Mit hohem Tempo

Rat stimmt Plänen für Wiederaufbau des Rathauses an der Ritterstraße zu

+
Das Rathaus-Gebäude ist inzwischen entkernt.

Verden - Logistisch und nun auch finanziell, der Rathausbrand und dessen Folgen halten Politik, aber vor allem die Verwaltung weiterhin auf Trab. Geschätzte 4,2 Millionen Euro wird der Wiederaufbau an der Ritterstraße kosten.

„2,4 Millionen Euro werden wir voraussichtlich aus dem städtischen Haushalt finanzieren müssen“, so die Botschaft von Kämmerer Andreas Schreiber. „Mehr wird es aber auf keinen Fall werden“, wagte der Finanzchef eine vorsichtige Prognose am Dienstagabend im Stadtrat.

Auf einer Begehung durch das mittlerweile entkernte Gebäude konnten sich die Ratsmitglieder vor der Sitzung ein eigenes Bild vom Zustand des Rohbaus machen. Der Bau ist mittlerweile besenrein, mehr aber nicht (wir berichteten). Während der Sitzung machte Bürgermeister Lutz Brockmann noch einmal deutlich. „Wir stehen praktisch vor einem Neuanfang.“ Er gab aber zu: „Ich war schon erschrocken über die Höhe der Kosten.“

Chance nutzen

Der Verwaltungschef warb dafür, den „Schaden als Chance zu nutzen“ und meinte damit, beim Bau, auch im Sinne von Verwaltung und Publikumsverkehr, zukunftsweisend zu denken. „Wir wollen ein Rathaus, das auch noch in 40 Jahren funktioniert“, so seine Vorgabe. Dazu gehörten Gespräche mit Mitarbeitern über die Optimierung von Arbeitsabläufen sowie die Anordnung und Verlagerung von Büros und Servicebereichen. 

Das Architekturbüro Dreischhoff hat die Pläne bereits vorgestellt. „Wir sind da aber noch nicht am Ende“, betonte Brockmann. Änderungen sind möglich, allerdings wenn, dann zügig. „August 2018 sollen die Mitarbeiter einziehen, das ist anspruchsvoll, aber unser erklärtes Ziel.“

Aus den Reihen der Fraktionen gab es durchweg Zustimmung. Jens Richter (CDU) sieht die Finanzierung über den Nachtragshaushalt gesichert, „auch wenn für uns die Höhe der Summe zunächst unvorstellbar war“. Michael Otten (SPD) lobte den Zeitplan. Für Vorhaben dieser Größenordnung würden im Normalfall sechs Jahre veranschlagt.

Kosten halten sich im Rahmen

Frank Medenwald (CDU) sprach von Kosten, die sich, umgelegt auf das Volumen des Gebäudes, durchaus im Rahmen hielten. Die FDP mit Sprecher Jürgen Weidemann machte deutlich: „Der Bau ist auf keinen Fall Luxus.“ Rasmus Grobe (Bündnis 90/Die Grünen) überschrieb die Pläne für das Projekt als eine Vielzahl von Maßnahmen, die ins 21. Jahrhundert passten. „Das sind wir dem Bürger schuldig.“

Von den geschätzten 4,2 Millionen Euro zahlt die Gebäudeversicherung etwa 1,8 Millionen. Ob die Stadt den Großteil von 2,4 Millionen Euro selbst tragen muss, bleibt noch abzuwarten. „Der Schuldige ist ja bekannt. Wir werden, wie sicherlich die Versicherungen auch, beim Täter zivilrechtliche Ansprüche geltend machen“, so Brockmann.

mw

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Artistisches Abschlusstraining

Artistisches Abschlusstraining

Meistgelesene Artikel

Flüchtling mischt bei der Achimer Feuerwehr mit - doch Abschiebung droht

Flüchtling mischt bei der Achimer Feuerwehr mit - doch Abschiebung droht

Adrian Mohr punktet im Heimspiel

Adrian Mohr punktet im Heimspiel

Meisterhaftes „Moord-Kumplott“ der Achimer Speeldäl

Meisterhaftes „Moord-Kumplott“ der Achimer Speeldäl

134. Elite-Auktion in der Niedersachsenhalle

134. Elite-Auktion in der Niedersachsenhalle

Kommentare