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Land unterstützt Verdener Projekte: Zwei Bausteine für die neue Innenstadt

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Von: Heinrich Kracke

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Zwei Männer und eine Frau blicken in eine blaue Mappe. Im Hintergrund eine Fußgängerzone.
Einerseits leicht, andererseits inhaltsschwer: die Förderbescheide für die Verdener Innenstadt, die Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier (r.) gestern am Ort des Geschehens Bürgermeister Lutz Brockmann überreichte. In der Mitte die Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth. © Kracke

Es gibt Geld: Zwei Förderbescheide, die gestern ins Verdener Rathaus flatterten, betreffen den touristischen Ausbau des Domplatzes und den Masterplan Innenstadt.

Verden – Die Farben und Flammen sind ein schönes Beispiel. Der Lichterzauber zur Walpurgisnacht, der im Rahmen der Allerkultur am Sonnabend ab 20.30 Uhr auf dem Rathausplatz Premiere feiert. Ein schönes Beispiel für die aktuelle Förderkultur von EU und Land Niedersachsen und dessen rasche Umsetzung für die Bevölkerung. Das leuchtende Seepferdchen, das heute erwartet wird, die fantastischen Stelzenläufer, der Feuertanz der Artistin Tina Badenhop, das gehört zum landesweiten Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“, für das die Stadt Verden eine Förderung beantragt hat. Rund 900 00 Euro kostet der Abend, 90 Prozent davon fließen aus Brüssel über Hannover an die Allermündung. Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier aus dem Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Regionale Entwicklung brachte gestern zwei weitere Förderbescheide im Rathaus vorbei. Und es werden nicht die letzten sein. Projekte für rund 800 000 Euro hat die Stadt Verden im Leineschloss beantragt, und sie werden alle berücksichtigt.

Rasche und unkomplizierte Hilfe für Innenstädte

„Die Innenstädte stehen unter Druck, Corona verstärkte die Tendenz noch wie ein Brennglas, es soll unkompliziert und rasch geholfen werden“, erklärte Wunderling-Weilbier die Idee, die hinter den landesweit rund 120 Millionen Euro steht, die aus dem Brüsseler React-Programm ausgeschüttet werden. Wichtig dabei, es würden nicht nur Großstädte bezuschusst, das Geld fließe stattdessen in möglichst viele Kommunen. In Verden hat dieses Angebot zu leicht unübersichtlichen Verhältnissen geführt. Die zwei Förderbescheide, die gestern ins Rathaus flatterten, betreffen den touristischen Ausbau des Domplatzes und den Masterplan Innenstadt. Während die 64 000 Euro für die Versorgung der Flächen am Dom mit Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen voraussichtlich erst im Herbst benötigt werden, „vorher finden ja noch Domplatzfestival und Domfestspiele statt“, so Wirtschaftsförderer Fabian Fortmann, sind die Gelder des zweiten Förderbescheides von gestern bereits ausgegeben. Knapp 27 000 Euro kostet der Masterplan Innenstadt, in dem die Stadt Verden ihr Zukunftsprogramm für die Fußgängerzone, die Verbindung zum Bahnhof und die Randgebiete erarbeitet hat. Die 42 Seiten geballter Vorhaben sind inzwischen auf der Homepage der Stadt abrufbar.

Probierstadt ist ein Erfolgsmodell

Auch Wunderling-Weilbier stellte fest, Verden arbeite mit „hoher Schlagkraft“ innerhalb dieses Programms und trage zu den vielen interessanten Lösungen bei, die sich in ganz Niedersachsen offenbarten. Bürgermeister Lutz Brockmann nannte die Landeszuwendungen einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Mittelzentrums an der Allermündung. „Die Stadt hat 28 000 Einwohner, angesteuert wird sie aber von bis zu 100 000 Menschen in den Segmenten Arbeit, Bildung und Kultur. Das können wir nicht alleine leisten.“ Er finde es wichtig, sagte Brockmann, dass das Land alle Zentren in den Blick nimmt. Dörte Liebetruth, im Landtag als stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten ganz nah dran an den Entscheidungen über das Verteilen der Gelder, verwies auch auf andere Programme, die Verden in der Innenstadt nutze. „Die Probierstadt etwa hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt. Eine Reihe von Geschäftsideen, die getestet wurden, haben zu festen Läden geführt.“

Radweg und Flächenentsiegelung

Auch beim Programm „Perspektive Innenstadt“ ist Verden den Statuten gemäß weit fortgeschritten. Neben dem Masterplan und den Zuschüssen für Domplatz und Lugenstein, deren Förderbescheide gestern übergeben wurden, schlägt besonders die Gärten-Idee zu Buche. In der Innenstadt, vor dem Domherrenhaus etwa, sollen versiegelte Flächen entsiegelt und zu naturnahen Landschaften umgestaltet werden. Auf rund 300 000 Euro summieren sich die Kosten. Weitere 115 000 Euro sind für den neu angelegten Radweg auf der Straße Hinter der Mauer veranschlagt, der inzwischen weitgehend fertiggestellt ist. Die Walpurgisnacht steht heute auf dem Programm. Und auch den Einsatz des Citymanagers Julian Temme finanziert die Stadt aus den EU-Mitteln. Eine Personalie, die Wunderling-Weilbier unterstützt: „Verden hat gut reagiert. Wer die Herausforderungen ernst nimmt, braucht dafür dringend auch die Personalkapazitäten.“

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