Interessengemeinschaft Stader Straße pocht seit Jahren vergeblich auf Wiederherstellung der Verkehrsberuhigung

„Werden benutzt als Umgehungsersatz“

„Die Stader Straße ist zur Durchfahrts- und Rennstrecke geworden.“ Die Anwohner Klaus Eckstein, Rainer Holinske, Joachim Strobach und Hans-Hermann Eggelmann (v.li.) sind der harte Kern der Interessengemeinschaft Stader Straße, der sich für verkehrsberuhigende bauliche Maßnahmen einsetzt, im Rathaus aber auf taube Ohren stößt.

Oyten - (pee) · Als sie in den 70er und 80er Jahren ihre hübschen Häuser in der friedlichen Stader Straße bezogen, endete die in einem Feldweg und man konnte sogar tagsüber bei offenem Fenster schlafen. Die Zeiten sind lange vorbei. „Die Stader Straße ist eine Durchfahrts-, Umgehungs- und Rennstrecke geworden“, klagen Klaus Eckstein, Rainer Holinske, Joachim Strobach und Hans-Hermann Eggelmann. Die vier sind der harte Kern der Interessengemeinschaft Stader Straße und fordern von der Gemeinde Oyten verkehrsberuhigende bauliche Maßnahmen, besser noch die schon mal diskutierte Ortsumgehung – bislang ohne Erfolg.

Nach Ausbau der Durchfahrt zur Pestalozzistraße entwickelte sich die Stader Straße zur Umgehungsstrecke für Berufspendler, die sich aus Richtung Fischerhude ab Sagehorn durchs Wohn-/Schulquartier lavieren zur Hauptstraße Richtung Bremen und abends retour. Da dieser Schleichverkehr eben nicht schleicht, sondern auf der schnurgeraden Stader Straße trotz Tempo-30-Markierung und „Rechts vor links“ nach Beobachtung von Anwohnern eher rast, ergeben sich nach deren Feststellung große Probleme: Gefährliche Verkehrssituationen im Zusammentreffen mit den Scharen radelnder Kinder auf dem Weg zur Schule, beeinträchtigende bis krank machende Lärmpegel sowie eine deutlich gesunkene Wohn- und Lebensqualität.

Die Lage spitzte sich zu, als die Gemeinde nach und nach die bis dato als Verkehrsberuhigung gedachten Pflanzkübel abbaute – ersatzlos. Ein letzter Kübel ist, warum auch immer, vor dem Hause Eckstein stehen geblieben. 2007 gründete sich daraufhin das Aktionsbündnis Stader Straße, um verkehrsberuhigenden Ersatz einzufordern. Ohne Erfolg.

Jetzt erreicht der Unmut von Anwohnern einen neuen Höhepunkt mit dem Bau des neuen Oytener Sportzentrums am Ende der Stader Straße – und damit der Erzeugung neuer Verkehrsströme. „Sportler und Zuschauer fahren dann durch die Stader Straße – bis spät abends und auch und besonders am Wochenende“, und für diese Prognose brauchen Eckstein, Holinske, Strobach und Eggelmann keine prophetische Gabe. Dass das von der Gemeinde in Zusammenhang mit dem Sportplatzbau in Auftrag gegebene Gutachten zur der Einschätzung gelangt, es würden sich keine unzumutbaren Immissionen ergeben, beruhigt die Anwohner in keinster Weise. Das Verkehrslärm-Gutachten berücksichtige weder den größtenteils gepflasterten Untergrund noch die Steigungen. Außerdem gehe es davon aus, dass das vorgeschriebene Tempo 30 eingehalten werde. „Aber das ist doch Illusion“, meint die Interessengemeinschaft.

Dass trotz Verbots Schulbusse und Baufahrzeuge durch die Stader Straße rollen, die außerdem bei Sperrung der Hauptstraße für die drei großen Feste im Jahr als Umleitungsstrecke ausgeschildert wird, verärgert das Sprecher-Quartett zusätzlich.

Wenn schon keine Entlastungsstraße oder Durchfahrtssperre, dann doch wenigstens Parkbuchten und Pflanzbeete, die zum Langsamfahren zwingen: „Wir haben zig Gespräche geführt und viele Vorschläge gemacht. Passiert ist nichts“, so Strobach enttäuscht. Er und seine Mitstreiter glauben inzwischen, dass die Gemeinde die Stader Straße als Durchfahrtsstraße braucht und genau so haben will: „Wir fühlen uns benutzt als Ersatz für eine Umgehung.“

Bürgermeister Manfred Cordes bestätigte auf Nachfrage, dass das Verkehrskonzept Oyten-Nord samt angedachter Umgehungsstraße in der Schublade ruht. Mit einer derart umwälzenden – und millionenschweren – Geschichte könne und wolle sich Politik in Oyten zurzeit nicht befassen, das ist laut Cordes einhellige Meinung der Ratsfraktionen. Großprojekte wie Wächterstraße oder Ortskernsanierung haben danach Vorrang. Auch ein Ausbau der Stader Straße, im übrigen kostenpflichtig für die Anwohner, sei momentan kein Thema, und bloße Pflanzkübel seien politisch nicht mehr gewollt. „Die Politik hat gesagt: Wir wollen das so belassen“, erklärte Cordes. Im übrigen hätten Geschwindigkeitsmessungen mit der gemeindeeigenen Anlage in der Stader Straße das Bild allgemeiner Raserei nicht bestätigt.

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