Behindertenbeauftragter ernannt

Ziel: „Keine neuen Fehler bauen“

Martin Hellerbach (r.) und Lutz Brockmann unterzeichnen die nötigen Papiere.

Verden - (kp) · „Toi, toi, toi und viel Unterstützung“, wünschte Bürgermeister Lutz Brockmann gestern noch, dann war der formale Akt der Ernennung beendet. Jetzt gilt es für Martin Hellerbach, das Amt, das er zum 1. Mai antritt, auch auszufüllen. Keine ganz leichte Aufgabe, denn der 51-Jährige ist neuer Behindertenbeauftragter der Stadt Verden, als Nachfolger der engagierten wie streitbaren Doris Pemöller.

In diesem Ehrenamt fungiert Hellerbach, seit frühester Jugend sehbehindert, für die nächsten drei Jahre als Bindeglied und Vermittler zwischen den Behinderten und der Stadt Verden, ihrer Verwaltung und der Politik. Er wird, so sehen es die Richtlinien vor, rechtzeitig über (Bau-)Vorhaben informiert und um Stellungnahmen gebeten, ist keinem Ausschuss zugeordnet, sondern kann nach eigenem Ermessen an den öffentlichen Sitzungen teilnehmen.

„Keine neuen Fehler bauen“, formulierte Bürgermeister Brockmann den Sinn des Hinzuziehens eines Behindertenbeauftragten, etwa beim Bau öffentlicher Einrichtungen oder von Straßenbau. Die Ergebnisse kämen auch anderen zugute, verwies Brockmann darauf, dass ein Rollstuhlfahrer und die Mutter mit dem Kinderwagen durchaus ähnliche Interessen hätten.

Es stecke keine böse Absicht dahinter, wenn ein Gebäude, ein Weg nicht barrierefrei sei. Meistens seien dann die Belange von Menschen mit Handicaps schlichtweg vergessen worden, sagte der Bürgermeister. „Der Rathausvorplatz wäre so ein Beispiel.“ Und als im Zuge des Kanalbaus entlang der Bremer Straße der Radweg verbreitert worden sei, habe man es versäumt, den Bordstein an einer Bushaltestelle anzuheben. Brockmann: „Es ist ärgerlich, wenn solche Chancen nicht genutzt werden.“ Und es sei zu teuer, diesen Fehler zu korrigieren.

Sind Türen breit genug für einen Rollstuhlfahrer? Ist die Fußgängerampel auch mit einem akustischen Signal ausgestattet? Wie sicher ist es, über diese Straße zu kommen? Lässt sich ein Bordstein von einem Blinden mit dem Stock ertasten? Das sind Fragen, die Martin Hellerbach in Zukunft stellen muss. Hinzu kommen die Belange geistig Behinderter.

Neben seiner Arbeit bei den Bremer Entsorgungsbetrieben ist Martin Hellerbach auch als Schwerbehindertenvertreter tätig. Als junger Mann absolvierte er seinen Zivildienst in einem Altenheim. So weiß er um die recht unterschiedlichen Interessen der Betroffenen. Aber: „Ich maße mir nicht an, dass ich der bin, der alles sofort sieht“, sagte er. Ihm gehe es darum, behutsam vorzugehen und möglichst viele Interessen zu vereinbaren. Dabei setzt der neuen Behindertenbeauftragte auch auf Informationen aus der Sprechstunde, die künftig wieder regelmäßig im Rathaus stattfinden soll.

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