Diebstahl ist Grabschändung / Waldfriedhof besonders betroffen / Tore bleiben Tag und Nacht geöffnet

Dreiste Diebstähle: Was ist los auf Verdens Friedhöfen?

Eine Farbenpracht, die manchmal Diebe anlockt: Der Domfriedhof.

Verden - Von Erika Wennhold· Claudia Eller verwaltet drei kirchliche Friedhöfe in der Stadt Verden und ist besorgt: „Immer häufiger und immer dreister wird hier gestohlen. Aber wir können so gut wie nichts tun.“

Das Nachsehen haben Angehörige, die am Sonnabend einen Blumenstrauß zur Grabstelle bringen und Montag feststellen müssen, dass er gestohlen wurde. Eller: „Besonders zu Ostern oder wenn Muttertag ist, verschwinden Sträuße.“ Schön gewachsene Gehölze seien ebenso begehrt.

Die Leiterin der kirchlichen Friedhöfe mit einem Büro am Waldfriedhof will die Situation keinesfalls verharmlosen: „Das sind keine Kavaliersdelikte, das ist Grabschändung.“ Claudia Eller hat beobachtet, dass die Fälle zunehmen. Weniger Beschwerden gibt es schon allein wegen seiner geringeren Größe am Johannisfriedhof, der Waldfriedhof scheint für Diebstähle besonders beliebt zu sein. Er ist weitläufig, unübersichtlich und hat auf allen Seiten Ausgänge. Eller: „Hier haben wir regelmäßig eine Schneise. Vom Parkplatz ausgehend, an der Kapelle vorbei, werden Gräber geplündert.“

Die Friedhofsverwaltung ist aber auch selber betroffen. Vor einiger Zeit verschwand in der Mittagspause ein 20 Meter langer, gelber Bewässerungsschlauch. Aber nicht nur beim Diebstahl scheint die Hemmschwelle geringer zu werden. Auch am Respekt vor den Trauernden fehle es manchmal und am Respekt vor der Anlage selbst, beklagt Claudia Eller, die als Beispiel den Domfriedhof nennt.

Dort hat ein Besucher regelmäßig Hecke weggeschnitten, um den Zugangsweg zu verkürzen. Die Friedhofsverwaltung hat hier öfter neu angepflanzt, doch immer wieder wurde die Hecke bodentief gekürzt. Dabei existieren an der Kirchhofstraße einmal 15 und einmal 20 Meter davon entfernt Zugänge. Doch nicht nur darüber muss man sich wundern. Die sieben Mitarbeiter finden in den Abfallkörben nicht selten voll gestopfte gelbe Säcke oder stinkenden Hausmüll, der hier nicht hingehört.

Um Diebe und andere ungebetene Gäste zu vertreiben, hat Claudia Eller die Polizei gebeten, hin und wieder Streife zu gehen. Nicht nur sie, auch Karl Emil Hansen hofft auf eine abschreckende Wirkung. Dessen Schwiegermutter ist vor kurzem beerdigt worden. Von den beiseite gestellten Blumen und Pflanzen haben sich Diebe das Beste herausgesucht. Hansen: „Das geht seit Jahren so, wird aber immer schlimmer.“ Seine Cousine hat sich deshalb angewöhnt, die Diebe mit einem Zettel zu begrüßen: „Auch der Dieb wird seine gerechte Strafe finden.“

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