Zwischenstand: Der DFB führt mit 1:0

Arbeitsgericht weist Klage von Schiedsrichter der Dritten Liga ab

Verden - Das Arbeitsgericht Verden hat am Dienstag die Klage eines Schiedsrichters aus der Dritten Liga gegen den Deutschen Fußball-Bund abgewiesen. Patrick Schult aus Lauenbrück klagte auf Entfristung und wollte damit seine Weiterbeschäftigung erreichen. Aus Sicht der Zweiten Kammer übernehmen Schiedsrichter Aufträge und erfüllen Dienstleistungen. Es sei nicht mit einem Arbeitsverhältnis zu vergleichen.

„Man kann es anders organisieren, es ist aber nicht als Arbeitsverhältnis organisiert und gelebt worden“, hieß es in einer kurzen mündlichen Urteilsbegründung. Susanne Trautmann, Vorsitzende Richterin der Zweiten Kammer des Arbeitsgerichts hatte zuvor schon betont, dass Grundlage dieser Entscheidung auch nur dieser konkrete Fall ist. „Es geht um das, was hier auf dem Tisch liegt.

Zuvor hatte sie sich von DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann verschiedene Abläufe rund um die Einteilung von Schiedsrichtern erklären lassen. Der DFB steht auf dem Standpunkt, dass Schiedsrichter wie Selbstständige ihre Leistung erbringen und dabei frei in ihrer Entscheidung seien, ob sie zur Verfügung stehen. Wenn jemand mitteilt, dass er nicht kann, brauche es keine Begründung. Nur wenn er bereits zugesagt habe und dann absage, könne dies zu Sanktionen führen.

Doch die Praxis sieht aus Sicht von Kläger Patrick Schult und dessen Anwalt Dr. Malte Dittrich anders aus. „Wenn man nicht kann, dann droht die Sanktion, nicht mehr angefragt zu werden“, so der Jurist aus Bremen. So sei es auch bei dem Kläger gewesen, der in der Dritten Liga Schiedsrichter war und Assistent in der Zweiten Liga. Zuletzt war der hauptberufliche Zeitsoldat und Familienvater im Mai 2018 bei einem Heimspiel von Hansa Rostock als Referee im Einsatz.

Zu oft habe er abgesagt und sei deshalb nicht mehr auf die Liste gekommen, so deren Überzeugung. Während eines Auslandssemesters seiner Frau in Japan habe er nur eingeschränkt zur Verfügung gestanden, berichtete der Lauenbrücker in einer Verhandlungspause.

Wer zum Einsatz kommt, entscheide der sportliche Leiter, führte Zimmermann aus. Dieser sehe sich die Leistungsverläufe an. Ein Kriterium sei auch, was für eine Partie ansteht. So werde bei einem „Knallerspiel“, er nannte Schalke gegen Dortmund als Beispiel, ein alteingesessener Schiri eingesetzt.

Man könnte als Schiedsrichter auch Arbeitnehmer sein, aber die Frage ist, wie es in diesem Fall war. Doch das Gericht sieht auch, dass „faktische Umstände“ eine Rolle spielen. „Wenn man oft absagt, die Eignung nicht festgestellt wird. Oder wir fragen zweimal und dann nicht mehr“, so die Richterin.

Zimmermanns Kommentar zu der Partie am Verdener Arbeitsgericht. „Wir führen 1:0, aber das ist nicht mehr als ein Zwischenstand.“ Er gehe davon aus, dass die Gegenseite das Urteil anfechten werde. „Ein Unentschieden konnte es nicht geben“, so der Kläger. Aber „final entschieden“ sei es nicht. Doch erst wolle man das schriftliche Urteil abwarten.

wb

Rubriklistenbild: © dpa

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