Aus zwei mach drei

Lars Schmidtke berichtet über die Behindertenparkplatz- und Leitstreifensituation

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Oftmals wird er, wie hier gezeigt, zweckentfremdet: Wer keinen blauen Parkausweis besitzt, ist nicht berechtigt, auf einem der markierten Behindertenparkplätze sein Auto abzustellen.

Verden - Der Parkplatz auf dem Holzmarkt ist einer der zentral-sten in Verden. Von hier aus lässt sich zum Beispiel die Stadthalle, das Pferdemuseum, die Stadtbibliothek sowie das E-Center ohne Probleme erreichen. Insgesamt zwei Behindertenparkplätze stehen auf dem Holzmarkt für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Handicaps zur Verfügung. Allerdings würden diese und weitere Orientierungshilfen oftmals zweckentfremdet, so Lars Schmidtke im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Eine Zeit lang gab es ja nur noch einen Behindertenparkplatz“, berichtet Schmidtke, stellvertretender Behindertenbeauftragter der Stadt Verden. Aufgrund einer Veranstaltung sei eines der blau-weißen-Schilder vorübergehend entfernt worden. „Dieter Eggert, ebenfalls ein Behindertenbeauftragter, kümmerte sich, dass das zweite Schild überhaupt wieder aufgestellt wird“, so Schmidtke. „Auf den gekennzeichneten Plätzen dürfen nur diejenigen parken, die einen blauen Parkausweis haben“, stellt Schmidtke klar. Das liege unter anderem daran, dass die speziellen Rollstuhlparkplätze so ausgelegt sind, dass sie mehr Stellfläche als Normale bieten. „Dadurch, dass sie erheblich breiter als reguläre Parkplätze sind, ist das Rangieren mit dem Rollstuhl oder ähnlichen Gehhilfen um einiges einfacher“, erzählt der Behindertenbeauftragte aus seiner täglichen Erfahrung.

„Teilweise parken aber drei Autos auf den Stellflächen“, berichtet er. Das sei allerdings mit sehr viel Geschiebe verbunden: „Es ist sogar schon mal ein Unfall auf den Behindertenparkplätzen passiert, als drei Autos versuchten, dort zu parken. Es sind aber nun mal nur zwei Parkplätze.“

Ähnlich schwierig gestalte sich die Leitstreifensituation. „Es gibt in Verden so kein richtig schlüssiges Leitsystem. Sofern Blindenstreifen angelegt sind, hören diese oft einfach auf“, so Schmidtke. Das sei auch der Fall in der alten Fußgängerzone. Die Leitstreifen, die Blinden zur Orientierung dienen, würden nicht über die neue Fußgängerzone hinaus fortgesetzt werden. „Sie führen nicht zusammen, es gibt nur viele kleine Teile, die quer in der Stadt verstreut sind“, erklärt der stellvertretende Behindertenbeauftragte.

Oftmals sei der Leitstreifen auch von Läden blockiert, die ihre Sitzgelegenheiten oder Warenständer auf ihn stellen. „Als wir das erste Mal Bescheid gesagt haben, wussten die Ladeninhaber es einfach nicht besser.“ Aber auch nachdem Bescheid gesagt wurde, wird die Orientierungshilfe nicht konsequent freigehalten.

Lars Schmidtke hofft, dass sich die Situation der Parkplätze am Holzmarkt sowie die des Leitsystems in der Innenstadt bald verbessert. „Es ist immer wichtig, Absprache zu halten“, betont der Behindertenbeauftragte abschließend. lh

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