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Preisverleihung in Verden: Grüne Gärten in der Innenstadt mit Stockrosen, Stauden und Hecken

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Von: Christel Niemann

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Eine Zeichnung mit Gebäuden, Bäumen und einer Straße.
Planungsentwurf des zweigeteilten Stadtgartens am Domherrenhaus: Ein tristes Entree und Umfeld zu einem einladenden Bereich zu entwickeln, darum geht es den Planern des Büros Mera. © Niemann

Mehr Grün am Domherrenhaus, an Prediger- und Ritterstraße

Verden - Das Preisgericht hatte die Qual der Wahl: Vier Beiträge hatten Architekturbüros für Landschaftsplanung eingereicht, um sich am freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb der Stadt Verden zu beteiligen. Die Aufgabe: drei Innenstadtgärten im Bereich Domherrenhaus, Prediger- und Ritterstraße ansprechend zu gestalten und damit die Aufenthaltsqualität maßgeblich zu steigern.

Grün statt Steine

Da, wo jetzt noch Steine liegen und den Boden versiegeln, soll es bereits im kommenden Jahr grünen und blühen, und zwar mitten in der Verdener Innenstadt. Dafür hat sich die Stadt Verden erfolgreich um die Aufnahme in das Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ des Landes Niedersachsen beworben und den Realisierungswettbewerb mit Bürgerbeteiligung auf den Weg gebracht.

Achtköpfige Jury wählt Entwurf des Büros Mera

Inzwischen ist der Wettbewerb abgeschlossen und Bürgermeister Lutz Brockmann gab im Rathausfoyer die Preisträger bekannt. Vier Arbeiten waren eingegangen. In intensiven Beurteilungsphasen durch die achtköpfige Jury aus je vier Fach- und Sachpreisrichtern setzte sich schließlich der Entwurf der Hamburger Landschaftsarchitekten vom Büro Mera – Landschaftsarchitektur für Mensch und Raum – durch. Auf Platz 2 folgt das Architektenteam vom Büro Grünplan aus Hannover, während die Jury den Wettbewerbsbeitrag des Büros nsp-Landschaftsplaner Hannover mit einer Anerkennung auszeichnete.

Als Vertreter des siegreichen Büros nahm Nils Krieger den Preis entgegen. „Die Planungen haben uns sehr beschäftigt. Zeit hat dabei keine Rolle gespielt, denn es hat uns viel Spaß gemacht“, berichtete er verschmitzt lächelnd.

Charakter des Domherrenhauses mit gärtnerischen Mitteln wiederherstellen

Krieger skizzierte einzelne Maßnahmen, die an den genannten Standorten nach erfolgter Entsiegelung verwirklicht werden sollen. So ist beispielsweise am Domherrenhaus der verlorene Charakter des schönen Gebäudes mit gärtnerischen Mitteln wiederherzustellen. Nach den Vorstellungen der Planer wird hier in naher Zukunft ein repräsentativ gestalteter Vorgarten den Eingang zum Museum betonen. Ein Teppich aus Grün und Natursteinplatten ist vorgesehen, flankiert von einer immergrünen Eibenhecke, während der südlich gelegene sogenannte Pocket-Garten eine vielfältige Bepflanzung aus insektenfreundlichen Stauden und Gräsern erhalten soll. Weiter sieht die Planung des zweigeteilten Mini-Gartens nah am Störtebeker-Brunnen Sitzgelegenheiten als Wechselspiel von Aufenthalt und Blickbeziehungen vor. Entlang des Gehweges sollen Fahrradbügel installiert werden. Auch an einen Platz für die Litfaßsäule wurde gedacht. Sie soll zukünftig zwischen den beiden Gärten stehen, damit ihre Zugehörigkeit zum Museum klar zu erkennen ist.

„Um eine optische Verbindung mit den Hausfassaden der umliegenden Straßen zu schaffen, haben wir viele bunte Stockrosen angedacht“, erzählte Krieger. Gerade die Stockrose beschrieb er als wichtiges, identitätsstiftendes Gestaltungsmittel. „Mit ihren leuchtenden und ganz unterschiedlichen Farben und zahlreichen Blüten wertet sie jeden Straßenraum auf und prägt das Stadtbild ganz entscheidend.“ Darüber hinaus sei sie ein Magnet für Insekten und Bienen.

Intensive und lebhafte Diskussionen

„Wir haben vor unserer Entscheidung ebenso intensiv wie lebhaft diskutiert, denn es wurden ja mehrere hochkarätige Entwürfe eingereicht“, fasste Jurymitglied Johanna König bei der Preisverleihung zusammen. Die Begrünung der drei ausgewählten innerstädtischen Flächen bezeichnete sie als einen zukunftweisenden Schritt, der nicht nur die Aufenthaltsqualität deutlich verbessern werde, sondern sich auch auf das gesamte Stadtbild positiv auswirke.

Start der Entwurfsphase und Ausführungsplanung

Und wie geht es nun weiter? „Jetzt starten Entwurfsphase und Ausführungsplanung und im Herbst werden die Maßnahmen umgesetzt“, informierte Silke Schwarz vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün bei der Stadt Verden. Und Bürgermeister Lutz Brockmann ergänzte, dass der Stadtrat noch einen formellen Baubeschluss fassen müsse, und das bald. Denn die Zeit drängt, da die Fördermittel in Höhe von bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten nur dann fließen, wenn das Projekt bis März 2023 abgeschlossen ist.  

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