Zwei Rentner in Oyten beraubt / Jetzt stehen Komplizen vor Gericht

Brutale Überfälle ziehen zweiten Prozess nach sich

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Mediengruppe Kreiszeitung

Oyten/Verden - Drei Angeklagte aus Bremen müssen sich seit gestern wegen schweren Raubes vor dem Landgericht Verden verantworten. Die 35 und 37 Jahre alten Brüder und ein 22-Jähriger sollen im September und Oktober 2014 an zwei brutalen Überfällen in Oyten beteiligt gewesen sein. Ein 31 Jahre alter Mann aus Bremen ist im Juni wegen seiner Beteiligung zu fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. Seine Strafe war erheblich gemindert worden, weil er geständig war und seine Komplizen genannt hatte.

Die Frau des 37 Jahre alten Angeklagten soll bei einem der Opfer als Putzfrau gearbeitet und ihrem Mann erzählt haben, dass sich im Haus des 72-Jährigen ein Tresor befindet. Gemeinsam mit seinem zwei Jahre jüngeren Brüder und drei Komplizen soll der arbeitslose Mann den Überfall geplant und am nächsten Tag ausgeführt haben. Der 35-Jährige soll dabei als Fahrer fungiert haben.

Gegen 18.20 Uhr sollen sie zu dem Einfamilienhaus gefahren sein. Zunächst sei es ihnen zu hell gewesen, so dass sie gegen 19.45 Uhr zurückkehrt sein und geklingelt haben sollen. Als der Rentner öffnete, soll er zurückgestoßen, geschlagen und ihm mit einem Messer eine zirka vier Zentimeter lange Schnittverletzung im Gesicht zugefügt worden sein.

Mittels eines Klebebandes wurden seine Hände auf dem Rücken gefesselt. Daraufhin verriet er den Tätern, wo sich Tresor und Schlüssel befinden. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Verden wird die Beute bei dieser ersten Tat mit rund 1350 Euro und bei der zweiten Tat mit rund 4000 Euro beziffert.

Bevor die Täter das Haus verließen, soll der Kopf des Rentners mehrfach mit Klebeband umwickelt worden sein. „Nur weil er den Kopf überstreckt hat, konnte er durch die Nase atmen“, heißt es in der Anklageschrift.

Bei der zweiten Tat am 10. Oktober 2014 sollen die Räuber ebenfalls einen Tipp bekommen haben, jedoch von einer nicht identifizierten Person. Einige Täter sollen für den Raub extra von einer Hochzeitsfeier abgeholt worden sein.

Über eine nicht abgeschlossene Seitentür gelangten sie laut Anklageschrift in das Haus, wo der Besitzer gerade Fernsehen schaute. In dem Prozess gegen den 31-Jährigen hatte der 69-Jährige ausgesagt, dass plötzlich maskierte Männer vor ihm gestanden hätten. Einer der Täter habe ein Messer in der Hand gehalten. „Zwei Männer drückten mich zu Boden und zogen mir eine Tischdecke über den Kopf“, sagte das Opfer in dem ersten Prozess. Sinngemäß habe man ihm angedroht: „Wir dich schlachten, wenn du nicht sagst, wo Geld ist.“

In dem aktuellen Prozess geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der 35-Jährige das „dolchartige Messer“ hatte und „fortwährend unter Schlägen“ das Opfer nach Geld, Tresor und Schmuck befragt hat. Als einziger der drei Angeklagten ist er derzeit in Haft. Auch dieses Opfer soll geknebelt und gefesselt zurückgelassen worden sein.

Die drei Angeklagten müssen sich vor dem gleichen Vorsitzenden Richter verantworten, wie der bereits verurteilte Bremer. Joachim Grebe hatte in dem Urteil im Juni für die „besonders verwerflichen Taten“ deutliche Worte gefunden: „In Übermacht wurden zwei alleinlebende Männer in den Abendstunden in brutaler Art und Weise überfallen. Sie werden dies ein Leben lang nicht vergessen.“

Für den aktuellen Prozess sind neun Verhandlungstage bis zum 29. Januar vorgesehen. Fortgesetzt werden soll der Prozess am 25. November. Dann bekommt das Trio die Möglichkeit sich zu den Vorwürfen zu äußern.

„Ich kann ihnen dies nur empfehlen“, gab Grebe den Angeklagten mit auf den Weg.

wb

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