Hafensänger finden gleich zwei potenzielle Stammzellenspender in ihren Reihen

Volltreffer bei Lebensrettern

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Carsten Albers und Olaf Bertram. Die Stammzellenspender sind nicht nur beide Hafensänger, sondern auch Kollegen in einem Verdener Autohaus. ·

Dörverden - Während eines Benefiz-Fußballturniers des Vereins Hafensänger & Puffmusiker im vergangenen Jahr bestand die Möglichkeit, sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen. 127 Menschen folgten dem Aufruf, und unter ihnen fanden sich tatsächlich mit Carsten Albers aus Eystrup und Olaf Bertram aus Westen zwei geeignete Spender.

Der große Zufall: Beide sind nicht nur Hafensänger und waren an der Organisation des Turniers beteiligt, sie sind auch noch Kollegen. Mittels eines Wangenabstrichs erfolgte die Registrierung während des Turniers, und diese Wattestäbchen wurden von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ausgewertet. Die DKMS gilt als die weltweit größte Datei dieser Art und bringt Stammzellenspender und Patienten, zumeist sind diese an Leukämie (Blutkrebs) erkrankt, zusammen. Leukämie gilt als die am häufigsten verbreitete Krebsform bei Kindern.

Die Hafensänger & Puffmusiker haben es sich wiederum zur Aufgabe gemacht, körperlich und sozial benachteiligter Kinder zu unterstützen. Mit dem Turnier wollten sie Geld für die DKMS einspielen (gespendet wurden 5000 Euro) und aktiv bei der Hilfe nach Stammzellenspendern mitwirken.

Der Erfolg stellte sich schnell ein. „Noch bevor wir unsere Spenderausweise hatten, lag schon ein Paket für den Bluttest vor der Tür“, berichtet Albers. Dieser war nach Feststellung erster Übereinstimmungen erforderlich, um die Werte der Spender mit denen der Empfänger genauer abzugleichen. Die Werte müssen sehr genau übereinstimmen, quasi muss der „genetische Zwilling“ gefunden werden, was die Suche nach einem passenden Spender so schwierig macht.

Dann stand es fest: Mit dem Turnier hatten die DKMS und die Hafensänger wahre Volltreffer gelandet. Beide Männer kamen als Stammzellenspender in Frage. „Es folgten Voruntersuchungen, bei denen wir auf Herz und Nieren geprüft wurden. Das war ein Gesundheitscheck, den man sonst nicht ohne weiteres bekommt“, erklärte Albers.

Für die Stammzellenspende musste Albers in die Uniklinik nach Münster reisen und Bertram in die Charité nach Berlin. „Für unseren Chef war das kein Problem“, berichten die Männer, die beide bei dem selben Verdener Autohaus arbeiten. Er unterstützte die Lebensrettungsaktion zudem mit der Bereitstellung eines Firmenfahrzeugs für die Fahrten in die Kliniken und verzichtete auf die Erstattung des ihm entstandenen Ausfalls durch die DKMS.

Albers und Bertram entschieden sich für die periphere Stammzellentnahme, bei der die Zellen aus dem Blut herausgefiltert werden. Viereinhalb beziehungsweise sechs Stunden wurden die Männer dafür an ein spezielles Gerät angeschlossen. Albers traf dabei eine Mutter mit ihrem an Leukämie erkrankten Sohn. Mit Tränen in den Augen habe sie ihm für seine Spende gedankt. „Wenn es auch nicht ihrem Sohn helfe, dann vielleicht einem anderen Kind“, zitiert Albers die Frau. Dies sei ein sehr bewegender Moment gewesen.

Bis auf leichte Knochenschmerzen blieb für die beiden Hafensänger das ganze ohne Folgen. Zwei Menschen haben sie damit vielleicht das Leben gerettet. Die Stammzellen von Albers soll eine 62 Jahre alte Französin erhalten haben. Bertrams genetischer Zwilling ist ein 58-jähriger Italiener. Er soll die Spende gut angenommen und bereits auf dem Weg der Besserung sein, berichtet Bertram. „Ich würde es immer wieder machen“, sagt der Westener, Albers nickt zustimmend. · wb

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