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AKW-Betreiber lehnt Atomplan ab – Habeck zeigt sich verwundert

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Von: Bona Hyun

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Atomkraftwerk Isar 2
Der AKW Betreiber von Isar 2 hält Habecks Atomplan für ungeeignet. Der Reservebetrieb der Anlagen sei technisch nicht möglich, teilte er in einem Schreiben mit. © Armin Weigel/dpa

Der Betreiber des AKW Isar 2 lehnt Habecks Atomplan ab. Der Reservierungsbetrieb der Anlage sei „technisch nicht machbar“. Habeck weist die Zweifel zurück.

Update vom 7. September um 19:18 Uhr: Habeck äußerte sich verwundert und wies die Zweifel der Machbarkeit zurück. Der Grünen-Politiker warf dem Konzern vor, das Konzept der Notfallreserve nicht verstanden zu haben: Ein Hoch- und Herunterfahren der Anlagen sei nicht geplant. Er wolle vielmehr die einmalige Entscheidung treffen, „ob man die Kraftwerke braucht oder nicht“. Das könne im Dezember, Januar oder Februar geschehen. Zudem habe der Energiekonzern in einem früheren Brief im August darauf hingewiesen, dass ein kurzfristiger Stillstand beim längeren Streckbetrieb notwendig wäre. Nun solle in neuen Gesprächen geklärt werden, was gelte, sagte der Wirtschaftsminister laut der Deutschen Presse-Agentur.

Erstmeldung vom 07. September 2022 um 15:02 Uhr: Berlin – Wirtschaftsminister Robert Habeck erntete für seinen verkündeten Atomplan heftige Kritik. Ein Stresstest hatte ergeben, dass die beiden Atomkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim weiter am Netz bleiben sollten. Dies hatte seitens der Politik und Atomkraftwerke aber reichlich Diskussionen ausgelöst. Nun erteilte der AKW-Betreiber von Isar 2 Habeck ebenfalls eine Abfuhr. In einem Schreiben von Guido Knott, Chef von Preussen Elektra, widerspricht dieser Habecks Atomplan und warnt vor dessen Umsetzung.

AKW Betreiber kritisiert Habecks Atomplan: Anlagen können nicht in Reservebetrieb überführt werden

In dem Schreiben ans Wirtschaftsministerium, datiert auf den 6. September 2022, kritisierte Knott den Vorschlag, „zwei der drei laufenden Anlagen zum Jahreswechsel in die Kaltreserve zu schicken, um sie bei Bedarf hochzufahren“. Dies sei aus technischer Sicht nicht machbar und sei „ungeeignet, um den Versorgungsbeitrag der Anlagen abzusichern“, wie der Spiegel aus dem Schreiben zitiert.

Habeck will zwei Atomkraftwerke als Notreserve bereithalten – Preussen-Elektra-Chef warnt vor Umsetzung

Preussen-Elektro-Chef Knott verwies im Schreiben auf die Risiken des Vorhabens, zwei betriebene Atomkraftwerke in den Reservebetrieb zu überführen. Es sei nicht möglich, den Steckbetrieb „flexibel anzuheben oder zu drosseln“ – besonders, wenn die Anlage komplett heruntergefahren werde. Ein kurzfristiges „Wiederanfahren im fortgeschrittenen Streckbetrieb“ wäre erst recht nicht machbar. Dem Ministerium habe man dies bereits am 25. August kommuniziert.

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Ein solches Prozedere werde laut dem Elektro-Chef „nicht praktiziert“, wie Spiegel Knott aus dem Schreiben zitiert. Da Knotts Unternehmen diesbezüglich keine Erfahrung besitze, rät er von der Umsetzung des Vorhabens in diesem Winter ab. „Das Austesten einer noch nie praktizierten Anfahrprozedur sollte nicht mit einem kritischen Zustand der Stromversorgung zusammenfallen“, so Knott.

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