Margarete Harms feierte gut gelaunt ihren 101. Geburtstag / Eine große Familie

Mit viel Humor und einem festen Willen

Glückwunsch zum hohen Geburtstag: Margarete Harms und Bürgermeister Lutz Brockmann.

Verden - (mw) „Es geht mir doch gut“, lachte Margarete Harms. Sie strahlte den Gratulanten an. Ein charmantes, ja, fast schon ein spitzbübisches Lachen, mit dem sie ihren Gesprächspartner sogleich für sich einnahm. Zweifellos, ihren Humor hat sich die betagte Frau bis ins hohe Alter bewahrt. Am Sonnabend feierte Margarete Harms im Kreise von engen Freunden und der großen Familie ihren 101. Geburtstag.

Humor einerseits, ein fester Wille und der Blick fürs Wesentliche andererseits sind es, die Margarete Harms durch ihr langes und in jungen Jahren auch entbehrungsreiches Leben begleitet haben. „Gegen den Strom“ hatte Tochter Ursula Harms, zugleich Lehrerin und Malerin, anlässlich des 100. Geburtstages vor einem Jahr eine Ausstellung zu Ehren ihrer engagierten Mutter überschrieben. Der Titel spiegelt ein Leben wider, dass so gar nicht stromlinienförmig verlief.

Geboren wurde Margarete Harms als zweites von drei Kindern in Port Elisabeth (Südafrika), wo ihr Vater als Pastor die deutsche Gemeinde betreute. Im Jahre 1910 kehrte die Familie nach Deutschland zurück, der Vater arbeitete zunächst in Hannover, dann in Rotenburg. Magarete Harms machte die Mittlere Reife und begann in Bremen eine Ausbildung zur Kindergärtnerin, die sie 1928 abschloss. Noch im selben Jahr heiratete sie den Theologen Eduard Rannenberg. Das Paar beschloss kurz darauf, nach Südafrika überzusiedeln. In King Williamstown wurde der Ehemann Pastor der deutschen Gemeinde.

Kurz nach der Geburt ihrer ersten beiden Kinder starb Eduard Rannenberg bei einem Badeunfall. Margarete Harms verließ Südafrika und zog 1932 nach Verden. Sechs Jahre später heiratete die damals 28-Jährige den Pastor Theodor Harms, mit dem sie fünf Kinder bekam. Doch das Glück währte nicht lang. Pastor Harms fiel im Zweiten Weltkrieg. Ein schwerer Schlag für die Großfamilie. Sohn Gerhard, jüngster der sieben Geschwister, erinnerte sich an diese Zeit: „Gejammert hat meine Mutter aber nie. Sie hat stets nach vorn geblickt.“

Der ihr eigene Weitblick war vielleicht auch ein Grund dafür, sich gesellschaftlich zu engagieren. „Nachdem wir Kinder groß waren, stieg Mutter in die Politik ein“, so Gerhard Harms. 1970 ging Margarete Harms gegen die Planung des Atommüllagers in Lichtenmoor bei Rethem auf die Straße. Ihr Engagement gegen Atomanlagen und für den Frieden zog sich in den darauf folgenden Jahren wie ein roter Faden durch ihre Biografie. In Verden war sie zudem Mitbegründerin der Grünen und Mitglied des Kreis- und Ortsvorstandes. Mit 81 Jahren war sie noch Mitglied des Rates der Stadt Verden.

Seit zehn Jahren hat die Seniorin in der Wohnanlage St. Johannis ein neues Zuhause gefunden. Durch ihre offene und freundliche Art, auf Menschen zuzugehen, konnte sie dort viele Freundschaften schließen. Außerdem ist sie Mittelpunkt ihrer großen Familie. Ihre fünf noch lebenden Kinder Werner, Hans-Martin, Hildegard, Ursula und Gerhard sind ständige Besucher. „Und auch die Enkel und Urenkel suchen die Nähe zu ihrer Groß- und Ur-Großmutter“, hat Gerhard Harms beobachtet. Und so stieß die fast 50-köpfige Verwandtschaft mit Sekt und Orangensaft auf das Familienoberhaupt an. Für die Stadt Verden gratulierte Bürgermeister Lutz Brockmann, der sich ganz besonders darüber freute, der Seniorin schon so viele Jahre Glückwünsche überbringen zu dürfen.

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