Spezialisten der RWE-Dea erläutern Grasdorfer Publikum neues Bohrvorhaben

„Es wird hier nicht gefrackt“

Rund 70 Interessierte füllten die Grasdorfer Schützenhalle bei der Informationsveranstaltung zum Erdgas-Bohrvorhaben der RWE Dea direkt auf der anderen Seite der Ortsgrenze zu Langwedelermoor.
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Rund 70 Interessierte füllten die Grasdorfer Schützenhalle bei der Informationsveranstaltung zum Erdgas-Bohrvorhaben der RWE Dea direkt auf der anderen Seite der Ortsgrenze zu Langwedelermoor.

Oyten - GRASDORF · „Was machen die denn da?“, fragen sich viele Grasdorfer. Sozusagen genau vor ihrer Haustür bohrt der Energieversorger RWE-Dea 5000 Meter tief nach Erdgas. Die Bohrtiefe entspricht 15 übereinander gestapelten Eiffeltürmen.

Um Sorgen oder auch Vorurteile zu entkräften, hatte Ortsbürgermeister Reiner Sterna am Dienstagabend zur Infoveranstaltung ins Schützenhaus eingeladen. Gerade die aktuelle Berichterstattung in den Medien über die Bohrmethode Fracking gab Anlass zu Ängsten in der Bevölkerung.

Experten der RWE-Dea sowie Vertreter des Landesbergamtes waren angereist, um die mehr als 70 Besucher aus Grasdorf und Völkersen zu informieren.

Konkret ging es um die Erdgasbohrung Völkersen Nord Z6, die auf Langwedeler Gebiet liegt, aber nur rund 400 Meter von der nächsten Grasdorfer Bebauung entfernt ist. In der Nacht scheint die Anlage mit ihrem Bohrturm derzeit wie ein überdimensionaler Tannenbaum kilometerweit.

Nach jede Menge technischer Details zur Bohrung und Bohrstelle, die allerdings einige als uninteressant empfanden, betonte Ulrich Frank als Leiter der Bohrbetriebes der RWE: „Unsere Anlage läuft geräuscharm. Wir halten gemessene 40 Dezibel zur nächsten Bebauung ein, was etwa Blätterrascheln entspricht.“ Falls die Bohrung unergiebig sein sollte, werde alles wieder zubetoniert, erläuterten die RWE-Vertreter.

Weil das Thema Fracking durch Vorfälle in den USA aktuell in aller Munde ist, sprach Folkert Wessel, Abteilungsleiter der „Untertageabteilung Förderbetrieb Niedersachsen“, diese Fördermethode gleich an. Fracking steigere die Produktivität einer Erdgasbohrung und erhöhe damit auch deren Wirtschaftlichkeit, erläuterte er.

Unter hohem Druck wird dabei poriges Gestein mit Flüssigkeit aufgepresst, um an die Erdgasreserven in der Gesteinsschicht zu gelangen.

Das Unternehmen verwende Süßwasser und vermenge es mit Stoffen, die auch in Lebensmitteln enthalten seien – etwa Orangenextrakt, Essigsäure und Glycerin.

Was in Lebensmitteln sei, könne doch keinesfalls riskant sein beim Einsatz für eine Bohrung, versuchten die Spezialisten dem Publikum klar zu machen. Es seien alles vollkommen ungefährliche Stoffe, versicherten die RWE-Vertreter. Doch so mancher im Publikum bezweifelte das.

Es sei aber keinesfalls beabsichtigt, die Bohrung in Langwedelermoor jetzt zu fracken, versicherten die RWE-Fachleute. Vielleicht sei daran in zehn Jahren zu denken. · woe

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