Wildnispädagogin Kessy Frech bringt Grundschülern die Natur näher / Eigene Sinne nutzen

Der Wald als Erlebnis-Spielplatz

Ein Experiment: Kessy Frech verband für die Augen.

Verden - (wb) · Schule unter freiem Himmel steht bei den Grundschülern der Freien Schule einmal im Monat auf dem Stundenplan. Kürzlich trafen sie sich dazu wieder mit der Wildnispädagogin Kessy Frech auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei. Dort wurden zunächst die Schultaschen unter einem Baum abgelegt, denn für diesen Unterricht sind mehr die eigenen Sinne nötig, als Stift und Papier.

Bevor es in den Stadtwald ging, tobten die Schüler noch über die Wiese des Niklas-Geländes, und selbst beim gemeinsamen Spielen schaffte es die Thedinghausenerin den Grundschülern Informationen über Tier und Umwelt näher zu bringen.

Dabei geht es immer auch um Pflanzen und deren Verwendungsmöglichkeiten. Namen seien dabei zunächst Nebensache. Den Löwenzahn, der mit seinen Blättern an die Reißzähne eines Löwen erinnert, kennt so ziemlich jedes Kind. Anders ist es bei der Vogelmiere. „Die wird von den Schülern nur Punkerkraut genannt“, berichtet Frech.

Wichtiger ist es ihr, dass die Schüler mehr über die Pflanzen wissen. Bei den älteren Schülern habe sie schon erlebt, dass diese ganz selbstverständlich Spitzwegereich gepflückt haben, als sich ein Mitschüler geschnitten hatte. Denn der Spitzwegerich wird nicht nur bei Husten eingesetzt, sondern auch bei der Wundheilung.

Im Wald lernen die Kinder nicht nur zu schleichen wie die Tiere, damit sie diese besser beobachten können. Sie sollen auch wissen, wie man sich in der freien Natur orientiert. Dass man sich dabei nicht blind auf sein Gefühl verlassen sollte, erklärte sie den Schülern mit einem kleinen Experiment. Mit verbundenen Augen sollten sie gerade auf einen Baum zulaufen. Die meisten drifteten jedoch etwas nach rechts ab, ganz wenige nach links.

Überwiegend sind die Kinder Rechtshänder, Lukas beispielsweise ist Linkshänder und rannte nach links. „Wir haben eine kräftige und eine schwache Seite“, erklärte Frech. Bei den meisten ist die rechte Seite kräftiger und das entsprechende Bein bestimmt dann die Richtung.

Der Wald biete den Kindern viele Möglichkeiten, die Natur und sich selbst zu erleben. Ihre eigene Kräfte zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und mit viel Spaß und reichlich gesunder Luft spielend die Umwelt kennen zu lernen.

Für die Wintermonate steht dann der Bau eigener Blumenpressen auf dem Programm, damit sich die Blumen- und Kräuterbücher im nächsten Frühjahr füllen.

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