Einmalzahlung

300 Euro Energiepreispauschale: Wann die Auszahlung kommt – wer sie erhält

Arbeitnehmer können sich auf ein wenig Entlastung von den hohen Energiekosten freuen. Die Einmalzahlung der Energiepreispauschale erhalten allerdings nicht alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.
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Arbeitnehmer können sich auf ein wenig Entlastung von den hohen Energiekosten freuen. Die Einmalzahlung der Energiepreispauschale erhalten allerdings nicht alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.

Die Einmalzahlung der Energiepauschale 2022 gehört zu den Maßnahmen aus dem Entlastungspaket. Doch wer erhält den 300-Euro-Bonus und wann wird er ausgezahlt?

Berlin – Die Ampel-Regierung um Olaf Scholz bietet allen Arbeitnehmern mit der Energiepreispauschale von 300 Euro finanzielle Unterstützung. Die Einmalzahlung aus dem Entlastungspaket 2022 soll vor allem die durch den Ukraine-Krieg entstandene Energiekosten-Explosion mit der Auszahlung des Energiebonus etwas abfedern. Doch erhalten auch Rentner, Hartz-IV-Bezieher oder Minijobber die Einmalzahlung der Energiepauschale?

Energiepreispauschale: Wann die Energiepauschale aufs Konto kommt – profitieren auch Rentner vom Energiebonus?

Ab dem 1. September haben Berufstätige einen Anspruch auf die sogenannte Energiepreispauschale (EPP) in Höhe von 300 Euro. Doch wer erhält den Energiebonus überhaupt? Und profitieren auch Rentner von der Energiepauschale? Das Bundesfinanzministerium veröffentlichte, welche Vorgaben erfüllt sein müssen, um die Energiepreispauschale zu erhalten.

Energiepreispauschale: Wer die 300 Euro bekommt – wer ist für die Auszahlung der Energiepauschale berechtigt?

Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums sind alle für die Einmalzahlung der Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro berechtigt, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben oder sich für gewöhnlich dort aufhalten und damit unbegrenzt steuerpflichtig sind und im Laufe des Jahres 2022 aus einer der folgenden Quellen Einkommen beziehen:

  • Land- und Forstwirtschaft
  • Gewerbebetrieb
  • Selbstständige Arbeit
  • Lohnarbeit

Ein bestimmter Zeitraum oder eine Mindestdauer sind nicht notwendig, um die Energiepauschale ausgezahlt zu bekommen.

Energiepreispauschale: Welche Arbeitnehmer erhalten die 300 Euro?

Die Einmalzahlung der Energiepreispauschale von 300 Euro erhalten nach Angaben des Finanzministeriums folgende Arbeitnehmer:

  • Arbeiter, Angestellte, Auszubildende, Beamte, Richter, Soldaten
  • Minijobber und alle Aushilfskräfte in der Land- und Forstwirtschaft
  • Arbeitnehmer in der passiven Phase der Altersteilzeit
  • Wer ein Wertguthaben bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) anspart
  • Wer Bundes- oder Jugendfreiwilligendienst leistet
  • Wer Zuschüsse des Arbeitgebers erhält (etwa für den Mutterschutz) 
  • Wer ausschließlich steuerfreien Lohn bezieht (etwa ehrenamtliche Übungsleiter)
  • Werkstudenten oder Studenten im entgeltlichen Praktikum
  • Wer in einer Behindertenwerkstatt tätig ist
  • Wer in einem aktiven Dienstverhältnis Lohnersatzleistungen bezieht, darunter Kurzarbeitergeld, Insolvenzgeld, Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld, Verdienstausfallentschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz und Transferkurzarbeitergeld

Energiepreispauschale: Was ist mit den Rentnern?

Rentner und Pensionäre sind – sofern sie keine der oben genannten Einkünfte beziehen – explizit von der Einmalzahlung der Energiepreispauschale ausgeschlossen. Doch gelten schon etwa die Einnahmen aus einer Photovoltaikanlage als Gewerbeeinkünfte. Dies gilt jedoch nur, wenn nicht die Vereinfachungsregel (BStBl. I S. 2202) in Anspruch genommen wurde. Und dennoch gibt es Mittel und Wege für Rentner, an die Energiepauschale heranzukommen.

Energiepauschale: Was ist mit Transferleistungsempfängern vom Hartz-IV-Zuschuss oder Kinderbonus 2022?

Die Ansprüche auf die Energiepauschale, den Kinderbonus oder den Hartz-IV-Bonus schließen sich nicht gegenseitig aus. Wer die Einmalzahlung für Transfergeldempfänger – etwa den Zuschuss zu Hartz IV oder den Kinderbonus 2022 – erhält, kann abseits des Hartz-IV-Bonus aus dem Entlastungspaket 2022 eben auch die Energiepreispauschale (EPP) beziehen.

Was gilt für Minijobber bei der Energiepreispauschale?

Minijobbern mit mehreren Stellen wird die Energiepreispauschale nur im Rahmen des „ersten Dienstverhältnisses“ ausbezahlt. Welches das ist, muss der Arbeitnehmer in einer schriftlichen Erklärung festlegen. Ohne diese Bestätigung darf der Arbeitgeber die Einmalzahlung EPP nicht auszahlen. Betrugsversuche sind auch hier strafbar.

Energiepreispauschale: Wer bekommt sie?

Arbeitnehmer kriegen im September 300 Euro Energiepreispauschale überwiesen
Arbeitnehmer in Deutschland kriegen im September einmalig 300 Euro Energiepreispauschale überwiesen. © Sebastian Gollnow/dpa/imago/Montage
Arbeiter und Arbeiterinnen in Deutschland profitieren von der Energiepreispauschale
Arbeiter und Arbeiterinnen in Deutschland profitieren von der Einmalzahlung der im Entlastungspaket niedergeschriebenen Energiepreispauschale. © Lars Klemmer/dpa
Auch Angestellte dürfen sich ab dem 01.09 über den kleinen Bonus freuen
Auch Angestellte dürfen sich ab dem 01.09 über den kleinen Bonus freuen. © Marijan Murat/dpa
Neben ihrem Ausbildungsgehalt dürfen sich die Auszubildenden ebenfalls über den Bonus von 300 Euro freuen
Neben ihrem Ausbildungsgehalt dürfen sich die Auszubildenden ebenfalls über den Bonus von 300 Euro freuen. © Waltraud Grubitzsch/dpa
Energiepauschale auch für Richterinnen und Richter
Die Energiepauschale richtet sich an alle sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Darunter auch Richterinnen und Richter. © Daniel Vogl/dpa
Soldaten sind ebenfalls anspruchsberechtigt, was die Energiepauschale angeht
Soldaten sind ebenfalls anspruchsberechtigt, was die Energiepauschale angeht. © Sina Schuldt/dpa
Minijobber bekommen die Energiepreispauschale
Etwa 44 Millionen Menschen in Deutschland werden im September von der Politik mit diesem Zuschuss unterstützt. Menschen, die einen Minijob ausführen, wird dieser Zuschuss auch gewährt. © Sebastian Gollnow/dpa
Aushilfskräfte im Bereich Land und Forstwirtschaft bekommen Energiepauschale
Aushilfskräfte im Bereich Land- und Forstwirtschaft gehören laut Bundesfinanzministerium auch zum Kreis, welche die Energiepreispauschale bekommen. © Philipp Schulze/dpa
Bundesfreiwilligendienst oder auch Jugenddienst bekommen die EPP
Junge Leute, die gerade ihren Bundesfreiwilligendienst oder Jugenddienst absolvieren, kommen ebenfalls in den Genuss der „EPP“. © Andreas Gebert/dpa
Studenten bekommen die Energiepreispauschale
Werkstudenten oder auch Studenten, die sich in einem entgeltlichen Praktikum befinden, gehören auch zu den Nutznießern der Energiepreispauschale. © Jan Woitas/dpa
Tätige Personen in einer Behindertenwerkstatt bekommen die EPP
Wer tätig in einer Behindertenwerkstatt ist, bekommt die Energiepreispauschale im September mit ausgezahlt. In einigen Fällen kann die Auszahlung auch erst im Oktober stattfinden. © Daniel Karmann/dpa
Ehen und Familien bekommen alle die Energiepreispauschale
In Ehen und Familien bekommen alle erwerbstätigen Personen im Haushalt den Zuschuss aus dem Entlastungspaket 2022. © Frank Leonhardt/dpa
Energiepreispauschale 2022 welche Personengruppen bekommt sie
Auch mit dabei: Wer Zuschüsse des Arbeitgebers erhält wie z. B. für den Mutterschutz oder ausschließlich steuerfreien Lohn bezieht, beispielsweise ehrenamtliche Übungsleiter. © Eibner/imago/Symbol
Unternehmen bezahlen die Energiepreispauschale und bekommen sie später vom Staat zurück
Bis allerspätestens Jahresende sollen die Arbeitgeber den Bonus bezahlen. Die Unternehmen können sich den Betrag später vom Staat wieder zurückholen. © Finn Winkler/dpa

Energiepreispauschale: Wer bekommt die EPP vom Arbeitgeber ausbezahlt?

Jeder, der zum 1. September 2022 in einem „ersten Arbeitsverhältnis“ steht und einer der Steuerklassen I bis V angehört, beziehungsweise als Minijobber pauschal versteuert wird, erhält die Energiepreispauschale vom Arbeitgeber ausbezahlt. Der Rest muss für das Jahr 2022 eine Steuererklärung abgeben, um unabhängig vom Kinderbonus aus dem Entlastungspaket 2022 die Energiepreispauschale (EPP) zu erhalten.

Energiepreispauschale: Wie viel Geld landet von der Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro am Ende auf dem Konto

Doch wie viel Geld der Energiepreispauschale landet am Ende auf dem Konto? Nach den Angaben, die als Grundlage auf den Daten des Statistischen Bundesamtes basieren, bleiben beispielsweise bei einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von 54.304 Euro nach der Steuer 193 Euro von der Einmalzahlung der Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro nach der Steuer für Arbeitnehmer in Vollzeit übrig. Insgesamt kann sich die Spanne der Abzüge nach der Steuer zwischen 0 und 142,42 bewegen.

Energiepreispauschale: Welche Arbeitnehmer die volle Energiepauschale von 300 Euro erhalten

Die vollen 300 Euro der Energiepreispauschale erhalten also nur jene Arbeitnehmer, die mit ihrem Gehalt unter dem steuerlichen Freibetrag liegen. Der Freibetrag beläuft sich im Jahr 2022 auf 10.347 Euro, während er für Verheiratete bei 20.694 Euro liegt. Arbeitnehmer, die über dieser Grenze liegen, müssen Einkommenssteuer an den Staat zahlen. Wer diese Summe überschreitet, ist überhaupt erst dazu verpflichtet, Einkommenssteuer zu zahlen.

Auszahlung der Energiepauschale: Wie die Beträge der Einmalzahlung für die Energiepreispauschale gestaffelt sind

Aber wie verhält es sich mit der Auszahlung der Energiepreispauschale? Wer bekommt, wie viel Geld der Einmalzahlung nach der Steuer? In einer früheren Berechnung des Steuerzahlerbundes zur Energiepreispauschale setzten sich die Auszahlungsbeträge für Arbeitnehmer wie folgt zusammen:

  • Beträge der Energiepreispauschale nach der Steuer
  • Ein Single in der Steuerklasse 1 und mit einem Jahresgehalt von 72.000 Euro erhält am Ende 181,80 Euro Energiepreispauschale. Der Spitzensteuersatz kommt in dieser Steuerklasse zum Einsatz und durch die Energiepauschale greift darüber hinaus noch der Spitzensteuersatz-Solidaritätszuschlag.
  • Für einen verheirateten Arbeitnehmer mit einem Kind, Steuerklasse 4 und Jahresgehalt von 72.000 Euro brutto fielen laut der Berechnung nach den steuerlichen Abzügen eine Energiepauschale in Höhe von 184,34 Euro an.
  • Ein verheirateter Arbeitnehmer mit Kind, Steuerklasse 4 und Jahresgehalt von 45.000 Euro wären immerhin 216,33 Euro Energiepreispauschale fällig.
  • Bei einem Jahresgehalt von 15.000 Euro erhielte derselbe Arbeitnehmer 248,83 Euro. Ist er in Steuerklasse 3 eingetragen, bleibt er unter dem Grundfreibetrag, muss also keine Steuern zahlen und bekäme die volle Auszahlung von 300 Euro der Energiepauschale.

Da die Einmalzahlung der Energiepreispauschale steuerpflichtig ist, gibt es demnach einige zu beachten, bevor die Auszahlung der Energiepauschale im September 2022 ansteht. Tatsächlich profitieren alle Arbeitnehmer von dem Energiebonus, aber eben nicht alle gleich. Da die 300 Euro nur bei bestimmten Steuerklassen voll ausgezahlt wird.

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