Laut Bürgermeister Kellner wäre vertragliche Festlegung nicht gültig / Aber Dezibel-Grenzen

Verzicht auf Gebets-Ruf: „Tut mir weh“

Ilhami Yoldas (stehend) vom Vorstand des Kulturvereins Achimer Muslime (Kamu) erläuterte auf dem gut besuchten Informationsabend ausführlich das geplante Moscheeprojekt. Kamu-Vorstandsvorsitzender Rakip Erdinc (neben Yoldaz am Vorstandstisch) hatte zuvor die Besucher begrüßt und einiges zum Verein sowie zu dessen Geschichte und Aktivitäten erzählt.
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Ilhami Yoldas (stehend) vom Vorstand des Kulturvereins Achimer Muslime (Kamu) erläuterte auf dem gut besuchten Informationsabend ausführlich das geplante Moscheeprojekt. Kamu-Vorstandsvorsitzender Rakip Erdinc (neben Yoldaz am Vorstandstisch) hatte zuvor die Besucher begrüßt und einiges zum Verein sowie zu dessen Geschichte und Aktivitäten erzählt.

Achim - Ein Minarett gehöre zur islamischen Kultur der Religionsausübung, der Ruf des Muezzins zum Gebet eigentlich auch. Mitglieder des Kulturvereins Achimer Muslime (Kamu) bestätigten das auf dem Infoabend zum Achimer Moscheebauvorhaben.

Ein Minarett von 17 Metern Höhe und 1,60 Metern Durchmesser neben dem 13 Meter hohen Moschee-Kuppeldach ist weiter in den Plänen vorgesehen. Auf den Muezzin-Ruf verzichtet Kamu aber. Diese Rücksichtnahme auf nichtislamische Anwohner lobten Besucher des Infoabends. Ein jüngerer Kamu-Vorständler gab allerdings zu, dass ihn persönlich dieser Verzicht schmerze.

Weil der laute Ruf zum Gebet auch gesetzlich bei uns mit unter die freie Religionsausübung falle, wäre eine Vertrags-Vereinbarung über den Verzicht nicht gültig, machte Bürgermeister Uwe Kellner deutlich. Einschränkungen wären allerdings über maximale Dezibel-Grenzen im Bebauungsplan möglich – zumal der erste Ruf schon vor der Morgendämmerung ertönen würde und fünfmal täglich gebetet wird.

Zur Finanzierung des auf 400 000 Euro kalkulierten Projekts an der Hasseler Straße führte Ilhami Yoldas aus, dass 190 000 Euro aus Spenden gesichert und ein weiterer bedeutender Betrag aus Verkauf beziehungsweise Vermietung des bisherigen Vereinsdomizils an der Feldstraße zu erwarten sei. Im übrigen solle jede Menge handwerkliche Eigenarbeit investiert und um weitere Spender geworben werden. „Natürlich werden wir uns einiges vom Mund absparen müssen“, ergänzte ein anderes Vereinsmitglied. Wenn der Neubau abgezahlt ist, soll der Name des Milli Görüs-Unternehmens im Grundbuch gestrichen werden.

Kellner wies noch darauf hin, dass bis zum Baubeginn nach dem Bebauungsplanverfahren, dessen Abschluss und der Baugenehmigung noch einige Zeit ins Land gehen werde. Ob es wirklich schon im Frühjahr 2013 losgeht wie von Kamu angestrebt, scheint demnach unklar. · la

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