Harupa-Buch zu Verdener Anwaltschaft

Verein viel älter als gedacht

Dr. Rüdiger Lengtat, Dr. Ekkehard Harupa und Christian Brunssen (v.l.) mit dem neuen Buch.

Verden - (wb) Als der Verdener Anwaltverein (VAV) im vergangenen Jahr sein 80-jähriges Bestehen feierte, entstand die Idee zu dem Buch „Geschichte der Verdener Anwaltschaft“. Dr. Ekkehard Harupa, Rechtsanwalt und Notar a.D, hat die Geschichte des Vereins in mühevoller Kleinarbeit aufgearbeitet und in dem Buch zusammengefasst.

Eines der ersten Exemplare erhielt Landgerichtspräsident Dr. Rüdiger Lengtat als Dank für seine Unterstützung bei den Recherchen. Denn viele Informationen entstammen dem Gerichtsarchiv, in das Harupa mehrfach Einblick nehmen durfte.

Das Landgerichtsgebäude ziert auch die Vorderseite des Buches, eine handcolorierte Fotografie von 1901, die Lengtat zur Verfügung gestellt hatte. Es sehe heute noch fast genauso aus. Nur der Schriftzug „Königliches Landgericht“ sei später auf „Landgericht“ verkürzt worden.

Harupa war nach Aufnahme seiner anwaltlichen Tätigkeit am 1. Oktober 1961 dem VAV, der mehr Berufsverband als Verein ist, beigetreten. Er sei Nummer 13 gewesen, sagt der gebürtige Berliner, der seine Schulzeit schon in Verden verbrachte und am Domgymnasium sein Abitur gemacht hat. Später hatte er den Vorsitz im VAV und ist heute Ehrenvorsitzender in dem 160 Mitglieder zählenden Verein. Den Vorsitz hat heute Rechtsanwalt Christian Brunssen von der Kanzlei Struif, Müffelmann & Partner. Über diese kann das Buch auch bezogen werden, gegen einen Beitrag von 15 Euro (brunssen@struif-Partner.de oder Telefon 04231/3004-0).

Bislang war 1928 als Gründungsjahr des VAV angenommen worden, weil seinerzeit die Registrierung beim Deutschen Anwaltverein erfolgte. Das heutige Verdener Landgericht sei 1877/1879 als Obergericht etabliert worden. Nach der Justizreform 1852 habe Anwaltzwang geherrscht. Harupa glaubt nicht, dass die Rechtsanwälte bis 1928 „nebeneinander hergelebt“ haben. Er kommt in dem Buch zu dem Ergebnis, dass der Verein zusammen mit nicht registrierten Vorläufern auf eine 150- bis 160-jährige Geschichte schauen kann.

In dem Buch erinnert er an die Vorsitzenden des Vereins, der geschichtliche Rückblick beginnt 1715 und berichtet von einen heute amüsanten Dekret von Friedrich Wilhelm I., der nicht viel von den Juristen hielt. Da heißt es: „... dass die Advokaten nicht nur vor Gericht, sondern auch auf der Straße ein bis an die Knie reichendes Mäntelchen zu tragen haben, damit man diese Spitzbuben schon von weitem erkenne.“

Besondere Erwähnung findet, was Harupa selbst 1961, zu Beginn seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt, aufgefallen war. Anders als allgemein üblich, verzichteten die Juristen in der untereinander geführten Korrespondenz auf Anreden und Grußformeln, um so das während NS-Herrschaft geforderte, aber von den Kollegen nicht geschätzte „Heil Hitler“ zu umgehen.

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