Mieterversammlung am Hoppenkamp wegen hoher Nachzahlungsforderungen

Widerspruch empfohlen

Verden - Weil die monatlichen Vorauszahlungen für Betriebskosten im Mietvertrag zu niedrig bemessen waren, sollen viele Mieter im Wohngebiet Hoppenkamp/Salzstraße hohe Nachzahlungen leisten. Michael Röhren, Vorsitzender vom Verein Kista („Keiner ist allein“), berichtet von Forderungen in drei-, teilweise sogar vierstelliger Höhe. Diese Woche hatte der Verein daher zu einer Mieterversammlung eingeladen.

Bei Mietverträgen, die im Sommer 2010 abgeschlossen worden sind, habe die zuständige Hermes Hausverwaltung die monatlich zu leistenden Zahlungen (Miete inklusive Nebenkostenvorauszahlungen) exakt auf den Betrag festgelegt, der bei Sozialhilfeempfängern vom Landkreis übernommen werde, sagt Röhren. Hintergrund sei der hohe Wohnungsleerstand in dem Wohngebiet gewesen.

Für Betriebskosten, zum Beispiel Versicherungen, Gärtner, Gebäudereinigung und Hauswart, seien bei einem Einpersonenhaushalt 65 Euro als monatliche Vorauszahlung veranschlagt worden. Wie sich jetzt zeigt, viel zu wenig. Röhren belegt an Hand einer Nebenkostenabrechnung die deutlichen Differenzen.

In diesem Fall wurden für eine Mietdauer von knapp einem halben Jahr Vorauszahlungen nur für Betriebskosten in Höhe von 357,50 Euro geleistet. 236,74 Euro sollen nun nachbezahlt werden, also knapp 40 Prozent der Gesamt-Betriebskosten in Höhe von 594,24 Euro. „Und das nur für das Jahr 2010“, betont Röhren. „Die Nebenkostenabrechnung für 2011 kommt erst noch, und wegen des kalten Winters ist dann mit noch höheren Nachzahlungen zu rechnen.“

Im Vorfeld der Versammlung hatten sich Röhren, der zweite Vereinsvorsitzende Wilhelm Meincke und der Ingenieur Harald Lang, der sich schon seit längerem in dem Bürgertreff Hoppenkamp engagiert, mehrere Rechnungen genauer angesehen. Verschiedene Fehler und Mängel seien ihnen dabei aufgefallen. Bei der Versammlung behaupteten zudem mehrere Mieter, dass bei ihnen nie die Wasseruhr abgelesen worden sei.

Röhren empfahl den Mietern, bis zum Monatsende Widerspruch einzulegen und die Nebenkostenabrechnungen prüfen lassen. „Für alle, denen hohe Nachzahlungen in Rechnung gestellt worden sind, übernimmt der Landkreis für ein Jahr die Mitgliedschaft im örtlichen Mieterverein. Allerdings ohne Rechtsschutz“, so der Vereinsvorsitzende.

Wer Leistungen vom Landkreis bezieht, könne sich zudem an den für ihn zuständigen Sachbearbeiter wenden, sagte Bernd Dannheisig, Leiter des Fachdienstes Soziales, in einem Telefonat. · wb

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