Henning Pertiet & Friends begeistern Freitagabend in der alten Kornbrennerei

Zurück zu Blues und Boogie

Henning Pertiet & Frinds gaben am Freitagabend in der alten Kornbrennerei ein mitreißendes Konzert.

Verden - Der Bluespianist Henning Pertiet hat in seinem Musikerleben schon so einiges ausprobiert. Am Freitagabend hieß es nun aber „Back to the Roots“. In der alten Kornbrennerei begeisterte er das Publikum gemeinsam mit seinen alten Bandkollegen Dani Gugholz und Peter Müller mit mitreißendem Boogie Woogie und ehrlichem Blues.

Zunächst betrat Pertiet allein die Bühne. „Wir spielen heute Abend Boogie Woogie und Blues“, verkündete er unter dem Beifall der Gäste, denn genau, um dieses zu hören, waren sie ja schließlich in die alte Kornbrennerei gekommen. Das erste Stück, einen schwungvollen Boogie, spielte der Pianist allein, das Publikum ging sofort voll mit.

„Allein ist doof, zu dritt ist besser“, meinte Pertiet aber anschließend und stellte seine Bandkollegen, den Schlagzeuger Peter Müller (Wien) und den Bassisten Dani Gugholz (Zürich) vor. Mit beiden Musikern war er von 1993 bis 1996 Teil der Mojo Blues Band. Den drei alten Freunden machte es sichtlich Spaß, einmal wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen.

Sowohl beim temperamentvollen Boogie als auch beim melancholischen Blues zeigte sich, dass hier drei Vollblutmusiker auf der Bühne standen. Die Zuhörer genossen es sichtlich, viele Füße wippten im Takt. Pertiet erzählte gut gelaunt immer wieder kleine Geschichten zu den einzelnen Stücken. In einem habe er den Ärger darüber verarbeitet, dass ihm das letzte Stück Gemüsekuchen weggegessen wurde, ließ er sein Publikum unter anderem wissen.

Das Publikum ging in der Kornbrennerei an der Oberen Straße begeistert mit. - Fotos: Haubrock-Kriedel

Doch auch über seine persönlichen Krisen, die ihm vom Blues wegführten, sprach er. „Als Jazzpianist klappte es nicht, da bin ich zwangsweise zum Blues zurück“, so Pertiet. Auch bei den nächsten Krisen lief es ähnlich. So habe er sich auch als klassischer Pianist versucht. „Ich habe ein Jahr nur Bach gespielt.“ In der vorerst letzten Krise versuchte er sich als Organist, bevor er doch wieder zum Blues zurückfand. „Krisen sind heftig, doch bei Musikern führen sie zur Musik“, erklärte der Pianist und spielte solo exklusiv für das Verdener Publikum ein Stück, in dem er alle diese musikalischen Seitensprünge verarbeitet hat. „Mein ganzes Leben in ein paar Minuten.“ Ein berührendes musikalisches Dokument. Unter den magischen Fingern Pertiets meinte man stellenweise tatsächlich eine Orgel zu hören.

An Pertiets Zeit in Wien mit der Mojo Blues and erinnerte „Healing Home“. Beim Schreiben dieses Stücks habe er sich vorgestellt, in einem Zug auf dem Weg nach Hause zu sein, erzählte er. Doch diesmal entführte der Zug das Publikum nach Chicago. Bei Songs wie „Down in the Alley“, „Love Signals“ oder „Red Light“, zeigte Dani Gugholz, dass er nicht nur ein herausragender Bassist ist, sondern darüber hinaus auch hervorragend singen kann.

Mit Pinetop´s Boogie Woogie vom Namensgeber des Boogie, Clarence „Pinetop“ Smith, gaben Henning Pertiet & Friends beim letzten Stück noch einmal Vollgas. Peter Müller begeisterte mit einem virtuosen Drumsolo, das er zunächst sogar mit bloßen Händen spielte.

Der begeisterte Applaus des Publikums verlangte nach einer Zugabe. Mit dem „How long Blues“ verabschiedeten sich Pertiet & Friends schließlich nach einem mitreißenden Konzert vom Verdener Publikum. 

ahk

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