„Zum Jaulen“: Finanzlage in Walle hat dramatische Züge angenommen

Tierheim droht die Insolvenz

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Vereinsvorsitzender Dr. Markus Gronau, Mitarbeiterin Heike Rauch und Leiterin Heidi Seekamp (v.r.) haben Sorgen.

Verden - Es ist „zum Jaulen“. Seit Mitte der 50er-Jahre finden Hunde, Katzen und Co. in der Obhut des Verdener Tierschutzvereins ein befristetes Zuhause. Doch jetzt sind dunkle Wolken über der Tierschutzeinrichtung aufgezogen. Tierfreunde spenden nicht mehr so bereitwillig wie früher und die von den Kommunen gezahlten Fundtierpauschalen – 273 Euro je Hund und 223 Euro je Katze – reichen häufig nicht aus, um die tatsächlich entstandenen Kosten zu decken.

Ohnehin ist die Finanzlage des Verdener Tierheims seit Jahren angespannt. Doch bislang ließ sich das jährliche Defizit noch einigermaßen mit den Rücklagen aus einer größeren Erbschaft stopfen. Doch die, so der Vereinsvorsitzende Dr. Markus Gronau, werde irgendwann aufgebraucht sein. Allein im vergangenen Geschäftsjahr hätten zum ausgeglichenen Haushalt fast 35000 Euro gefehlt. Die Betriebskosten für das Tierheim in 2014 beziffert Gronau mit 256000 Euro und die Einnahmen mit 221000 Euro.

Dabei ist das Verdener Tierheim noch in der glücklichen Lage, dass für Futter und Katzenstreu quasi keine Kosten anfallen, da die Firma Mars als Hauptsponsor mit weiteren Unternehmen und Privatpersonen hierfür Sorge tragen. „Unsere Rücklagen schrumpfen dennoch dramatisch. Allein durch den Mindestlohn – 2014 wurden rund 140000 Euro an Gehältern und Sozialaufwendungen gezahlt – kommen jetzt noch Mehrkosten von etwa 11000 Euro auf uns zu“, so Gronau, der wie Tierheimleiterin Heidi Seekamp auf finanzielle Unterstützung und auf Sponsoren aus den Reihen der Bevölkerung im Landkreis hofft.

„Alle reden von Tierschutz oder kritisieren die Zustände, die vielfach im Ausland herrschen. Aber Tierschutz kostet auch Geld“, spricht Gronau deutlich Worte. Die Kosten explodierten bei rückläufigem Spendenaufkommen, und die Zuschüsse der Kommunen deckten kaum ein Drittel der Kosten. „Tierarztkosten und Medikamente schlugen im vergangenen Jahr mit über 56000 Euro zu Buche.“ Das, so Gronau und Seekamp einmütig, sei traurig, aber Fakt.

Sollte das Tierheim finanziell in die Knie gehen, hätte das auch für die Städte und Gemeinden im Landkreis Verden drastische Folgen. Die Kommunen seien gesetzlich verpflichtet, sich um Transport, Unterbringung und tierärztliche Versorgung von Fundtieren zu kümmern. Die Finanznöte des Verdener Tierheims sind jedoch kein Einzelfall. Zum Jahresbeginn hatte der Deutsche Tierschutzbund öffentlich Alarm geschlagen, da bundesweit jedes zweite Tierheim von Insolvenz bedroht sei.

Zurzeit sind im Tierheim in Verden-Walle 86 Tiere untergebracht: 17 Hunde, 56 Katzen und 13 Ratten. „Es ist die Ruhe vor dem Sturm“, vermutet Seekamp, die aufgrund der Erfahrung der Vorjahre zeitnah mit einer drastischen Zunahme im Katzentrakt rechnet. Möglichkeiten für weitere interne Sparmaßnahmen sehen die Gesprächspartner nicht. „Wir haben längst alles ausgeschöpft. So habe man die Quarantäne optimiert und dadurch bei den Tierarztkosten bereits um die 10000 Euro eingespart.

Weiter habe die Mitgliederversammlung die längst überfällige Anhebung der Pensionspreise beschlossen. In Zukunft müssten auch die Menschen tiefer in die Tasche greifen, die ein Tier aus dem Tierheim aufnehmen oder es dort abgeben wollten. „Wir brauchen dennoch zusätzliche Unterstützung von Unternehmen und Privatpersonen aus dem Kreis, sei es durch Spenden oder die Übernahme von Tierpatenschaften oder von einer 400-Euro-Kraft. Es gibt so viele Möglichkeiten den Tieren zu helfen“, sagte Gronau.

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