Experten sprechen von Dyskalkulie und empfehlen spezielle Förderung / Fachtagung auch zum Thema Legasthenie

Wenn Mathematik zur Qual wird

Was ist mehr, was ist weniger? Referent Hans-Joachim Lukow (hinten) erklärt Probleme bei Rechenschwäche.

Verden - Von Erika WennholdMathematik gilt als das ungeliebteste Unterrichtsfach, kostet Eltern Nerven und ihre Kindern die Versetzung. Dennoch: Mathe kann man lernen – durch Übung und einen guten Unterricht in der Schule. Wenn allerdings eine Dyskalkulie festgestellt wird, müssen Eltern und Lehrer andere Wege gehen, zunächst aber das Kind verstehen.

Dabei weiterhelfen sollte am Sonnabend eine Fachtagung zum Thema Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie) und Rechenschwäche (Dyskalkulie), zu der vom gleichnamigen Fachverband eingeladen worden war. In vier Workshops halfen Christina Legowski, Förderschullehrerin, Dr. Wolfgang Fink, pädagogischer Psychologe, Meike Arends, Diplom-Sozialopädagogin, und Hans-Joachim Lukow, integrativer Dyskalkulietherapeut den etwa 120 Teilnehmern in die Thematik einzutauchen.

Während die Legasthenie als Begriff inzwischen allgemein bekannt ist, rätseln Eltern, wenn Fachleute von Dyskalkulie sprechen. Kinder mit einer Rechenschwäche bringen bestimmte Fähigkeiten zum Erlernen der Grundrechenarten nicht mit. Sie sind nicht in der Lage in Mengen zu denken, haben deshalb besonders große Schwierigkeiten bei der Subtraktion und brauchen ihre Finger oder andere Hilfsmittel bei der Lösung einer Aufgabe. Was in der ersten Klasse noch erlaubt ist, um das Erkennen von Mengen zu lernen, sollte in der dritten überwunden sein. Wenn nicht, muss genauer hingeschaut werden. Referent Hans-Joachim Lukow: „Wenn Schüler den Zahlenaufbau nicht verstanden haben, sollten Lehrer sie beiseite nehmen und fördern.“

Auch zu Hause rät der Experte zur Gelassenheit, wenn Kinder Schwierigkeiten beim Kopfrechnen haben, Gelerntes schnell wieder vergessen oder wichtige Zahlenzerlegungen beim Addieren und Subtrahieren nicht durchschauen. Mit Hilfe eines Tests kann eine Rechenschwäche festgestellt werden. Dann sollte eine spezielle Förderung in außerschulischen Einrichtungen folgen. Hans-Joachim Lukow weiß, dass nur eine angstfreie Lernsituation dem Kind weiterhelfen kann: „Unabhängig vom Schulstoff, muss das mathematische Fundament neu aufgebaut werden.“ Erst dann könnten Kinder durch Lernerfolge neues Selbstvertrauen entwickeln. Der Kreisverband Legas thenie und Dyskalkulie hilft beratend weiter und bietet über den Bundesverband eine Liste von Literaturem pfehlungen an. Fachverlage halten überdies Lernspiele und vielfältige Arbeitsmaterialien vor, die Kindern mit Legasthenie oder Dyskalkulie weiterhelfen können.

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