Volksbank zur Schließung von sechs Servicestellen: wirtschaftliche Zwänge

Der Vorstand hat keine Wahl

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Auch die Servicestelle in Westen wird demnächst geschlossen.

Landkreis - Von Volkmar Koy. Es gab offensive Töne während der außerordentlichen Vertreterversammlung der Volksbank Aller-Weser in Bücken, aber auch eine Menge Konstruktives und viel Verständnis für die Situation der Bank. Die „Außerordentliche“ hatten 31 Vertreter beantragt. Der Vorstand entschuldigte sich ausdrücklich für die zum Teil heftig kritisierte Informationspolitik.

Hintergrund der gut besuchten Versammlung in Bücken (mehr als 90 Vertreter waren gekommen) war die geplante Schließung der Filialen in Hassel, Schweringen, Hoyerhagen, Westen, Bendingbostel und Völkersen. Diese Absicht des Vorstandes hatte bei den Vertretern aus den betroffenen Orten und darüber hinaus zu großem Unmut und Unverständnis geführt. Heiko Lange aus Hassel machte das auch noch einmal in der Zusammenkunft deutlich, wohl wissend, dass es darüber keine Abstimmung unter den Vertretern wird geben können, da das laut Satzung der Volksbank alleinige Entscheidung des Vorstandes ist.

Wolfgang Dreyer, Elmar Eich und Stefan Ullmann nahmen gestern im Pressegespräch Stellung zum neuen Geschäftsstellenkonzept, das bis zum Jahresende umgesetzt werden soll. Die Volksbank müsse und wolle erfolgreich und wettbewerbsfähig bleiben, so der Vorstand. Das bedeute, dass jede Geschäftsstelle neben dem Service auch eine qualitative Beratung anbieten werde. Außerdem gebe es individuelle Beratungszeiten bis 20 Uhr. Das neue Kunden-Service-Center werde 50 Stunden die Woche telefonisch erreichbar sein: Täglich von 8 bis 18 Uhr.

Wichtig sei die Tatsache, betonte Wolfgang Dreyer, dass niemand durch die Umstrukturierung arbeitslos werde. Klar sei aber auch, dass defizitäre Geschäftsstellen mit wenig Kundenfrequenz zur Disposition stehen müssten. Das sei der Vorstand schließlich den Mitgliedern, den Vertretern und natürlich den Kunden schuldig. Die Arbeit müsse folglich umverteilt werden. Und das unter einem gewissen Zeitdruck, betonte Ullmann, letztendlich auch mit Blick auf die Mitbewerber.

Neben den Informationen zur Strategie und der Neukonzeption der Geschäftsstellen stand die Aussprache mit den Vertretern im Fokus der Versammlung in Bücken. Der Dialog zwischen den Mitgliedervertretern und dem Volksbank-Vorstand sei offen und konstruktiv verlaufen. Der Hasseler Heiko Lange habe ausführlich den Standpunkt der Vertreter dargestellt, die die außerordentliche Versammlung beantragt hatten. Daraus sei eine rege Diskussion entstanden. Lange kritisierte vor allem, dass die Schließungen zeitnah erfolgten und der Vorstand keine mindestens einjährige Übergangsfrist eingeräumt habe. Das veränderte Kundenverhalten und wirtschaftliche Zwänge hätten dem Vorstand aber keine andere Wahl gelassen, hieß es gestern dazu.

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