Fachstelle stellt sich neuen Aufgaben

„Wir nehmen erst einmal jeden an“

Imke Huntemann. ·
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Imke Huntemann. ·

Landkreis / Achim - Gute fachliche Ausrichtung. Ein breit aufgestelltes Angebot. Mit einem kompetenten Team ausgestattet. Das sind die Schlagworte, die Imke Huntemann zuerst einfallen zu der von ihr geleiteten Fachstelle für Sucht und Suchtprävention. Also alles im grünen Bereich in dieser Einrichtung des Kirchenkreises Verden.

Der Jahresbericht macht deutlich, dass dies dem großen Engagement von Leitung und Mitarbeitern zu verdanken ist, ihrer Bereitschaft, sich in einer rasant ändernden Welt stets neuen Aufgaben zu stellen. Den Zeitgeist aufgreifen, nennt Imke Huntemann das.

„Wir nehmen erst einmal jeden an“, formuliert Huntemann das Credo der Fachstelle mit ihren Standorten in Achim und Verden. Nicht immer sind Ratsuchende dann wirklich ein Fall für die diplomierten Pädagogen und Therapeuten. Doch dank guter Vernetzung wissen die Fachleute, an welche Stellen sie Hilfesuchende weitervermitteln können. Und die, die bleiben, sind gut aufgehoben.

Mehr als 4200 Menschen waren im vergangenen Jahr über Sprechstunden und Gruppentreffen in Kontakt mit der Fachstelle. Konstante Zahlen, sogar weniger Anträge auf eine Sucht-Reha, dürfen aber nicht über eine steigende Arbeitsbelastung hinweg täuschen. Denn „was wir haben, sind deutlich komplexere Fälle“, sagt Imke Huntemann.

Wer bei der Fachstelle an eine Klientel aus Alkoholkranken und Drogenabhängigen denkt, der verliert aber ein wesentliches – und wachsendes – Arbeitsgebiet dieser Einrichtung aus dem Blick: die Prävention. Vereine, Verbände, Schulen, Elterninitiativen, sogar Kindergärten dienen als willkommene Multiplikatoren, wenn es darum geht, Menschen aufzuklären. Nicht nur über die Gefahren von legalen und illegalen Drogen. Auch Essstörungen, Spielsucht und der exzessive PC-Gebrauch sind Themen, derer sich die Fachleute annehmen.

Im vergangenen Jahr startete die Fachstelle das Projekt „fahr clever – fahr  clean“. Die Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene, die motorisiert – ob auf der Mofa oder mit dem Auto – unterwegs sind. Sie möchte die Fachstelle beispielsweise über Workshops erreichen, die Schulen in ihren Unterricht einbinden können.

„Es sterben viel zu viele Menschen bei Verkehrsunfällen“, sagt Imke Huntemann. Und häufig seien dabei so genannte Substanzmittel wie Alkohol oder Drogen im Spiel. Daher fordert die Fachstellen-Leiterin ein anderes gesellschaftliches Verständnis, wenn es um den Konsum von Alkohol geht. Und das nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Beruf, mahnt sie. Die Therapeutin weiß nach 25 Jahren Erfahrung in der Suchtberatung um das menschliche Leid in seiner ganzen Tragweite: „An jedem Leben hängt ein anderes Leben.“ · kp

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