Die meisten Beschicker des Achimer Wochenmarktes trotzen der derzeitigen Witterung / Lob für den Bauhof

Der wohl kälteste Arbeitsplatz in Achim

Mit einer Heizkanone sorgt Familie Tewes an ihrem Stand für Wärme. Fotos (2): Gumz

Achim - (gmz) · Den mit Abstand kältesten Arbeitsplatz in Achim haben dieser Tage wahrscheinlich die Beschicker des Wochenmarktes. Bei Temperaturen, die sich in der Nacht im zweistelligen Minusbereich bewegen und auch tagsüber deutlich unter dem Gefrierpunkt verharren, sind die meisten von ihnen der Witterung zum Trotz für ihre Kundschaft da.

„Temperaturen wie diese habe ich schon erlebt. Vor einigen Jahren – ich meine das war sogar an Silvester – hatten wir sogar tagsüber minus 19 Grad Celsius“, erinnert sich Rita Tewes aus Achim. Seit 20 Jahren sind sie und ihr Mann Friedrich mit einem Stand – an diesem bieten die Selbsterzeuger Obst, Gemüse und Blumen an – auf dem Markt vertreten. „Was ich jedoch noch nicht erlebt habe ist, dass es so lange so kalt war“, berichtete die Beschickerin gestern weiter.

Sich selbst sowie ihre Waren vor der Kälte schützt das Ehepaar, das von Sohn Laurentz (17) tatkräftig unterstützt wird, durch eine zeltähnliche Planenkonstruktion und mit Gas betriebenen Heizkanonen. „Hier drinnen muss es frostfrei sein, sonst nehmen unsere Produkte Schaden“, erklärt Rita Tewes. Nutznießer dieser Tatsache ist im übrigen auch ein Rotkehlchen, das sich ganz dreist und keine Scheu zeigend unter dem Stand der Tewes einquartiert hat.

Zu eigentlich nachtschlafender Stunde, nämlich bereits um 4 Uhr in der Frühe, rückt die Familie an, um ihren Stand vorzubereiten. „Selbstverständlich waren wir alle warm angezogen. Aber die Arbeit hilft natürlich beim Aufwärmen“, meint Rita Tewes schmunzelnd.

Ein ausdrückliches Lob spricht sie für den Bauhof aus. Dieser habe mittlerweile – anders als in den vergangenen Jahren – dafür gesorgt, dass die Obernstraße schnee- und eisfrei sei.

Wegen der Kälte seien weniger Kunden als gewöhnlich unterwegs, berichtet sie weiter. Diejenigen, die dennoch kommen, nehmen die Witterung relativ gleichgültig zur Kenntnis. „Man muss ja mal raus, und frische Luft schadet ja nicht“, meint zum Beispiel der 68-jährige Peter Kraft aus Achim. Gemeinsam mit seiner Frau Elvira (66) kaufte der Rentner gestern wie gewohnt am Stand von Roland Arndt aus Verden ein.

Auch dieser nimmt die Witterung gelassen. Eier, Honig und Bienenwachsprodukte sowie Kartoffeln bietet dieser an. Während erstere mit einem Heizstrahler vor dem Einfrieren bewahrt werden, lagern letztere im mit einer Standheizung ausgestatteten Transporter.

Doch offenbar sind nicht alle Beschicker so hart im Nehmen: Sind es sonst in der Regel zwischen 50 und 60 Stände, so zählte Marktmeister Manfred Masanek in dieser Woche lediglich rund 40 Stände.

Sollte der diesjährige Sommer in gleichem Maße heiß wie der Winter kalt sein, dann werden sich sicherliche einige gerne an die derzeit noch herrschenden Temperaturen erinnern.

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