Zum Schluss eine kleine Sensation

Zwei Konzerte im Rahmen der 32. Niedersächsischen Musiktage in Achim und Verden

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Mit vielen Preisen überhäuft: der Pianist Igor Levit. 

Verden - Mit gleich zwei lokalen Konzerten im Rahmen der 32. Niedersächsischen Musiktage scheint die Stiftung der Kreissparkasse Verden in Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung erneut den Nerv des Publikums getroffen zu haben. 

„Das Publikumsinteresse ist groß, sodass Klassikfreunde dem Start des Kartenvorverkaufs förmlich entgegenfieberten“, sagte Silke Korthals, Vorsitzende der Stiftung der Kreissparkasse Verden, im Pressegespräch, zu dem sie gemeinsam mit der scheidenden Intendantin der Festspiele, Katrin Zagrosek, eingeladen hatte.

„Es wird ein Gipfeltreffen der klassischen Musik in Achim und ein fulminantes Kinderkonzert in Verden geben“, geriet Korthals ins Schwärmen, als sie mit Zagrosek Auskunft über die Konzerte am Montag, 17. September, um 19 Uhr, in der Aula des Cato Bonjes van Beek-Gymnasiums in Achim und am Donnerstag, 20. September, um 17 Uhr, in der Stadthalle Verden gab.

Für die Festivalausgabe vom 1. bis 30. September hat Zagrosek mit landesweit insgesamt rund 60 Konzerten erneut ein thematisches Programm konzipiert, das nach Freiheit, Freundschaft, Glück, Abenteuer, Leidenschaft und Raum diesmal unter der Überschrift Beziehungen steht. Beziehungen, die das Ausnahmekonzert in Achim vortrefflich spiegelt, da es kein geringerer als der international gefragte und mit vielen Preisen überhäufte Pianist Igor Levit mit der NDR Radiophilharmonie unter Leitung von Andrew Manze in der Aula des Gymnasiums gestalten wird. „Levit und Manze sind beides Künstlerpersönlichkeiten, die sich besonders gut verstehen, flankiert von einem Orchester, das im Zusammenspiel mit beiden zu Höchstleistungen aufläuft“, hieß es beim Pressetermin.

Freuen sich auf die 32. Niedersächsischen Musiktage (v. l.): Jenny Lindenberg, Silke Korthals und Katrin Zagrosek. 

Die Frage, ob es schwierig gewesen sei, diesen Ausnahmepianisten, der durchaus fulminante Kulissen und große Säle gewohnt ist, für ein Konzert in einem eher kleinen Rahmen zu gewinnen, wird von Zagrosek verneint. „Nein, überhaupt nicht. Er war sofort dabei und freut sich sehr auf die Zusammenarbeit mit Manze und mit dem Orchester, da ihn mit beiden viel verbindet.“

Das musikalische Programm des Abends beschreibt Zagrosek als nahezu puristisch. „Es ist den Meistern der Wiener Klassik gewidmet, bei dem gleich zwei Klavierkonzerte, Mozarts Konzert Nr. 9 Jeunehomme und Beethovens erstes Klavierkonzert op.15 zur Aufführung kommen. Es wird sicher ein besonderer Abend, allerdings schnörkellos, ein Konzert ohne Deko, da es sich völlig auf die Kombination von Solist und Orchester konzentriert.“

Korthals und Zagrosek weisen auf die thematische Verbindungen der Werke auf das Motto der Musiktage, Beziehungen, hin. So seien beide Werke aufgrund von besonderen Musiker-Beziehungen entstanden. Das sogenannte Jeunehomme-Konzert etwa sei ein Auftragswerk gewesen, bei Mozart bestellt von der Pianistin Louise Victoire Jenamy, während Beethovens Klavierkonzert Nr.1 durch Joseph Haydn angeregt worden sei.

Drei Tage später, am Donnerstag, 20. September, ist die Verdener Stadthalle Austragungsort für das Familien- und Kinderkonzert „Paris! Paris!“, das, wie der Titel unschwer erraten lässt, auf eine musikalische Reise in die französische Hauptstadt führt. „Das Konzert ist eine Koproduktion von Philharmonie Luxemburg, Philharmonie Köln, Festspiele Bregenz und Martinu Festtage Basel, für das die niederländische Regisseurin Annechien Koerselman das Script und die österreichische Szenographin Nina Ball die Ausstattung übernommen hat“, so Zagrosek.

Das Musikensemble „Die Schurken“ mit Martin Schelling (Klarinette, Schauspiel) Stefan Düner (Trompete, Schauspiel), Goran Kovacevic (Akkordeon, Schauspiel) und Martin Deuring (Kontrabass, Schauspiel) zeigt eine kindgerechte Rahmenhandlung um drei musizierende Freunde – einen Schriftsteller, einen Maler und Erfinder –, die mittels Einsatz einer Zeitmaschine Künstlern der 1920er-Jahre und ihren Werken zu begegnen. Am Ziel der Reise erwartet sie sogar eine kleine Sensation: sie entdecken die lange verloren geglaubten Kompositionen eines weltberühmten Musikers. Als Zielgruppe für das Konzert auf den Spuren von Sergej Prokofjev, Maurice Ravel und Jean Cocteau nannte Korthals Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren und natürlich deren Familien.

Konzertkarten gibt es in der Hauptstelle der KSK Verden in der Ostertorstraße sowie in der Geschäftsstelle Achim, Obernstraße 51, und in der Verdener Tourist-Information. Die Preise für das Konzert „Gipfeltreffen“ in Achim liegen je nach Sitzplatzkategorie und Ermäßigung zwischen 20 und 30 Euro. Die Karten für das Familienkonzert „Paris! Paris! kosten zwölf oder sieben Euro.

Eintrittskarten gibt es außerdem im Internet unter der Homepage www.musiktage.de oder unter der Musiktage-Hotline Telefon 0800/4566540. 

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