Ab Mai sollen Urnenbestattungen auf dem 10 000 Quadratmeter großen Areal möglich sein

Ein Wald der Stille in Verden

Willy Hilling (Geschäftsführer der Auris GbR), Peter Valk (Betriebsleiter des Verdener Kuratoriums), Dr. Viva-Katharina Volkmann (Mitglied im Kirchenvorstand der Domgemeinde), Pastorin Petra Horn (Vorsitzende Friedhofsausschuss), Claudia Eller und Trixi Klaasen vom Beratungszentrum für die kirchlichen Friedhöfe in Verden (von links).

Verden (wb) · Voraussichtlich ab Mai sollen in Verden Urnenbestattungen in einem Wald der Stille möglich sein. Direkt angrenzend an den Waldfriedhof an der Lindhooper Straße wird derzeit in einem ersten Bauabschnitt eine Fläche von rund 10 000 Quadratmetern für die „Naturbestattungen“ nach dem Friedwald-Gedanken vorbereitet.

Die letzte Ruhe nicht nur im Schatten eines Baumes zu finden, sondern direkt an dessen Wurzeln und sich über den Baum in den Kreislauf der Natur wieder einzubringen, das scheint zu gefallen. Immer mehr Menschen werden in Friedwäldern bestattet. „Allerdings liegen diese Wälder meistens in Naturschutzgebieten“, erklärt Petra Horn, Pastorin und Vorsitzende des Friedhofausschusses.

Der Verdener Wald der Stille ist eine gute Alternative zu den etablierten Bestattungswäldern, sind sich die Initiatoren sicher. Er sei gut erreichbar für Trauernde und Hinterbliebene, außerdem sei die Infrastruktur des benachbarten Waldfriedhofs nutzbar. Trotz der nahe gelegenen Lindhooper Straße sind sich die Organisatoren sicher, dass es ein idyllischer Ort sein wird, der zur inneren Einkehr einlädt.

Angedacht seien verschiedene Möglichkeiten der Baumgrabarten, erklärte Willy Hillig von der vermarktenden Auris GbR. Familien oder Freundeskreise könnten einen bestehenden Baum erwerben oder einen neuen pflanzen, an den jeweils bis zu sechs Urnen beigesetzt werden könnten. Einzelne Plätze könnten am Gemeinschaftsbaum erworben werden. Alternativ gebe es auch Buschbestattungen oder eine Bestattung auf einer Lichtung.

Geplant ist, Obelisken zu errichten, an denen Plättchen mit den Namen der Verstorbenen angebracht werden und mittels derer Besucher die Bäume finden. Zudem soll es einen zentralen Platz mit einem Kreuz geben, wo Trauerfeiern unter freiem Himmel denkbar sind, alternativ zur Kapelle.

Anders als auf dem benachbarten Waldfriedhof sind im Wald der Stille nur Urnenbeisetzungen möglich, die aber ohnehin immer mehr gewünscht werden. „Mittlerweile zu 60 Prozent“, hieß es im Gespräch am Donnerstag. Die Kosten für die Waldbestattungen reichen von 450 für eine Beisetzung auf einer Lichtung bis zu 7000 Euro für einen Prachtbaum, den man für 60 Jahre kauft und bei dem man eine Option auf Verlängerung hat. Vierstellige Beträge erscheinen auf den ersten Blick hoch, doch langfristig sollen die Kosten mit denen für traditionelle Reihengräber vergleichbar sein.

Wer mehr zum Wald der Stille erfahren möchte, kann sich mit der Auris GbR, Telefon 04231/676062, oder dem Beratungszentrum für die kirchlichen Friedhöfe, Telefon 04231/84475, in Verbindung setzen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Löw-Team bucht EM-Ticket - "Sehr zufrieden"

Löw-Team bucht EM-Ticket - "Sehr zufrieden"

Jahrestag der Proteste: "Gelbwesten" demonstrieren in Paris

Jahrestag der Proteste: "Gelbwesten" demonstrieren in Paris

Baerbock und Habeck erneut an die Spitze der Grünen gewählt

Baerbock und Habeck erneut an die Spitze der Grünen gewählt

Jugendliche gestalten Volkstrauertag in Verden

Jugendliche gestalten Volkstrauertag in Verden

Meistgelesene Artikel

Misshandelte Kaninchen: Tierheim Verden päppelt blinde Böcke auf

Misshandelte Kaninchen: Tierheim Verden päppelt blinde Böcke auf

Stimmungsvolle Dekorationsideen

Stimmungsvolle Dekorationsideen

Kreisarchäologie kann Fund aus Achim datieren: „Diese Runen sind ein Knaller“

Kreisarchäologie kann Fund aus Achim datieren: „Diese Runen sind ein Knaller“

Lehrer für „Wegweisendes Projekt“ ausgezeichnet

Lehrer für „Wegweisendes Projekt“ ausgezeichnet

Kommentare