Die „swb“ will Streit mit unzufriedenen Kunden beenden

500 Verträge gekündigt

WIG: Niemand bleibt ohne Gas.

STUHR/WEYHE/THEDINGHAUSEN (sie) · Der Bremer Gasversorger „swb“ kündigt zum 28. Februar 500 Gasbelieferungsverträge von Kunden aus Weyhe, Stuhr und Thedinghausen.

Damit will das Unternehmen einen Schlussstrich unter den Streit mit den Kunden ziehen, die in den vergangenen fünf Jahren sowohl Widerspruch gegen die Preisanpassungsklauseln eingelegt als auch Abschlagszahlungen nicht in voller Höhe beglichen hatten. Das sagte gestern auf Anfrage „swb“-Unternehmenssprecherin Angela Dittmer.

Insgesamt 50 Kunden aus Stuhr, die bereits solche Briefe erhalten haben, hätten sich bei der Weyher Interessengemeinschaft Gaspreise (WIG) gemeldet, sagt deren Sprecher Siegfried Just. Neben der Kündigung wird den Kunden ein neuer Vertrag angeboten. Außerdem wolle der Gasversorger die ausstehenden Beträge gesondert verfolgen.

Einige Anrufer, die glaubten, dass die „swb“ ihnen den Gashahn gewissermaßen abdrehen wolle, habe er beruhigen können. Just: „Wer bislang den ‚Erdgas plus‘-Tarif hatte, bleibt in dem Tarif. Man bekommt nur eine neue Vertragsnummer. Die Konditionen sind gleich.“ Es sei weder schlechter noch besser, sagt der WIG-Sprecher. Wer bei der „swb“ keinen Neuvertrag eingeht, der rutscht in einen 0,63 Cent teureren Basis-Tarif, falls er sich nicht rechtzeitig um einen anderen Gasversorger bemüht. „Zu keiner Zeit wird die Gasversorgung eingestellt“, stellt Just klar.

Der WIG-Sprecher weiter: Ein Widerspruch gegen die neuen Verträge lohnt sich nicht, weil die Preisanpassungsklausel gerichtsfest geändert worden sei. Just mahnte gleichzeitig: „Wenn alle Kunden der ‚swb‘ weglaufen, verlieren wir einen regionalen Anbieter. Andere Gaslieferanten verklagen ihre Kunden.“ Er geht davon aus, dass die Widersprüchler, die sich an die Empfehlungen der WIG gehalten und ihre Zahlungen maßvoll gekürzt hatten, keinen Prozess fürchten müssten. Irmgard Czarnecki, Leiterin der Verbraucherzentrale Bremen, sagt, dass sich die Kunden von Nachforderungen nicht beeindrucken lassen sollen: „Die Briefe sind ein massiver Versuch, die Widersprüchler einzuschüchtern. Zudem sollte man ernsthaft prüfen, ob man mit einem Versorger einen neuen Vertrag abschließen möchte, der so mit einem umgeht.“

Die „swb“ sieht die Rechtslage völlig anders. Der Bundesgerichtshof habe in seinem jüngsten Urteil gegen die damalige „swb“-Tochter „kgu“ „lediglich die Preisanpassungsklausel beanstandet“ – „die Höhe und Angemessenheit der Preise“ habe er nicht behandelt.

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