Fanhilfe Hannover nimmt Stellung zum Polizeieinsatz am Achimer Bahnhof

„Völlig überzogene Eingriffe“ in die Bewegungsfreiheit

Achim / Hannover - Wegen „völlig überzogener Eingriffe in die im Grundgesetz verankerte Bewegungsfreiheit“ prüft die „Fanhilfe Hannover“ rechtliche Schritte. Das geht aus einer Fanhilfe-Pressemitteilung nach dem Polizeieinsatz am Achimer Bahnhof gegen Hannover-96-Anhänger vom vergangenen Freitagabend hervor.

Lesen Sie auch beim NDR:

96-Chef Kind und Fans in der Beziehungskrise

Video: "Einen Gang zurückschalten"

„Über 400 Fans, die zum Auswärtsspiel ihrer Mannschaft in Bremen anreisen wollten, wurden über Stunden in polizeilichem Gewahrsam gehalten. Eine Rechtsgrundlage bestand dafür nach Ansicht der Fanhilfe Hannover nicht“, heißt es in der Mitteilung.

Fakt sei, dass 434 bahnreisende Fußballanhänger am Bahnhof Achim den überfüllten Regionalzug verlassen hätten, um mit einem späteren Zug die Reise nach Bremen fortsetzen zu können.

Die Polizei hatte das Aussteigen nicht verhindert, aber den Bahnhof abgesperrt. „Aus bisher ungeklärten Gründen fuhr der Anschlusszug wider Erwarten nicht in den Bahnhof Achim ein“, wird in der Presseerklärung vermerkt.

Aus den Reihen der Fans seien auf dem Bahnsteig zwei Knallkörper gezündet worden. Andere hätten jedoch sofort per Megaphon auf ihre Mitreisenden eingewirkt, dieses gefährliche Verhalten zu unterlassen.

Insgesamt hätten sich die Fans trotz der ungeklärten Situation absolut friedlich verhalten. Ein Seitengleis sei lediglich von einzelnen „zum Verrichten der Notdurft überquert worden, da Beamte der Polizei einen Zugang zu einer Toilette während des kompletten Aufenthalts in Achim verhinderten“.

Auch als die Polizei ein Betretungsverbot für die Stadt Bremen aussprach und die Fans nach Hannover zurück schickte, seien diese ruhig geblieben und hätten „mehrere Stunden auf dem zum Großteil unüberdachten Bahnsteig“ gewartet.

Beim Einsteigen in den bereitgestellten Regionalexpress habe es dann vereinzelte Rangeleien mit der Polizei gegeben. Fans seien nämlich „unter massiver Anwendung körperlicher Zwangsmaßnahmen“ in schon überfüllte Wagen gedrückt worden.

Im Hauptbahnhof Hannover wurden dann „bis in die frühen Morgenstunden“ sämtliche 434 Personalien aufgenommen. Während der gesamten acht Stunden in Polizeibegleitung sei es nicht möglich gewesen, sich mit Getränken oder Essen zu versorgen.

Aus Sicht der Fanhilfe Hannover war das Einsatzverhalten der Polizei „überzogen und teilweise rechtswidrig“. Über 400 Fans seien aufgrund von zwei Ordnungswidrigkeiten in ihren Rechten massiv eingeschränkt worden. „Erschwerend“ kommt nach Erkenntnissen der Fanhilfe hinzu, „dass zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit bestanden hätte, sich räumlich von dem Werfer der Knallkörper zu distanzieren, da dies in einem polizeilichen Kessel geschah.“

Das könnte Sie auch interessieren

Selena Gomez zeigt sich bei ungewohnt ernsten American Music Awards blond

Selena Gomez zeigt sich bei ungewohnt ernsten American Music Awards blond

Wie werde ich Notfallsanitäter/in?

Wie werde ich Notfallsanitäter/in?

Hartes Ringen bei Jamaika-Sondierungen

Hartes Ringen bei Jamaika-Sondierungen

Mugabe räumt Probleme ein - Aber kein Rücktritt

Mugabe räumt Probleme ein - Aber kein Rücktritt

Meistgelesene Artikel

Rüstzeug für den Arbeitsplatz in Deutschland

Rüstzeug für den Arbeitsplatz in Deutschland

Grundsteinlegung für die Janusz-Korczak-Schule

Grundsteinlegung für die Janusz-Korczak-Schule

Der rote Rucksack ist im Landtag angekommen

Der rote Rucksack ist im Landtag angekommen

Viele Zaungäste an der Edeka-Baustelle

Viele Zaungäste an der Edeka-Baustelle

Kommentare