Rathswiehe in Riede: Ausgiebige Wochenendpartys an der Weser, Brennstoffvorräte und Verdacht auf Fischwilderei

Zuviel Unruhe im Landschaftsschutzgebiet

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Forstwirt und Vogelschützer Josef Teupe mit Hunden und Brennholzstück an einem von nicht zutrittsberechtigten Besuchern des Landschaftsschutzgebietes geschaffenen Lagerfeuerplatz direkt an der Weser. Auf der anderen Flussseite ist der Campingplatz Bollen zu erkennen.

Riede - Für die nicht erlaubten Wochenendpartys am Weserufer sind schon gut sortierte, unter Gebüsch versteckte Brennholzvorräte angelegt. Und quer über grüne Natur-flächen führt mittlerweile am Tonkuhlensee vorbei eine gut ausgeprägte, lange Fahrspur durch das Landschaftsschutzgebiet Rathswiehe in Riede.

Seit rund drei Jahren werde hier regelmäßig stramm gefeiert, ein Lagerfeuer angezündet, und dann der frisch gegrillte Braten ebenso genossen wie Wodka und andere Getränke. Das berichtet der Bremer Forstwirt und Vogelschützer Josef Teupe, der regelmäßig sozusagen beruflich dort unterwegs ist.

Ohne besonderen Berechtigungsschein darf ansonsen eigentlich niemand dieses Schutzgebiet betreten. Das Durchfahrtverbotsschild steht schon eine guten halben Kilometer entfernt an der Straße. Es wird offenbar ebensowenig beachtet wie der Zaun am Eingang zur privaten Naturfläche, über die jetzt der ausgefahrene Weg bis zur Weser führt. Ein Teil des älteren Holzzauns wurde längst umgedrückt und zum Teil eingegraben, um freie Bahn zu bekommen.

Teupe stören diese Entwicklungen schon lange. Etliche seltene Tierarten – auch Greifvögel – sind hier nämlich ebenso beheimatet wie empfindliche und bedrohte Pflanzenspezies.

Ruhestörungen beziehungsweise Zerstörungen der Landschaft gefährden das Naturgebiet. Bewohner des Campingplatzes in Bollen auf der direkt gegenüberliegenden Weserseite machten ebenso schon auf die Gelage aufmerksam wie die Camper vom Platz an der Grenze zum Landschaftsschutzgebiet. Es wurden auch schon Anzeigen eingebracht, aber Verfahren dann wegen „Geringfügigkeit“ meistens schnell eingestellt, ärgert sich Teupe.

Jetzt aber überlegten die Ermittlungsbehörden und auch die Untere Naturschutzbehörde in Verden, wegen „Landfriedensbruch“ und auch wegen des Verdachts auf „Fischwilderei“ tätig zu werden, berichtete der Vogelschützer gestern.

Die oft im Fahrzeug mit Auricher Kennzeichen anreisenden Besucher sollen hier nämlich auch beim Angeln in der recht gut mit Karpfen besetzten früheren Tonkuhle beobachtet worden sein. Diesen See hat der Achimer Anglerverein gepachtet, und somit haben auch nur dessen Mitglieder die Berechtigung, hier zu fischen.

Sie dürfen ebenso wie Landwirte und einige Nutzer des angrenzenden Campingplatzes das Landschaftsschutzgebiet betreten, müssen sich aber bei Kontrollen etwa durch den Fischereischutz stets ausweisen können.

Teupe hofft, dass auch die öffentliche Darstellung jetzt dazu beiträgt, alles wieder etwas mehr unter Kontrolle zu bekommen. Es müsse verhindert werden, dass sich das Rathswiehe-Gebiet immer weiter zur Geheimadresse für aufregende Freiluft-Feten an der Weser entwickelt. · la

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