Einsatz neuer Medien an Schulen / Auch das Domgymnasium hat Whiteboards und IServ in den Unterricht integriert

Virtuelle Versuche und Video-Einlagen

Vergangenheit und Zukunft: links die herkömmliche Tafel, rechts das Whiteboard.

Verden - Von Andreas Norden· Der technische Fortschritt scheint unaufhaltsam. Auch Schulen versuchen zunehmend, die neuen Medien rund um Computer und Internet zu etablieren. Nicht ohne Kontroversen. Besonders der größere Lernerfolg wird bezweifelt. Den Diskussionen zum Trotz gab man am Domgymnasium Verden grünes Licht für kreidefreie Tafeln und ein eigenes Community-Portal.

Die Whiteboards ermöglichen es, digitale Tafelbilder mit dem Computer zu erstellen. Die Anschaffung von Kreide wird durch die speziellen Whiteboard-Marker überflüssig. Laut Klaus Spielberg, Lehrer am traditionsreichen DoG, eröffne die moderne Technologie völlig neue Unterrichtsmethoden, die Vorteile für Lehrende und Lernende bergen.

Die Pädagogen haben die Möglichkeit, ihre Materialien schon lange im Voraus zu erstellen, um sie dann schnell und flexibel im Unterricht abzurufen. Zudem sei es mit Hilfe von speziellen Computerprogrammen möglich, gefährliche Versuche, zum Beispiel im Chemieunterricht, einfach virtuell durchzuführen. Ein anwesender, mittlerweile pensionierter Kollege Spielbergs bestätigte dies mit freudigem Lächeln. Schüler profitieren nach Aussage des Französisch- und Geschichtslehrers Spielbergs ebenfalls von dem neuen Medium. Der Unterricht könne nun erheblich interessanter gestaltet, durch Video-, Musik- oder Bildbeiträge aufgelockert sowie unterstrichen werden.

Da die Technikkompetenz innerhalb des Kollegiums schwanke, bemühe man sich, durch Fortbildungen möglichst jeden auf einen angemessenen Wissensstand zu bringen. Dabei gelte die alte Regel des „Learning by doing“, wie Klaus Spielberg aus Erfahrung zu berichten wusste.

Neugier und eine gewisse Experimentierfreude der Pennäler könnten durchaus gefährlich für die Elektronik sein, weshalb sie außerhalb des Unterrichts für Schüler unerreichbar aufbewahrt werde. Das Ersetzen der von der Gerhard-und-Karin-Matthäi-Stiftung ermöglichten Geräte wäre äußerst kostspielig. Auch die Störungsanfälligkeit stelle einen Stolperstein dar. Doch nach genauem Abwägen sei man sicher, dass die positiven Aspekte die Mühen wert seien. Zwar seien die Whiteboards keine Allheilmittel, da erfolgreiches Lernen immer noch auf Fleiß und Aufmerksamkeit des Schülers basiere, jedoch steigerten die weißen Schiefertafel-Nachfolger die Motivation erheblich.

Und damit nicht genug des Aufrüstens. Auch IServ, eine Internetplattform, über die Schüler und Lehrer Informationen austauschen können, fand seinen Weg ins Domgymnasium. Trotz anfänglicher Euphorie seitens der Schüler sei es zur Zeit noch relativ still in den Chatrooms und Foren. Klaus Spielberg versicherte jedoch, dass IServ von immer mehr Lehrern verwendet werde, um Hausaufgaben und Materialien an Schüler zu versenden. Dadurch belebe man die Schulplattform zusehends. Als Schüler könne man auch gerne Fragen zum Unterricht über IServ verschicken, private Themen sollten jedoch außen vor bleiben.

Um Mobbing oder Obszönitäten zu verhindern, müsse jedes Mitglied zunächst den Nutzungsbedingungen einwilligen. Das von der DoG-Homepage-AG verwaltete IServ sei ausdrücklich nur für schulische Zwecke gedacht. Bald solle IServ, das bereits von der Realschule Verden genutzt wird, für die Schüler so selbstverständlich wie Schüler VZ und Co. werden. Diese Internetseiten haben es geschafft, hunderttausend Jugendliche anzulocken, die täglich über diese Dienste miteinander kommunizieren. Um das große Potenzial neuer Medien so weit wie möglich auszuschöpfen, so Spielberg, müsse jeder seinen Beitrag leisten, durch Verantwortung, Lernwille und Interesse.

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