„Musik-Inliner“ machte Station an Likedeeler Schule / Rollendes musikpädagogisches Angebot

„We will rock you“ – bis der Bus wackelt

„We will rock you“: Professionell unterstützt von Roland Loy (2.v.re.) und Andy Kammer (5.v.re.) brachten die Likedeeler-Schüler gestern in Oyten den „Musik-Inliner“ zum Wackeln.

Oyten - (pee) · „...und der ganze Bus klatscht! Lauter! Er wackelt noch nicht“, feuert Andy Kammer die kleine Band im rollenden Musikstudio an. „...und jetzt wieder in den Groove kommen!“ „We will, we will rock you! Rock you!“, schmettern die Jugendlichen den Refrain, während sie die Keyboards, Gitarren, Drums und Rhythmus-Instrumente bearbeiten und Rockröhre Roland Loy den Takt vorgibt. Und der Bus beginnt zu wackeln...

„Musik-Inliner“ heißt der zu einem professionell ausgestatteten Tonstudio umgebaute alte Omnibus, der als Projekt des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen unter Regie der gemeinnützigen Gesellschaft MusikZentrum Hannover durchs Land rollt. Mit einem musikpädagogischen Angebot an Bord, das insbesondere sozial benachteiligten oder in ihrer Entwicklung beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen das beflügelnde und verbindende Gefühl des Musikmachens vermitteln will, macht der „Musik-Inliner“ Station an gemeinnützigen Einrichtungen und Treffpunkten jeder Art.

Für zwei Unterrichtstage hatte jetzt die Likedeeler Schule der Lebenshilfe im Landkreis Verden, die mit zwei Klassen auch im Schulzentrum Oyten zu Hause ist, den „Musik-Inliner“ gebucht. Auf Initiative von Likedeeler-Klassenlehrerin Manuela Kröger und finanziert von der Kreissparkasse und der „von der Lieth’sche Stiftung“ parkte der Bus hinter der Oytener Schule und begeisterte mit seinem Angebot acht Jugendliche der Lebenshilfe-Schule. „Wir könnten jeden Tag kommen – die Kinder sind begeistert“, freute sich Roland Loy, zusammen mit Andy Kammer Betreuer an Bord des „Musik-Inliners“. Beide sind Musiker und Dozenten des MusikZentrums Hannover. „Wir sind“, so Loy, „Allrounder“ – orientiert an den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder, die an Bord des Busses kommen. Zumeist ohne Vorkenntnisse, aber natürlich mit Vorlieben. Die Charts wollen rauf und runter gesungen werden, aber auch mal alte Volkslieder.

Die betreuenden und unterstützenden Profis im voll ausgestatteten rollenden Probenraum justieren die Instrumente und arrangieren die Stücke so, dass alle vom ersten Ton an mitmachen können. Erstmal stundenlang Akkorde üben – „das schreckt doch nur ab“, weiß Loy. Und wenn es auch tausend sattsam beschriebene pädagogisch wertvolle Gründe gibt – vom Entdecken eigener Möglichkeiten und der Stärkung des Selbstwertgefühls bis zur Förderung von Sozialkompetenzen und Teamfähigkeit –, so soll der „Musik-Inliner“ doch vor allem eins: „Spaß machen“, bekräftigt Loy. Die Erkenntnis, dass Musik verbindet und eine sinnvolle, erfüllende Beschäftigung sein kann, die das eigene Leben bereichert, kommt dann wie von selbst. Sich körperlich auszudrücken und über den Rhythmus das Gemeinschaftsgefühl zu erleben, „das macht total glücklich“, beobachtet Loy bei den Kindern und Jugendlichen. Und das war bei den Likedeeler-Schülern in Oyten nicht anders, als sie gestern den Bus zum Wackeln brachten.

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