Voller Job, geringes Einkommen

3,7 Millionen Beschäftigte verdienen weniger als 2000 Euro

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Ende 2016 verdienten 17,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten weniger als 2000 Euro brutto im Monat. Foto: Arno Burgi

Millionen Menschen kommen mit ihrem Vollzeitjob nicht über ein Monatsbrutto von 2000 Euro hinaus. Besonders im Osten sind vergleichsweise niedrige Einkommen verbreitet.

Berlin (dpa) - Rund 3,7 Millionen Beschäftigte mit vollem Job verdienen weniger als 2000 Euro brutto im Monat. Das geht aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor.

Nach den jüngsten Zahlen von Ende 2016 waren dies 17,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in Deutschland. Im Westen betrug der Anteil 14,7 Prozent, im Osten sogar 31,2 Prozent.

Den höchsten Anteil hatte mit 36,7 Prozent Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt von Sachsen mit 34,3 Prozent. In den fünf neuen Bundesländern lag der Anteil durchgehend über 30 Prozent. Den niedrigsten Anteil gab es mit 12,4 Prozent in Baden-Württemberg und in Hamburg mit 12,8 Prozent.

Die Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann, die die Anfrage im Vorfeld des Tages der Arbeit gestellt hatte, sagte: "Viel zu viele Beschäftigte werden mit Niedriglöhnen abgespeist." Wegen der Inflation und vielerorts explodierender Mieten komme man mit unter 2000 Euro brutto nicht mehr weit. "Es ist ein Skandal, dass insbesondere der Osten weiterhin so deutlich abgehängt ist."

Die Bundesregierung müsse sich für eine weitere Angleichung der Löhne einsetzen. So müsse unter anderem der Mindestlohn von 8,84 Euro auf 12 Euro erhöht werden. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte am Freitag darauf hingewiesen, dass die unabhängige Mindestlohnkommission im Sommer Vorschläge für die Anfang kommenden Jahres geplante Erhöhung vorlege, "die wir dann gesetzgeberisch umsetzen".

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch kommentierte die Zahlen mit den Worten: "Man nennt das Ausbeutung." Die Zahl der Geringverdiener sei "angesichts von sprudelnden Gewinnen und Wirtschaftswachstum skandalös". Der deutliche höhere Anteil in Ostdeutschland zeige die Spaltung der Republik. "Ostdeutschland droht, zum Armenhaus zu werden."

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