Land- und forstwirtschaftlicher Wanderverein über Wahl und Agrarpolitik

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Zahlreiche Gäste folgten den Ausführungen der Referenten.
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Zahlreiche Gäste folgten den Ausführungen der Referenten.

Kirchlinteln - „Im Land Niedersachsen ist und bleibt die Landwirtschaft einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren“, betonte Jörn Ehlers, Vorsitzender vom Landvolk Verden/Rotenburg. Ehlers sprach zu dem Thema auf der Versammlung des Land- und forstwirtschaftlichen Wandervereins zu Kirchlinteln vor etwa 90 Gästen im Gasthaus Heitmann in Kreepen.

Ob bei der Produktion von hochwertigen Lebensmitteln oder bei der Energiewende: Die Landwirtschaft spiele dabei stets eine zentrale Rolle, so Ehlers. Nach der Landtagswahl konnte der Vorsitzende des Landvolks noch keine Aussagen zur Agrarpolitik der künftigen Landesregierung machen. Da sich die EU-Agrarminister auch noch nicht über die Vorgaben zur Agrarpolitik einigen konnten, laufen die bisherigen Maßnahmen bis 2014. Zum so genannten Greening und geltenden neuen Umwelt standards habe bislang noch kein Einvernehmen erzielt werden können. Die Landwirtschaft stehe allerdings weltweit vor Herausforderungen, so Ehlers. Durch den Rückgang von Ackerflächen und zeitgleich wachsender Bevölkerung sei eine steigende Produktion laut FAO-Ausblick unumgänglich.

Zum Thema „Deutsche Landwirte im Ausland – Eine Erfolgsgeschichte?“ referierte Carsten Brüggemann von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen-Hannover. In seinem Vortrag ging Brüggemann zu Beginn auf den geschichtlichen Hintergrund ein. Viele Familien siedelten zur Zarenzeit nach Russland, heute Ukraine, um dort, angelockt von Katharina der Großen, Landwirtschaft zu betreiben. Später fand eine Zwangsumsiedlung nach Kasachstan und Sibirien statt. Bilder von den Landschaften, Dörfern und Menschen dokumentierten das karge Leben der Bevölkerung. Viele hätten nach der politischen Wende die Region verlassen.

Brüggemanns Bericht führte die Zuhörer weiter nach Kanada. Dort wirtschafteten Betriebe mit Rinderherden von 3000 Stück Vieh, Forst sowie Tourismus. Kurze Vegetationszeiten und harte Winter bestimmten das Leben. Brüggemann erzählte vom Leben der Hutterer, Mennoniten und Amish.

Mit der Schilderung des Lebens der Deutschen in Namibia seit der Kolonialisierung und danach wechselte Brüggemann auf den afrikanischen Kontinent. Die geringen Niederschläge erschwerten die Viehhaltung. Viele Farmen betrieben Tourismus mit Angeboten für Jagdgäste. Auch die politischen Verhältnisse in dieser Region Afrikas ließ der Referent nicht aus.

Brasilien war Thema des letzten Teils der Ausführungen. Hohe Niederschlagsmengen und kein Frost ermöglichten zwei Ernten im Jahr. „Eine Landwirtschaft der Superlative“, so Brüggemann. „Soja, Mais, Zuckerrohr und Rinder sind der Exportschwerpunkt der Landwirtschaft.“ Auch im Bezug auf Umwelt- und Naturschutz denke Brasilien um und führe Standards ein, wobei der Pflanzenschutz nicht deutschen beziehungsweise europäischen Ansprüchen genüge. Genossenschaften betreuten die Betriebe und sorgten für den Export.

Als Fazit seiner Ausführungen stellte Brüggemann fest, dass Betriebe in Russland und Namibia weniger erfolgreich und unter schwierigen Bedingungen wirtschaften würden, in Kanada und Brasilien hingegen besser aufgestellt seien.

Wilfried Willenbrock, erster Vorsitzender des Land- und forstwirtschaftlichen Wandervereins, hatte eingangs der Versammlung die Gäste begrüßt. Er ließ die Veranstaltungen des vergangenen Jahres Revue passieren. Darunter die Feldrundfahrt, die die Teilnehmer von Neddenaverbergen über Hohenaverbergen, Otersen nach Häuslingen führte. In diesem Jahr steht die Rundfahrt des Wandervereins am 25. Juni, ab Groß Heins, im Kalender.

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