Digitaler Impfpass

24 Euro pro QR-Code: Jens Spahn rudert nach Kritik an Apotheker-Bonus zurück

Bis zu 24 Euro bekommen Apotheker, wenn sie einen digitalen Impfnachweis für die Corona-Impfungen ausstellen. Bundesgesundheitsminister Spahn will nun die Vergütung senken.

Hannover - Mehr als jeder vierter Mensch ist in Deutschland nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Doch erst seit vergangener Woche ist es möglich, die Impfung auch auf dem Smartphone nachzuweisen. Möglich ist das über die neue Covpass-App des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), über die Corona-Warn-App und die Luca-App.

Impfquote in Niedersachsen49,9 Prozent
Menschen mit Erstimpfung3.992.638
Menschen mit beiden Impfungen2.141.763

Durch die Pandemie haben viele Menschen auf Reisen verzichtet. Der digitale EU-Impfausweis könnte dies innerhalb Europas vereinfachen. Doch Kritiker stellen die Fälschungssicherheit des Impfzertifikats in Frage.

Dafür benötigen bereits geimpfte Personen nachträglich einen QR-Code, der sich mit dem Smartphone einscannen lässt. Deshalb sind nun viele Menschen auf Impfzentren, Apotheken, Ärzte und Apotheken angewiesen. Die nämlich sollen die digitalen Impfzertifikate ausstellen.

Menschen, die schon alle Impfungen haben, brauchen nachträglich einen QR-Code für den digitalen Impfausweis.

Bis zu 24 Euro pro QR-Code: Aufwandsentschädigung für Apotheker in der Kritik

Um den Apotheken einen Anreiz zu geben, diesen Service für die Bevölkerung anzubieten, hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ihnen eine Aufwandsentschädigung versprochen. 24 Euro soll es pro Zertifikat geben. Über die Höhe herrschen Diskussionen. Laut Corona-Impfverordnung stehen den Apotheken 18 Euro zu, wenn sie ein digitales Zertifikat ausstellen. Weitere sechs Euro soll es geben, wenn beide Impfungen zertifiziert werden. Weshalb die Zertifizierung der Zweitimpfung gesondert vergütet wird, ist unklar.

Arztpraxen bekommen für die Zertifizierung von Impfungen, die in derselben Praxis erfolgt sind, nur sechs Euro. Wenn sie dafür ohnehin vorhandene Technik wie Drucker, PCs und Software nutzen, sind es bloß zwei Euro. Bei Zertifikaten für Impfungen aus anderen Praxen bekommen sie die gleichen Summen wie die Apotheken.

Bis zu 24 Euro für einen Impfnachweis: Kritiker finden Summe für Apotheken überzogen

Kritiker meinen, dass es zu viel Geld ist – schon wieder. Die Apotheken hatten schon zu Beginn der Pandemie die Aufgabe, Masken gegen Gutscheine auszuteilen – auch dafür gab es Geld. Der Bundesrechnungshof warf der Bundesregierung eine massive Geldverschwendung aus Steuermitteln vor. Es geht dabei um die Masken aus Apotheken, Freihaltepauschalen für Kliniken und die zusätzliche Schaffung von Intensivbetten.

Es soll eine tatsächliche Prüfung stattfinden mit entsprechendem Kontrollaufwand. Der spiegelt sich in der Vergütung wider.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

„Es geht um die Frage, wie wir das möglichst schnell nachholen können für die vielen Millionen, die schon den vollen Impfschutz haben und das Zertifikat nachträglich haben wollen“, sagte Jens Spahn bei der Vorstellung des digitalen Impfpasses. „Es soll eine tatsächliche Prüfung stattfinden mit entsprechendem Kontrollaufwand. Der spiegelt sich in der Vergütung wider“, fügte er hinzu.

Bis zu 24 Euro für Apotheker: Das sagte Jens Spahn bei der Vorstellung des digitalen Impfpasses

Hätte das Bundesgesundheitsministerium einen Preis festgelegt, der den Aufwand am Ende nicht angemessen berücksichtigt, würden laut Spahn nicht viele Apotheken mitmachen. „Wir haben großes Interesse, dass viele Bürgerinnen und Bürger zügig tatsächlich auch ihre Nacheintragungen machen können.“ Es ginge nur um diejenigen, die schriftlich nicht erreicht werden. Denn durch die einzelnen Bundesländer sei zusätzlich der Versand von QR-Codes geplant. „Wir haben leider kein nationales Impfregister, deswegen müssen wir es über diesen Weg machen.“

Die Bundesvereinigung der Apothekerverbände dagegen verweist auf den enormen Aufwand, der sich dadurch für die Apotheken ergibt: Sie müssten sich an das System des Robert-Koch-Instituts anschließen, bräuchten zusätzliches Personal, PCs und Drucker, um Ausweise und Impfpässe zu kontrollieren. Die Vergütung sei deswegen angemessen und werde die Kosten meist decken, heißt es in der Süddeutschen Zeitung.

Bis zu 24 Euro für Apotheker: Jens Spahn rudert nach Kritik zurück

Das Honorar für das Ausstellen eines digitalen Impfnachweises in Apotheken soll nach den Plänen des Bundesgesundheitsministeriums nun doch gesenkt werden.

Die Vergütung für eine Corona-Impfung soll von 18 auf sechs Euro gekürzt werden, kündigte Bundesgesundheitsminister Spahn nach den Beratungen mit seinen Länderkollegen an. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Jeder ab 12 Jahren kann sich vergangener Woche um einen Termin für eine Corona-Impfung bemühen. Welche Möglichkeiten es gibt und wie sie jetzt vorgehen können, lesen Sie hier.

(Artikel aktualisiert am 17. Juni 2021 um 10:45 Uhr)

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/ dpa

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