St.-Laurentius-Gemeinde erwägt Verkauf von Gemeindehäusern in Uesen und Bierden sowie des GZN

Ziel ist die „Rückkehr zur Mitte“

Gerd Lepczynski, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, und Vorstandsmitglied Rolf Helmbrecht beim Gespräch mit dem Achimer Kreisblatt.

ACHIM (gmz) · Einen umfassenden Ausblick auf die in den kommenden zehn Jahren zu erwartenden Veränderungen – und davon gibt es einige – präsentierte der Vorstand der St.-Laurentius-Gemeinde am Sonntag im Rahmen der Gemeindeversammlung. Unter anderem müsse der Verkauf der Gemeindehäuser in Uesen und Bierden sowie des Gemeindezentrums Nord (GZN) im Betracht gezogen werden, erklärten der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Gerd Lepczynski, und Vorstandsmitglied Rolf Helmbrecht gestern im Gespräch mit dem Kreisblatt.

„Rappelvoll“ war der Saal des Gemeindehauses an der Pfarrstraße nach dem Gottesdienst am Sonntag gewesen. Diskutiert wurde über die „Eckpunkte zur Anpassung der St.-Laurentius-Gemeinde an die in den nächsten zehn Jahren zu erwartenden Veränderungen“. Das so betitelte Dokument war vom Kirchenvorstand im Vorfeld ohne Gegenstimme verabschiedet worden.

„Zurück zur Mitte“, mit diesen drei Worten ließen sich die darin aufgelisteten Punkte kurz und prägnant zusammenfassen, meinen Lepczynski und Helmbrecht. Bis 2019 gibt sich die Gemeinde Zeit, um veränderten finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen. „Mit derzeit 9 807 Gliedern sind wir eine der größten Gemeinden der hannoverschen Landeskirche“, berichtet Lepczynski. „Aber die demografische Entwicklung und die daraus resultierenden Mindereinnahmen durch die Kirchensteuer gehen auch an uns nicht spurlos vorbei“, ergänzt Helmbrecht.

Im Klartext heißt das, dass im Sommer dieses Jahres zunächst das Gemeinde- sowie das Pfarrhaus in Uesen aufgegeben beziehungsweise verkauft werden sollen. Möglich werde dies, da sich Pastor Michael Hassenpflug zum 31. Januar nach 18-jähriger Tätigkeit in den wohl verdienten Ruhestand verabschiedet. Den Pfarrbezirk I übernehme zunächst Bettina Lorenz-Holthusen, die derzeit ihren Probedienst mit einer halben Stelle in der Gemeinde verrichtet.

In das frei werdende Pfarrhaus solle dann ab Sommer Pastor Christoph Maaß aus Uesen einziehen und zugleich den Pfarrbezirk I übernehmen. „Dadurch bietet sich für uns die Möglichkeit, das Gemeinde- sowie das Pfarrhaus in Uesen zu verkaufen“, erklären Lepczynski und Helmbrecht. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass der erzielte Erlös in der Kirchengemeinde bleibt. „Nur mit diesen Mitteln wird es möglich sein, die für die Zukunft geplanten Veränderungen wie den Ausbau und die Renovierung des Gemeinde- sowie des Pfarrhauses in Achim auch zu finanzieren“, betonen Lepczynski und Helmbrecht.

Ferner müssten sowohl der Kirchenkreis Verden als auch die Landeskirche diese Neubesetzung genehmigen beziehungsweise die so genannte Residenzpflicht – diese besagt, dass ein Pastor in seinem Pfarrbezirk ansässig sein muss – aufheben. Was die dadurch nötig werdende Neubesetzung des Pfarrbezirks Uesen angehe, so werde diese Stelle ausgeschrieben. Das erklärte Ziel laute, dass sowohl die St.-Laurentius-Kirche als auch das Gemeindehaus in Achim wieder zum Mittelpunkt der Gemeinde werden. Lange habe man um den Text des „Eckpunkte“-Papiers gerungen, geben Lepczynski und Helmbrecht unumwunden zu. Schlussendlich sei dieses aber ohne Gegenstimme verabschiedet worden.

„Auch weiterhin soll die Nähe zu den Menschen in der Gemeinde möglichst gewahrt bleiben“, heißt es dort unter anderem. Teile der kirchlichen Arbeit sollten auch künftig dezentral organisiert und ausgeübt werden. Dies könne bedeuten, dass diese auf Dauer nicht mehr in kircheneigenen Räumen, sondern auch in Schulen, Vereinsheimen oder anderen Quartieren verrichtet wird.

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