Manfred Drees führt Schulklassen durch die 28 Meter hohe Achimer Windmühle / Lehrreiche Stationen auf Weg nach oben

Wagemutige bestaunen Königszahnrad

Hier zeigt und erklärt Gästeführer Manfred Drees (hinten) den Drittklässlern aus der Paulsbergschule den „Trichter“.

Achim - (mm) · „Höher traue ich mich aber nicht!“ Die vier Stockwerke in der Achimer Windmühle hochzusteigen, das letzte kleine Stück auf einer schmalen Treppe ohne Geländer, ist nicht jedermanns Sache. Aber die allermeisten Schülerinnen und Schüler treibt es zusammen mit Gästeführer Manfred Drees fast bis auf die Spitze, soweit es geht jedenfalls in dem zunehmend enger werdenden Mühlenkörper.

„Hier oben herrschen die Mühlengeister! Habt ihr das schon bemerkt?“ – „Nee? Dann habt ihr ja heute Glück gehabt“, scherzt Drees mit den Kindern aus den Klassen 3a und 3b der Paulsbergschule und am nächsten Tag gleich noch mal mit den Drittklässlern aus der Grundschule Uesen.

Staunend stehen die Wagemutigen neben dem riesigen „Königszahnrad“, was mit Unterstützung der „Königswelle“ dem Antrieb der Flügel dient und bei orkanartigem Sturm von gewaltigen Bremsbalken gestoppt wird. Vom Fachmann erfahren sie auch, dass der Mühlenkopf bei dem insgesamt 28 Meter hohen Gebäude frei aufliegt und zusammen mit den 22 Meter langen Flügeln kolossale 21 Tonnen wiegt. Ein fast unvorstellbares Gewicht.

Und natürlich hat Manfred Drees noch mehr Zahlen und Fakten parat, um damit die informationshungrigen Besucher zu füttern. Die Mühle vom Typ Galerie-Holländer steht im kommenden Jahr 250 Jahre. Bis 1965 war sie in Betrieb, seitdem kümmert sich der Verein zur Erhaltung der Achimer Windmühle um den Fortbestand des Denkmals. Zuletzt stellte Müller Johann Meyer hoch über der Achimer Marsch Mehl her.

Während des Aufstiegs mit Stopp auf den verschiedenen Ebenen erzählt und zeigt Drees den Kindern, wie das funktionierte. „Das von den Bauern angelieferte Korn kam zunächst hier in den großen Trichter. Und dann gab es da noch den Rüttelschuh, mit dem der Müller die Kornmenge dosieren konnte.“ Der Mühlenführer ermunterte die jungen Schaulustigen, doch mal selbst anzupacken. „Ihr müsst feste drehen.“

Zwei Mahlwerke arbeiteten mit zwei jeweils 800 Kilogramm schweren Mühlsteinen. „Der Müller drückte diese gegen sogenannte Läufer und das Mahlgut wurde dann zwischen den Steinen zerkleinert“, erläuterte Manfred Drees.

Schließlich führte er die Kinder noch nach draußen auf die den Mühlenkörper umschließende Galerie. Von dort sind Ausblicke bis weit über die Achimer Marsch hinaus möglich. Und auch auf das großflächige Reetdach der Mühle, „das immer wieder von Vögeln zerfleddert wird und deshalb regelmäßig vom Verein ausgebessert werden muss“. Die Kinder bibberten bald ein bisschen. „Ganz schön windig hier oben.“

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