Investoren Harm Hesterberg und Peter Hoedemaker stellen Pläne für Polo Club in Hagen-Grinden vor

„Wir sitzen da im selben Boot“

Harm Hesterberg und Peter Hoedemaker (v.re.) schwärmten in Hagen-Grinden mächtig für ihre Leidenschaft, den Polosport. Unterstützung gab es von Architekt Jost Paarmann (li.), der die Umbaupläne für die alte Hofstelle erläuterte.

Hagen-Grinden - (jw) ·  Ein bisschen stießen da am Donnerstagabend in der Gaststätte des Campingplatzes „Drosselhof, einer Lokalität von eher rustikalem Charme, zwei Welten aufeinander. Harm Hesterberg und Peter Hoedemaker haben sich in Hagen einen alten Hof gekauft. Der soll umgebaut werden und dann einen Polo Club beherbergen. Die Investoren hatten ihre zukünftigen Nachbarn eingeladen, um ihre Pläne vorzustellen. „Warum versenken diese beiden Herren eigentlich ihre Millionen bei uns im Hochwassergebiet?“, brummelte eine Stimme laut und vernehmlich am Ende des Abends.

Das war zwar nicht die gehaltvollste Anmerkung während der Veranstaltung, aber die mit den meisten Lachern.

Hoedemaker und Hesterberg hatten sich ihren Architekten Jost Paarmann mitgebracht, der die Pläne erläuterte. Zuvor allerdings hatten sich die beiden Bremer den versammelten Hagen-Grindenern, Etelser Ortsräten und Gemeinderäten vorgestellt. Hesterberg verwies auf seine familiären Wurzeln in Langwedel, Peter Hoedemaker lieferte eine so persönliche Vorstellung ab, wie einer, der neu zu zieht und auf wirkliche gute Nachbarschaft setzt. Obendrauf gab es warme Worte für „das platte Land, so sagen wir in Holland“ und eine glühende Liebeserklärung beider Investoren für den Reitpolosport.

„Was wir hier machen, geht nur mit einer gehörigen Portion Idealismus“, meinte Harm Hesterberg. Es gibt nur wenige Poloclubs in Deutschland und noch weniger gehörten in die Champagnerfraktion. „Es gibt auch Leute, die sagen, ihr habt eine Macke.“

Der Hagen-Grindener Polo-Club als elitäre abgeschottete Einrichtung? Das kann für Hesterberg („von Haus aus bin ich Fußballspieler“) nicht funktionieren. Man wolle Polo als Sport ins benachbarte Umfeld einbinden, Jugendliche fürs Polo begeistern „und mitnehmen“.

„Damit man wettbewerbsmäßig mal etwas reißen kann, später.“

Erst einmal gelte es, den vorhandenen Hof zu sanieren. Bis auf zwei Wintergärten und eine (große) Gaube wolle man das Äußere des Hauses gar nicht verändern, erklärte Architekt Paarmann in der von Bürgermeister Andreas Brandt moderierten Runde.

Was für ein Auflauf ist denn da bei Turnieren? Gar nicht mal so viel. Parkflächen gebe es genug. Sehr wahrscheinlich sei bei einem normalen Reitverein an einem Turniertag viel mehr Verkehr zu bewältigen.

Offenkundig Sorgen macht den Hagen-Grindenern ein auf den Plänen eingezeichneter überdachter Reitplatz. Wird das eine Reithalle? Wie wirkt die sich bei Hochwasser und Überflutung auf Nachbarhäuser aus? „Das sind die ersten Planvorstellungen des Investors“, so Langwedels Bauamtsleiter Frank Bethge und wies darauf hin, dass im Zuge des Verfahrens noch reichlich Behörden und Sachverständige zu beteiligen sind. „Das gibt eine Menge Auflagen, da können sie sicher sein.“

„Wir sind schon eure Nachbarn, wir wollen auch keine negativen Auswirkungen bei Hochwasser“, erklärte Hoedemaker. „Wir sitzen da im selben Boot.“

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