Achimer Bauunterhaltungsausschuss einhellig für Ausbau der oft staubigen und schlammigen Straßen nahe der Marsch

Das Viertel soll paradiesischer werden

Die Marschstraße ist noch die breiteste Straße im Quartier, aber ebenfalls ohne jeden stabilen Straßenbelag. Jedes Jahr muss der Bauhof der Stadt ausbessern. ·
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Die Marschstraße ist noch die breiteste Straße im Quartier, aber ebenfalls ohne jeden stabilen Straßenbelag. Jedes Jahr muss der Bauhof der Stadt ausbessern. ·

Achim - Gut 50 Straßen und Wege stehen seit Jahrzehnten auf einer städtischen Mängelliste. Anwohner fordern Abhilfe, wollen aber für den Ausbau der Straßen nicht tief in die Tasche greifen. Seit Jahrzehnten gilt in Achim der Grundsatz, dass keine Straße gegen den Willen der Anwohner ausgebaut wird. Beim „Paradiesviertel“ will jetzt die Stadt von diesem Grundsatz abweichen.

Zum so genannten Paradiesviertel am Rande der Achimer Marsch gehören ein Abschnitt der Langenstraße, die Marschstraße, der Paradiesweg, ein Teilstück des Parallelweges und die Weberstraße.

Die oft schmalen Straßen sind mit Sand und Schotter bedeckt, abschüssig und ohne Regenkanalisation. Je nach Wetterlage ist es in den mit Schlaglöchern versehenen Straßen staubig oder matschig. Bei starken Regenfällen schießt das Wasser Richtung Marsch herunter, so dass Überschwemmungen an bestimmten Grundstücken an der Tagesordnung sind.

Das  Problem ist seit Jahrzehnten bekannt, und ein Vorstoß und monatelanger Planungsprozess für einen ordentlichen Ausbau der Straßen scheiterte vor Jahren, als sich kurz vor der Auftragsvergabe aus finanziellen Gründen eine knappe Mehrheit gegen den Ausbau gebildet hatte.

Das soll die Stadt jetzt nicht mehr am Ausbau hindern. Einhellig stimmten die Politiker unter Leitung von Wolfgang Heckel (WGA) im Achimer Bauunterhaltungsausschuss am Montag zu, ihre Verantwortung wahrzunehmen und den Ausbau der Straßen im Jahre 2014 einzuleiten.

Fachbereichsleiter Steffen Zorn hatte darauf hingewiesen, dass durch die Schlaglöcher in den Straßen und Wegen Unfallgefahren für Fußgänger und Radfahrer existieren und durch die Überschwemmungen Schäden auf Grundstücken drohen und die Stadt dafür in Haftung genommen werden könne.

Jetzt müsse die Stadt Jahr für Jahr die Straßen im Paradiesviertel ausbessern. Von den 60 000 Euro jährlichen Reparaturkosten für alle Achimer Straßen und Wege entfielen 4000 Euro auf diese Straßen, viermal mehr als für ausgebaute Straßen und das Fünfzehnfache eines Feldweges am Rande der Stadt.

Ein Ausbau statt dieses ständigen Flickwerkes sei also angezeigt. Einen Billig-ausbau wie in anderen Stadtgebieten mit Tränkdecke zum Beispiel hält Zorn für ausgeschlossen, denn das löse nicht die Entwässerungsprobleme und sei bei diesen zusammenhängendem Wegenetz mit internen Wechselwirkungen nicht möglich. Dies müsse schon von einem Ingenieurbüro geplant werden.

So beschloss der Ausschuss einstimmig, diese Planung anzugehen, sie 2013 den Bürgern vorzustellen und mit ihnen zu erörtern und 2014 die Straßen und Wege auszubauen.

Welche Kosten auf die Anwohner zukommen werden, die in der Regel 90 Prozent zu tragen haben, ist noch offen. Einige Anwohner begrüßten während der Ausschusssitzung jedenfalls schon, dass die Zeiten der Staubwolken beziehungsweise Schlammpisten vor ihren Haustüren bald zu Ende sein sollen. · mb

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