Zwölf Stunden vor dem Zeitplan / Neue Gleisanlage geht bald in Betrieb

Brücke für die Ewigkeit

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Die Laster der Baufirmen fahren noch etwa ein Jahr.

Verden - Von Annelie Sturhann. Die Arbeiten an der neuen Eisenbahnbrücke über die Aller zwischen Verden und Wahnebergen sind seit fast drei Jahren im Gang. Nun neigt sich das 50-Millionen-Projekt dem Ende zu, meldet Diplom-Ingenieur Thomas Schulze. Seit Ende August sind die Bauarbeiter jetzt dabei, die neuen mit den bestehenden Gleisen zu verbinden.

„Im Moment liegen wir sogar zwölf Stunden vor unserem Zeitplan“, freut sich Thomas Schulze. Auf der Baustelle herrscht ein straffer Zeitplan, den Schulze und sein Team unbedingt einhalten wollen. Auf der östlichen Seite der Strecke (Wahnebergen Richtung Verden) soll der Gleisanschluss bis Samstag abgeschlossen sein. Obwohl auf der Baustelle zurzeit rund um die Uhr Hochbetrieb herrscht, nimmt sich der beratende Ingenieur des Projektes viel Zeit für seine Erklärungen.

Von Dienstag, 6. Oktober, bis Dienstag, 13. Oktober, werden die anderen, westlichen Gleise (Verden Richtung Wahnebergen) an die Bestandsgleise angebunden.

Nach Anschluss der neuen Schienen werden bis Freitag, 16. Oktober, noch einige Testfahrten und Messungen durchgeführt, um die neue Anlage endgültig in Betrieb nehmen zu können. Danach beginnt dann der Rückbau der alten Gleisanlagen. Die alte Brücke aus dem Jahr 1867 wird im Zeitraum von April bis Oktober 2016 endgültig abgerissen. „Der sichtbare Teil sowie alles, was sich einen Meter unterhalb der Erde befindet, wird nach und nach abgetragen“, so Schulze. „Das betrifft dann auch den schwierigen Bereich unter Wasser.“

Die Eisenbahnbrücke verläuft durch das Überschwemmungsgebiet der Aller. Damit sie möglichst lange überdauert, wurde die Anordnung der Stützpfeiler im Vergleich zur alten Brücke neu durchdacht. Insgesamt würden weniger benötigt und kein Pfeiler stehe mehr direkt im Allerwasser. Die neue Brücke überspannt an dieser Übergangsstelle eine Länge von 80 Metern. Bei der alten Brücke stehen hier noch drei Stützen im Wasser.

Neben den vielen Pendlern fahren auch viele Güterzüge auf der betroffenen Strecke von Bremerhaven nach Hannover. Diese starke Nutzung macht eine längere Vollsperrung unmöglich. „Das wäre, als würde man die A7 sperren“, sagt Schulze. Er ärgert sich deshalb auch nicht, dass die ständig vorbeifahrenden Züge die Arbeit erschweren. Damit den Arbeitern dabei aber nichts passiert, gibt es ein direkt an den Gleisen installiertes Warnsystem, das akustische sowie optische Signale abgibt, sobald sich ein Zug nähert.

Für nächstes Jahr ist dann noch eine weitere Lärmschutzwand auf der Nordseite der Strecke geplant. Sie ist Teil des bundesweiten Lärmschutzprojektes der Deutschen Bahn.

„In 150 Jahren muss man die Brücke wohl wieder erneuern“, sagt Schulze in Bezug auf die erwartete Lebensdauer des Bauwerkes. Dies bezieht er allerdings nur auf den oberen Teil der neuen Überführung. „Die Stützpfeiler sind knapp 30 Meter tief im Fundament verankert und eigentlich unzerstörbar. Diese Brücke ist für die Ewigkeit.“

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