Planungen ohne die Gemeinde?

Windkraft: Winkelmann verärgert

Riedes Bürgermeister Jürgen Winkelmann

Thedinghausen - RIEDE/FELDE (sp) · „Ich bin massiv verärgert“, erklärt Jürgen Winkelmann, Bürgermeister der Gemeinde Riede. „Im Magen“ liegen ihm sechs Windmasten, die im Bereich des Okeler Dammes gebaut werden sollen – zumindest wenn es nach den Vorstellungen einer Oytener Betreiberfirma geht.

Diese hat sich, so ist Winkelmann zu Ohren gekommen, mit den in Frage kommenden Grundstückseigentümern bereits zweimal zu Anliegerversammlungen getroffen. Vielen Flächenbesitzern liegen bereits Vertragsentwürfe für die Aufstellung von Windmasten vor. Es geht dabei um den Bereich rechtsseitig des Okeler Dammes, wo auf Syker Gebiet bereits drei Windmasten stehen. „Dort plant die Oytener Firma die Aufstellung weiterer sechs Windmasten von jeweils über 100 Metern Höhe,“ so Winkelmann. Es gibt bereits ein Standortkonzept, das dieser Zeitung vorliegt.

n„Druck auf

nden Rat?“

Das Problem des Bürgermeisters: „Die Gemeinde ist über dieses Vorhaben in keinster Weise informiert worden. Alle Gespräche sind hinter unserem Rücken geführt worden. Ich frage mich, warum die Firma nicht mit offenen Karten spielt.“

Winkelmann weiter: „Bevor es zur Errichtung eines Windparks kommt, muss eigentlich erst die Gemeinde zustimmen und einen entsprechenden Bebauungsplan aufstellen. Zuvor muss die Samtgemeinde zudem den Flächennutzungsplan ändern. Ganz davon abgesehen müssen natürlich auch spezielle lokale Bedingungen, beispielsweise die Art der Zuwegung, geklärt werden.“

Der Bürgermeister betont, dass er grundsätzlich nichts gegen Windmasten, wenn sie belästigungsarm postiert werden, habe. „Doch natürlich gibt es Alternativen. Hier kann nicht eine Firma glauben, sie könne Fakten schaffen. Sofern wir die Windmasten überhaupt wollen, kommen erstens natürlich auch andere Betreiber in Frage und zweitens könnte ich mir auch andere Betreibermodelle, beispielsweise eine Bürgerwindanlage vorstellen. Dann können nämlich alle Bürger aus der Region davon profitieren.“

Nach unseren Informationen sind in dem ins Auge gefassten Areal, das rund 137 Hektar groß ist, etwa 100 „Parzellen“ beziehungsweise deren Eigentümer direkt oder indirekt betroffen, die mit Geld aus der Aufstellung der Windmasten „berieselt“ werden sollen. „Und diese Bürger werden dann dafür benutzt, Druck auf den Gemeinderat auszuüben, damit er grünes Licht für das Vorhaben gibt“, befürchtet Winkelmann: „Das ist schlechter Stil. Man sollte bei derartigen Großvorhaben nicht die Öffentlichkeit scheuen.“

Die Versammlung, auf der die im Vorfeld kontaktierten Grundstückseigentümer ihre Unterschrift unter einen Vertrag setzen sollen, ist von der Betreiberfirma auf den kommenden Dienstag terminiert worden. Nahezu zeitgleich tagt an anderer Stelle der Rieder Gemeinderat, der sich natürlich auch mit dem Thema befassen wird. Dazu Jürgen Winkelmann: „Damit ist den gewählten Volksvertretern die Möglichkeit genommen, sich vor einer eventuellen Vertragsunterzeichnung durch einen Betroffenen zumindest grundsätzlich zu diesem Thema zu äußern.“

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