Organisationen probten den Konflikt

Wenn der Freiwillige nicht passt

Fred Pielsch von ZeitSpende, Martina Meyer (Freiwilligenagentur Achim), Ute Barth-Hajen (Achimer Tafel) und Heiko Bermann (WaBe) üben unter den Augen von Katharina Witte (stehend) Konfliktgespräche.

Verden - (kp) · Ehrenamtliches Engagement – keine öffentliche Einrichtung, kein Verein kommt mehr ohne aus. Doch bei aller Dankbarkeit gegenüber den Helfern: Ihr Einsatz kann auch Anlass für Konflikte sein. Kein Wunder also, dass das Fortbildungsangebot „Der Freiwillige passt nicht – was tun?“ gestern im Rathaus auf großes Interesse stieß.

Als Referentin hatte die Verdener Freiwilligenagentur ZeitSpende die Sozialpädagogin und Mediatorin Katharina Witte verpflichtet. Die Mitarbeiterin der Freiwilligenagentur Bremen und ehrenamtlich engagierte Bürgerin kennt beide Seiten: die der Hilfesuchenden und die der Anbieter. Sie weiß um die typischen Probleme, die auch gestern zur Sprache kamen.

36 Prozent der Bundesbürger über 14 Jahren sind in irgendeiner Form ehrenamtlich tätig, weitere 30 Prozent würden sich engagieren, wenn sie denn eine geeignete Aufgabe fänden, ergab eine Erhebung im Auftrag der Bundesregierung.

Ob Hilfe bei den Hausaufgaben oder die Begleitung von Behinderten, ob bei den Domfestspielen, in Schulen oder im Museum, auch in Verden gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich ehrenamtlich und den persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten folgend in den Dienst anderer zu stellen.

Welcher Freiwillige zu welchem Verein oder zu welcher Einrichtung passt, ermittelt bei ZeitSpende ein Computerprogramm. Aber was ist, wenn die Chemie zwischen der Organisation und dem Ehrenamtlichen dann doch nicht stimmt? Oder wenn schon beim Gespräch in der Agentur der Eindruck entsteht, dass der Mensch, der sich engagieren möchte, dafür eigentlich nicht geeignet ist?

„Muss ich die Freiwilligen grundsätzlich in Watte packen?“, formulierte Ute Barth-Hajen eine Frage, die nicht nur sie als zweite Vorsitzende der Achimer immer wieder beschäftigt. Man wolle ja niemanden verprellen, sagte sie, aber es gebe eben auch für Ehrenamtliche Regeln und Grenzen.

Selbstüberschätzung, besserwisserisches Auftreten, zu hohe Erwartungen an die Aufgabe oder die Einrichtung, Übereifer – schnell füllte sich die Pinnwand, als Katharina Witte die Teilnehmer aufforderte, wiederkehrende Probleme mit Freiwilligen zu benennen. In Rollenspielen wurde anschließend das Konfliktgespräch geübt. „Es ist wichtig, dass es für beide eine Win-Win-Situation ist“, lautet die Erkenntnis für Heiko Bergmann von der Waldheim Begegnungs- und Beratungsstelle (WaBe). Patentlösungen gebe es jedoch nicht, stellte Martina Meyer von der Achimer Freiwilligenagentur fest. Grundsätzlich, so Katharina Meyer, gelte es, „freundlich, aber entschieden“ aufzutreten. Und „Offenheit und Klarheit ist besser, als jemandem nicht weh tun zu wollen.“

WWW.

freiwilligenagentur-verden.de

fehrfeld.de

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