Abgeschriebenes Buch

Ärger wegen Plagiat: Laschet hat mehr kopiert als gedacht

Es werden immer mehr Passagen: Armin Laschet (CDU) hat in seinem Buch offenbar mehr abgeschrieben als gedacht. Die Plagiatsaffäre kommt äußerst ungünstig.

Berlin – Erst Annalena Baerbock, jetzt Armin Laschet: Nach der Grünen steht auch der CDU-Kanzlerkandidat verstärkt am Pranger der Plagiatsjäger. So soll der NRW-Ministerpräsident in seinem Buch „Die Aufsteigerrepublik“ mehr Textstellen abgeschrieben haben als bisher bekannt. Das berichtet der „Spiegel“ am Freitag, 06. August. Neben den bereits zugestandenen Plagiaten gibt es demnach offenbar vier weitere problematische Textstellen.

Politiker:Armin Laschet
Ämter und Funktionen:Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
Bundesvorsitzende der CDU, Kanzlerkandidat der Union
Geboren: 18. Februar 1961 (Alter 60 Jahre), Aachen
Größe: 1,72 m

Laschet steht bereits seit Tagen in der Kritik, nachdem der Plagiatsjäger und „VroniPlag“-Gründer Martin Heidingsfelder eine mutmaßlich plagiierte Stelle in dem Werk gefunden hatte. Demnach hatte der Kanzlerkandidat eine Rede des Politologen und Unionspolitikers Hans Maier aus dem Jahr 2006 nahezu wortgleich übernommen, aber im Quellenverzeichnis nicht aufgeführt. Heindingsfelder Kollege Stefan Weber bestätigte den Fund – woraufhin der Unionspolitiker Fehler einräumte und eine Untersuchung anordnete.

Plagiatsvorwürfe gegen Laschet: Vier weitere Stellen, bei denen er kopiert haben soll

Laut dem Spiegel-Bericht sind nun vier weitere Plagiate in dem Buch aufgetaucht. So soll Laschet sich auch bei Salomon Korn, dem früheren Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, und bei zwei Wikipedia-Artikeln bedient haben – ohne aber die Herkunft in der Quellenangabe kenntlich zu machen. Auch der frühere EU-Innenkommissar Franco Frattini lieferte dem Ministerpräsidenten einen Satz.

Armin Laschet (CDU) hat in seinem Buch offenbar mehr abgeschrieben als gedacht.

Laschet selber ließ den Medienbericht zunächst unkommentiert. Sein Büro verwies nur darauf, dass der Kanzlerkandidat selber eine Untersuchung eingeleitet habe. Dennoch dürfte der Ärger innerhalb des Wahlkampfteams und der Union groß sein. Denn die Ausweitung der Affäre kommt zur Unzeit. In den Umfragen ging es für Laschet zuletzt stark nach unten. Nach der Flutkatastrophe und dem Bekanntwerden der Plagiatsaffäre sackten sowohl seine persönlichen Beliebtheitswerte als auch der Zuspruch für die gesamte Partei nach unten.

Bundestagswahl 2021: Laschet kämpft mit den gleichen Problemen wie Annalena Baerbock

Laschet kämpft damit nun mit den gleichen Problemen wie seine Herausforderin Annalena Baerbock. Denn auch die Grüne musste unlängst einen Dämpfer in der Wählergunst hinnehmen, nachdem sie sich in ihrem neuesten Werk einige Schummeleien geleistet hatte. Sie bat zwar um Entschuldigung und zeigte sich zerknirscht – doch einen Stimmungsumschwung im Abwärtstrend konnte die grüne Kanzlerkandidatin damit nicht stoppen. Die Personaldebatte um Baerbock geht weiter und auch Co-Parteichef Robert Habeck wehrt sie nur halbherzig ab.

Dennoch gibt es auch viele Stimmen, die Laschet und Baerbock in Schutz nehmen. So mahnt der Münchner Juraprofessor und Plagiatsexperte Volker Rieble vor einer Überbewertung der beiden Affäre. Grundsätzlich halte er die Gefahr für gering, dass mit Politikerbüchern, egal ob von Laschet oder Baerbock, Lesertäuschung betrieben werde, sagte er dem „Spiegel“. Ohnehin sei die Erwartungen an solche Veröffentlichungen von vornherein gering und der Schaden begrenzt. „Die Aufregung um diese Politikerbücher ist völlig überflüssig“, so der Professor. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marius Becker/dpa

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