SPD vermisste gestalterische Alternativen für Discounter-Neubau an Oytener Hauptstraße / Kein Votum zu Planentwurf

„Wir wollten hier nicht ,Aldi einfach’“

Abgerissen werden das alte Postgebäude und das ehemalige italienische Restaurant (li.) an der Hauptstraße in Oyten. Hier wird der neue große Aldi-Markt gebaut.

Oyten - (pee) · Seit fast einem Jahr ist der Aldi-Neubau an der Hauptstraße in Oyten beschlossene Sache. Mit einem eigenen Bebauungsplan will die Gemeinde Oyten die Umsiedlung des Discounters auf das zurzeit noch anderweitig bebaute 9000-qm-Areal Hauptstraße Nr. 118/120 – hundert Meter westlich des jetzigen Aldi-Standorts – planungsrechtlich regeln.

Nach ungezählten Abstimmungsgesprächen zwischen Investoren, Planern, Gutachtern und Behörden weist der besagte, seit fast einem Jahr im Verfahren befindliche Bebauungsplan jetzt Erweiterungsbedarf auf. Das war Thema in der Sitzung des Gemeinderats-Fachausschusses für Umwelt & Gemeindeentwicklung am Mittwochabend im Oytener Rathaus. Es konnten aber nicht alle Details geklärt werden.

Strittig war dabei nicht die südliche Erweiterung des Plangebietes. Die wird notwendig, weil im „Heck des Aldis“ eine 300-qm-Postsortier-/paketstation eingeplant werden muss – als Ersatz für das alte Postgebäude an der Stelle, das ebenso abgerissen wird wie das benachbarte ehemalige italienische Restaurant. Zum zweiten plant die Gemeinde neben dem neuen Aldi einen Fuß-/Radweg als Verbindung von der Haupt- zur Jahnstraße. Dieser Weg wird vom Aldi-Parkplatz abgezwackt, so dass der Discounter nach hinten ’raus mehr Platz benötigt.

Neu im Planentwurf ist auch eine Linksabbiegespur auf der Hauptstraße für die motorisierte Aldi-Kundschaft sowie eine Mittelinsel als Querungshilfe für Fußgänger und Radler. Beides zahlt der Bauherr des Marktgebäudes, ebenso die Lärmschutzwände an drei Seiten. Er muss auch die Eichen an der Hauptstraße erhalten. Bis auf eine, die der Zufahrt weichen soll. An den Parkplatz mit 100 Stellplätzen schließt sich das Marktgebäude mit zeitgemäßen 800 qm Verkaufsfläche an. Mit dem modernen großen Markt wolle Aldi seine Wettbewerbsposition im Ort wieder verbessern, erklärte den Politikern Hartmut Illmer, Geschäftsführer der Projektgesellschaft, die als Bauherr für Aldi das Vorhaben betreibt. Zurzeit habe Oyten nämlich „einen der schlechtesten und unangenehmsten Aldis“.

So weit, so gut. Erbost aber reagierten SPD-Politiker auf die mangelnden baugestalterischen Vorschläge „über den Aldi-Standard hinaus“, wie Ausschussvorsitzender Wolfgang Brühl verärgert sagte. Die von Illmer vorgelegten Varianten seien wohl kaum als solche zu bezeichnen – mit hier und da veränderter Farbe und versetzten Firmenlogos. „Wir wollten im Eingangsbereich von Oyten städtebaulich was anderes – nicht ,Aldi einfach’“, erinnerte auch SPD-Ratsherr Ralf Großklaus den ratlos wirkenden Investor.

CDU-Ratskollege Kurt Meier hegte dagegen Bedenken verkehrstechnischer Art angesichts nur einer Zufahrt und einer Ausfahrt.

Der Ausschuss verzichtete auf ein Votum zur Planung und folgte einstimmig dem SPD-Antrag, zur Klärung der bemängelten Details eine Projektgruppe zu bilden, die gleich nächste Woche tagen will. Die Entscheidung über den neuen Planentwurf soll am 8. März der Verwaltungsausschuss treffen, damit das Verfahren nicht stockt.

Das alte Aldi-Grundstück hat übrigens die Gemeinde Oyten gekauft, um es im Rahmen der städtebaulichen Sanierung des Ortszentrums attraktiv zu nutzen.

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