatte auch die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, Bedenken bei den Forderungen nach Ausweitung der geplanten Energiepreispauschale auf Rentner geäußert.

„Viele Rentner können durch die hohe Rentensteigerung jetzt monatlich über einen ordentlichen zusätzlichen Auszahlungsbetrag verfügen“, rechtfertigte sie die Entscheidung der Politik. Dass Rentner prinzipiell von der Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro ausgeschlossen sind, ist allerdings nicht ganz richtig: Die Ampelkoalition von Olaf Scholz (SPD) hatte sich nämlich darauf geeinigt, dass jeder einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige, der in den Steuerklassen 1-5 einsortiert ist, die Pauschale von einmalig 300 Euro brutto bekommen soll. Wann die Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro kommt, beschäftigt derzeit viele Arbeitnehmer.

Energiepauschale für Rentner: So kommen auch sie an die 300 Euro aus dem Entlastungspaket 2022

Das Geld aus der Energiepauschale wird als Zuschuss zum Gehalt vom Arbeitgeber ausgezahlt. Selbstständige erhalten die Energiepreispauschale von 300 Euro über eine Senkung der Steuer-Vorauszahlung. Wie im Steuerentlastungsgesetz 2022 geregelt ist, hat jeder aktiv Erwerbstätige in Deutschland Anspruch auf die Energiepauschale. Wie die Minijob-Zentrale schreibt, unterliegt die Pauschale aus dem Entlastungspaket 2022 der Steuerpflicht, zählt aber nicht zum sozialversicherungsrechtlichen Verdienst.

Unter gewissen Umständen könnten daher auch Rentner oder Studenten von der Energiepreispauschale profitieren: Falls sie nämlich einem Minijob nachkommen. Allerdings gibt es einige Regeln zu beachten, damit das Geld aus der Energiepauschale auch auf dem Konto landet. Derweil profitieren Hartz-IV-Empfänger von einem Bonus zu Hartz 4.

Energiepauschale für Minijobber: einige Regeln müssen bei der Ausschüttung aus dem Entlastungspaket 2022 beachtet werden

Auch Minijobber profitieren von der Energiepauschale in Höhe von 300 Euro. Bei der Auszahlung der Energiepreispauschale aus dem Entlastungspaket 2022, von der auch Rentner somit profitieren können, gelten allerdings einige Regeln: Wer zusätzlich zu seinem Hauptberuf einem 450-Euro-Minijob nachkommt, erhält die Prämie vom Arbeitgeber der Hauptbeschäftigung. Auf viele Rentner, die von der Energiepauschale und dem Entlastungspaket profitieren wollen, wird dies nicht zutreffen. Allerdings können Minijobber ohne Hauptberuf auch an die Pauschale kommen. Wann der Zuschuss zu Hartz IV aus dem Entlastungspaket 2022 kommt, steht derweil fest. Zuvor hatte es Verwirrung um Hartz-IV-Bonus gegeben.

In der Regel übernimmt dann der Arbeitgeber die Auszahlung der Energiepreispauschale. Eine Ausnahme stellen allerdings sogenannte „Kleinst“-Arbeitgeber dar, die für keinen ihrer Arbeitnehmer Lohnsteuer an das Finanzamt abführen. Wie die Minijob-Zentrale schreibt, würde in diesem Fall keine Energiepreispauschale vom Arbeitgeber gezahlt werden. Wer also Babysitter ist oder in Privathaushalten hilft, geht zunächst leer aus. Allerdings können die Beschäftigten dann die Energiepauschale in Höhe von 300 Euro im Rahmen der eigenen Einkommenssteuererklärung geltend machen.

Energiepauschale versteuern: Zahlung von 300 Euro ist steuerpflichtig

Über eine Nebentätigkeit könnten Rentner oder Studenten also doch von der Energiepauschale in Höhe von 300 Euro profitieren. Allerdings gilt zu beachten, dass die Energiepauschale versteuert werden muss. Unter dem Netto-Strich könnte also gar nicht so viel Geld von der Maßnahme aus dem Entlastungspaket 2022 übrigbleiben. Während Vollzeitbeschäftigte bereits die Steuerlast auf ihrer Lohnabrechnung sehen, gilt die Steuerpflicht bei der Energiepreispauschale für alle, deren Verdienst individuell nach den Lohnsteuermerkmalen versteuert wird. Bei Minijobbern, deren Verdienst pauschal versteuert wird, fällt hingegen keine Pauschsteuer für die Sonderzahlung an.

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Dieser Pauschalsteuersatz liegt in der Regel bei zwei Prozent. Allerdings gibt es bei den Abzügen bei der Energiepauschale auch gute Nachrichten: Es fallen keine Beträge zur Sozialversicherung an. Für kurzfristige Minijobber, die sich pauschal versteuern lassen, ist derzeit noch nicht klar, wie sie an die Energiepreispauschale kommen. Andere Maßnahmen aus dem Entlastungspaket 2022 sind unter anderem ein Kinderbonus, ein Tankrabatt sowie das 9-Euro-Ticket.

Energiepauschale 2022 für Rentner: Viele werden leer ausgehen – doch ein Trick könnte helfen

Dass Rentner in ihrem Ruhestand noch einer regelmäßigen Nebentätigkeit nachgehen und so von der Energiepauschale 2022 profitieren können, wird nicht die Regel sein. Die meisten werden also bei der Energiepreispauschale aus dem Entlastungspaket 2022 durch das Raster fallen. Mit einem Trick könnte sich das theoretisch ändern: Um als Minijobber im Jahr 2022 zu gelten, muss lediglich ein Tag gearbeitet und das als „selbstständige Arbeit“ in der Steuererklärung ausgewiesen werden.

Ob diese Methode tatsächlich Wirkung zeigt, ist jedoch umstritten. Verbraucherzentralen raten bereits davon ab, da solche „auffälligen“ Angaben mitunter von den Finanzämtern in Deutschland genau geprüft werden. Um sich die 300 Euro Energiepauschale zu sichern, empfiehlt es sich daher, besser für mindestens mehrere Monate einem Minijob nachzukommen.

Energiepauschale bei Hartz 4 und Rente: Gute Nachrichten für Sozialleistungen

Während Rentner wahrscheinlich zweimal überlegen, ob sich ein Minijob lohnt, um an die Energiepauschale von 300 Euro zu kommen, gibt es auch gute Nachrichten: Bei der Pauschale werden Sozialleistungen nicht berücksichtigt. Rentner oder Arbeitssuchende mit einem Minijob erhalten die Energiepreispauschale aus dem Entlastungspaket 2022, ohne eine zusätzliche Anrechnung an ihre Bezüge fürchten zu müssen. Empfänger von Hartz IV profitieren indes auch von einem Corona-Bonus.

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